Bahnhof Ulaanbaatar

Der Bahnhof in Ulaanbaatar  ist ein großes, im sowjet-klassizistischen Baustil errichtetes Gebäude. An der Stirnseite des Hauptgebäudes ist der Name der Stadt sowie die auf den Dächern der Seitengebäude die Bezeichnung Railway und Station in großen Buchstaben angebracht. Von der Gleisseite in grünen Buchstaben und in lateinischen Schriftzeichen, von der Stadtseite in roten Buchstaben und kyrillischen Schriftzeichen.

Der Platz zu den Gleisen hin ist groß, sauber und mit überdachten Sitzgelegenheiten ausgestattet. Ein ruhiger Bahnhof. Im Bahnhofsgelände findet sich ein Ticketverkaufsschalter, eine Wechselstube und vis-a-vis eine Polizeistation.

Die Wartebereiche sind großzügig gestaltet und mit Kronleuchtern versehen. An den Wänden sind Landschaftsposter in die mit Stuck abgesetzten Rahmen eingelassen. Die Wände sind in einem hellen Blau und nach oben in Terrakotta bzw. einem gelb-orange-Ton gehalten. Steckdosen waren zunächst  unauffindbar. Die Toiletten sind sauber und in gutem Zustand. Die Anzeige der nächsten Züge erfolgte über den Aushang eines Papierausdrucks.

Die Bahnhofsgegend hat einen schlechten Ruf. Es ist nicht die schönste Gegend, Sicherheitsbedenken hatten wir dennoch nicht. Rechter Hand des Bahnhofes sind in kleinen Garagen bzw. aneinander gereiten Containern kleine Lebensmittelgeschäfte (Getränke, Alkohol, Reis, Gemüse) untergebracht. Die fehlenden Fenster dieser Läden lassen die Szenerie zwielichtig wirken, was vermutlich auch den schlechten Ruf der Gegend erklärt. Vor dem Bahnhofsgebäude findet sich ein Taxistand und seitlich einige Bushaltestellen.

Störend verhielt sich ein Bettler, der uns zeichnen wollte und dafür Geld verlangte. Schnell war dieser Person klar gemacht, dass ich kein Interesse am Erwerb einer Zeichnung habe. Wenig später versuchte er es bei meinem Vater. Ein strenger Blick meines Vaters reicht aus, um ihn zu verscheuchen.  Etwas distanzlose Kinder beobachteten meinen Vater, was vermutlich auf seinen weisen Bart zurückzuführen war.

Einzige Attraktion des Bahnhofes ist eine ausgestellte alte Dampflok. In Deutschland aus Sicherheitsgründen unvorstellbar, konnte die Lok teilweise betreten werden Der Eingang zum Unterstand war verschlossen und lediglich durch das Fenster einsehbar. Nachdem mich mein Vater spaßeshalber als feiges Huhn bezeichnete, fühlte ich mich aufgefordert den Kessel zu erklimmen und dieses in einem Beweisfoto festzuhalten.