Atlantiküberquerung / Bilbao – Colon (Panama)

Kontinente durchquert, zu den heiligen Städten des Christentums gepilgert, auf jeden bewohnbaren Kontinent einen Fuß gesetzt … Antarktis unbezahlbar, Weltraumtourismus noch nicht kommerziell verfügbar … was soll jetzt noch kommen?

Ein Blick auf den Globus zeigt, mir fehlen noch Mittelamerika, Karibik und die großen blauen Flächen der Ozeane. Mit Hawaii habe ich einen Außenposten im Pazifik gesetzt, der Atlantik wird mein nächstes Ziel.


Aus meinen Zeiten in Kiel (Hochschule mit einem Zweig in Schiffbau) ist mir bekannt, Überführungsfahren (Trans-Schiffsfahrten) sind günstig.

Drei wesentliche Punkte sind hierfür verantwortlich
1) Das Schiff muss so oder so überführt werden. Für die Rederei ist es somit nahezu egal, ob Passagiere an Board sind, oder nicht.
2) Die Crew wird vor der Überführung gewechselt. Noch nicht eingespielter Service wird durch Preisnachlässe ausgeglichen.
3) Die lange Zeit auf See. Acht Tage auf See schreckt viel Reisende.

Allein reisend ist für mich ein weiterer Punkt von größter Wichtigkeit. Kein Einzelzimmer-Zuschlag. Eine Reederei ist mit etwas Suche gefunden (glücklicherweise ist mein Spanisch lesen noch in Ordnung). Pullmantours.

Früh im Jahr buche ich die Tour mit der MS Monarch von Bilbao nach Colon (Panama) mit Zwischenstopp auf Aruba und St.Martin.

 

Die nahezu perfekte Reiseplanung wurde in der Realität durch mehrere Faktoren durchkreuzt:

  • eine schwere Sommergrippe streckte mich die ersten Tage nieder.
  • ein deutsches Reiseportal bot die Fahrt ab Portugal an, deshalb sind, entgegen meiner Planung, viele Deutsche an Board. Leider genau die Sorte, der ich im Urlaub nicht begegnen will. Pauschalreisende, im Übermaß Alkohol konsumierende, bunte T-Shirts und Sandalen mit Socken tragende dickbäuchige ungebildete Menschen. Trotz erkennbar fehlender Bildung bereits zum Frühstück politische Reden führend und über Ausländer, Juden und die öffentliche Verwaltung schimpfend.
  • der Hurrikan Matthew verhinderte das Anlaufen in Aruba.
  • eine fehlerhafte Preispolitik der Rederei. Rechtlich nicht belangbar, jedoch die wahren Preise verschleiernde Preisangaben. Am Ende zahlte ich 600 Euro mehr als geplant. Günstig war es, im Vergleich zu anderen Angeboten, weiterhin.

Die Atlantiküberquerung, an sich bereits ein Erlebnis, beinhaltet Zwischenstopps in Lissabon, St. Marteen und Panama. Stadt und Hafen Bilbao wussten ebenso mit einem gewissen Charme zu überzeugen.

Das auf den Niederländischen Antillen gelegene St. Marteen ist zum einen Teil autonomes Gebiet des Königreiches Niederlande (Schreibweise: Sint Maarten) und zum andern Teil der Republik Frankreich zugehörig (Schreibweise: Saint-Martin). Geschichtlich und politisch unbedeutend ist die Insel vielen Reisenden durch den berühmten Airport-Strand geläufig.

Als Janosch „oh, wie schön ist Panama“ schrieb, hatte er gewiss nicht Colon im Hinterkopf. Die Stadt am Eingang des Panama-Kanals erzeugt, mit Ausnahme der zweitgrößten Freihandelszone der Welt, einen ärmlichen und schmutzigen Eindruck. Aber, es wird etwas dagegen unternommen. Panama-Stadt und die Fahrt entlang des Kanals entschädigen dafür umso mehr.

Zusammengefasst
Eine schöne Reise, hat sich gelohnt. Wiederholungsgefahr = eher nein. Andere Tour = möglich.