Baltikum und Polen

Die Reise ins Baltikum und nach Polen ist nun auch Geschichte – ich war bereits im Jahr 2015 im Rahmen der langen und tollen Fahrt – zusammen mit Junior – mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking über Ulan-Bator, Novosibirsk, Moskau und Helsinki im Baltikum und in Warschau gewesen.
Gerne reiste ich in 2017 nochmals dorthin, dieses Mal ausführlicher und länger mit weiteren Aufenthalten in Narwa in Estland, Kaunas in Litauen, Lodz und Breslau in Polen.

Die Unterkünfte waren über booking.com gebucht, die Bustickets bestellt – und der Kauf der Zugtickets in Lettland, Litauen und in Polen war problemlos – und viel günstiger als hier.
Und der regionale Zuganbieter VLEXX war für die Fahrt zum Flughafen war wie erwartet nicht pünktlich – einen Zug früher fahren war noch aus einem anderen Grund gut: die Bezahlung des Fluggepäcks gestaltete sich umständlich beim Lufthansschalter.

30.06.17

Wie schon vermutet und befürchtet, war der VLEXX-Zug verspätet in Mainz eingefahren, doch danke des Zeitpuffers gings zügig mit dem SÜVEX zur Haltestelle Frankfurt Flughafen Regional.

Beide Flüge mit LOT, einchecken bei Lufthansa, waren in kleinen Maschinen in Ordnung. Das Umsteigen in Warschau ist wegen nicht guter Ausschilderung etwas umständlich.

Der Flughafen von Tallinn ist übersichtlich, das Gepäck kam sehr rasch und ein Taxi in die Innenstadt schnell gefunden.
Das Hotel lag am Rande der Altstadt in der Nähe des Baltic Jaam, einem grossen Bahnhof mit Bushaltestelle.

01.07.17 – 02.07.17 NARVA

Mit Bus und Strassenbahn zum Bussi Jaam, der zentrale Busbahnhof. Bald kam der Bus nach Narva, ca. 300 km sind es von Tallinn nach Narva.
Das Hotel liegt zentral an der Puschinstrasse; diese führt zur Sehenswürdigkeit von Narva, den Festungen, die sich gegenüber liegen. Iwangorod ist der Name auf der anderen Seite des Flusses Narva und ist schon in der Russischen Föderation.
Narva ist der nordöstlichste Punkt der Europ. Union. Am Rande bemerkt: die gut deutsch sprechende Hotelmitarbeiterin an der Hotelrezeption fragte beim Einchecken ganz überrascht: was wollen Sie denn in Narva?
Die Stadt bietet in der Tat nicht viel, schön ist die Narva-Promenade und interessant die Kirchen, die russisch-orthodoxe und die baufällige protestantische, sowie der Blick nach Russland…

Am Mittag des 02.07.17 die Rückfahrt mit dem Bus nach Tallinn. Endlich schien einmal die Sonne und die flache Landschaft, viel Wald, konnte gesehen werden.

Tallinn ist baulich in einem ordentlichem Zustand. „Auf dem flachen Lande“ ist das anders, da scheinen die EU-Gelder noch nicht angekommen zu sein. Hier einige Beispiele von Bus-Stopps:

02.07.17 – 05.07.17 TALLINN

Tallinn ist die Hauptstadt von Estland und die östlichste Hauptstadt der Europ. Union. Sie ist modern mit einer historischen Altstadt, hat einen Hafen als Anlaufstelle für Kreuzfahrtschiffe und die Fähren von und nach Helsinki und St.Petersburg.
Leider regnete es immer wieder, doch fast nie so stark, als dass man nicht nach draussen konnte. Leider war es auch kalt, Erfrischungsgetränke waren nicht notwendig.
Das Hotel lag direkt an Bushaltestellen und in der Nähe waren kleine Geschäfte und Supermärkte ( eher Supermärkt“chen“, doch für den alltäglichen Gebrauch reichte es). Auch war der Zugang zur Altstadt, die von einer Mauer umgeben ist, nur einige Schritte entfernt.

Tallinn´s Altstadt hat viel Charme, und eine Unmenge von Touristen, die hinter Stadtführern einher laufen. Das lag daran, dass vier Kreuzfahrtschiffe an den verschiedenen Piers festgemacht waren.

Noch ein Wort zum ÖPNV. Der ist gut nutzbar, die Busse und Strassenbahnen sind preiswert und fahren, ausser wenn nicht gerade wie am Abfahrtstag die Buslinie in die Innenstadt wegen Wartungsarbeiten ausfällt …. Das Taxi war sehr teuer!!!! Für € 2.- kauft man eine Karte, die aufgeladen werden kann.

05.07.17 – 08.07.17 RIGA

Nach mehr als vier Stunden Fahrt erreicht man mit dem Bus Lettlands Hauptstadt. Der Busverkehr ist sehr gut ausgebaut, man kommt schnell und preiswert in jeden grösseren Ort ( die im Baltikum klein sind … ). Noch günstiger kauft man die Fahrkarte direkt vor Ort.

Das Hostel war zweckmässig eingerichtet, mit Minikühlschrank im Zimmer; und mit einer Art von Frühstück ( 2 Toastbrote, 3 Schreiben Miniwurst und 2 halbe Schreiben Käse und einen Fruchtjoghurt 😉 ). Ich mag keinen Toast!!!
Ca. 10 Minuten Fussweg zum Hauptbahnhof oder zu den Markthallen, deren Besuch ein Muss ein Riga sein sollte. Vor den Markthallen sind viele Marktstände.

In Hauptbahnhofnähe beginnt dann die sehenswerte Altstadt (mit vielen Touristen, da ein Kreuzfahrtschiff am Pier der Duna lag … ).

Sehr zu empfehlen ist eine Rundfahrt mit einem kleinen Schiff vom Grüngürtel aus, mit dem Kanal, über den Kanal und die Duna wieder zurück für ca. eine Stunde. Eine Abfahrtsstelle ist in der Nähe des Freiheitsdenkmals; und nicht zu übersehen, da dort junge Menschen mit Kapitänsmütze nach Kunden Ausschau halten. Bei einigem Zögern sinkt der Preis von € 12 auf € 10 …

 

Weiter gehts mit der Elektrischen nach Jurmala,

das Seebad von Lettland und früher vom Zarenreich und der Sowjetunion.
Zug fahren ist preiswert in Lettland. So kostet eine Strecke vergleichbar des Weges von Bad Kreuznach nach Frankfurt am Main Hauptbahnhof € 1,40 – dazu kommt noch, wenn man hat, ein Gepäckzuschlag von € 0,42 pro Gepäckstück.

08.07.17 – 13.07.17 JURMALA

Jurmala ist der Badeort von Riga. Jurmala ist der Sammelbegriff für einige Ortschaften entlang der Küste und am Fluss Lielupe (ich wusste nicht, dass es den gibt…). Insgesamt so um die 60.000 Menschen wohnen dort, ohne die Gäste im Sommer.
Der Wohnsitz für 5 Nächte war Majori, und war als Strandzeit gedacht. Leider machte das Wetter nicht mit und so wurde es nur ein Strandtag.

Majori war schon in der Zarenzeit ein beliebter Ort für Kurgäste und Sommerurlauber. Das sieht man noch, viele alte, auch etwas desolate, Häuser kann man sehen, dazwischen moderne Neubauten. Die Hauspreise sind hoch, über eine Million Euro war schon die Regel nach den Informationen in den Schaufenstern der Immobilienmakler.

Das Wetter war, wie bereits geschrieben, nicht so gut für den Strand. Also Ausflüge, einer nach Riga (!) und einer nach Keremi. Alles mit der Elektrischen, schnell, gut und pünktlich.

Keremi war einst als bekannter Kurort. Nun wohnen da die beiden Tiere, die sich dort -Gute Nacht sagen-. Es gibt einen kleinen Supermarkt und die bekannte Schwefelquelle mit dem Salamander. Das Wasser riecht nach faulen Eiern und schmeckt, na ja, so ähnlich wie das so gennannte Sauerwasser in Stuttgart (wenn es die Sauerwasserbrunnen noch gibt…). Einheimische, oder neudeutsch Locals benannt, schöpfen das Wasser aus dem kleinen Becken unterhalb des Salamanders und benetzen sich das Gesicht. Das Wasser soll verjüngend wirken.

 

 

13.07.17 – 16.07.17 VILNIUS

Mit der Bahn von Vilnius nach Kaunas

Bahn fahren ist preiswert in Litauen. Die circa 100 km von Vilnius nach Kaunas kosten € 4,60, moderner Doppelstockzug mit free-wifi !!! im ÖPNV.
Im Gegensatz zu Lettland und zu Breslau wird für das Reisegepäck keine Gebühr erhoben.

16.07.17 – 17.07.17 KAUNAS

Kaunas ist eine schöne Stadt, so circa in der Mitte von Litauen und liegt an der Memel. Das wusste ich nicht. Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich nun alle in der ersten Strophe des Deutschlandliedes genannten Landschaften besucht habe. In jungen Jahren die Maas, im Mittelalter die Etsch und den Belt und nun als alter Mann noch die Memel.

Kaunas zu besuchen ist angenehm und es sollten dort eigentlich drei Nächte sein, also zwei Tage, um die Stadt mit ihren Schönheiten zu bewundern. Eine angenehme Allee verbindet die Neustadt mit dem alten Kaunas.

Kaunas hat sowohl einen Eisenbahnbahnhof und einen Busbahnhof. Mit teilweise O-Bussen und zu Fuß ist man gut unterwegs. Kaunas hat etwas mehr als 300 Tausend Einwohner und ist die zweitgrößte Stadt in Litauen.

17.07.17 – 19.07.17 WARSCHAU

19.07.17 – 21.07.17 LODZ

Der Schlager von Vicky Leandros, die mit ihrem Theo nach Lodz fahren möchte, war der Anlass die Reise von Warschau nach Breslau in Lodz zu unterbrechen.

21.07.17 – 23.07.17 BRESLAU 

Rückreise über Görlitz, Dresden, Leipzig und Frankfurt am Main

Abendstimmung über´m Rhein vor Mainz

Bus – Zug – ÖPNV – Taxi und Uber im Baltikum und in Polen

Mit dem Bus ist man in den früheren Ländern des damals so genannten Ostblocks noch immer gut unterwegs. Teilweise ist es auch die einzige Reisemöglichkeit, da der Bahnverkehr noch nicht fertig ausgebaut ist. Es empfiehlt sich zu reservieren, das ist online einfach, wenn man zu günstigen Zeiten fahren möchte (Abfahrt am Vormittag und Ankunft am Nachmittag). Möglich ist es auch, vor Ort in den meist sehr gut eingerichteten Busbahnhöfen die Karte zu kaufen. Meist ist es dann auch noch preiswerter als per Internet von Deutschland aus. Senioren bekommen zwischen 10 und 40 % Rabatt.

Regionalzüge fahren bspw. in Lettland, diese sind preiswert und pünktlich. Der Zug zwischen Vilnius und Kaunas ist ein moderner Doppelstockzug mit Wifi an Bord, natürlich kostenfrei.

Preiswert ist auch der ÖPNV in den besuchten Städten in Polen. Günstig ist ebenso die Bahn. Fahrkarten vor Ort kaufen kostet zumindest in Warschau Zeit und Geduld. Es empfiehlt sich, bei weiteren Fahrten den Sitzplatz zu reservieren (der IC von Lodz nach Breslau war gerammelt voll, Passagiere saßen in den Gängen …).
Senioren bekommen in Polen in der Bahn Rabatt, man sollte jedoch extra danach fragen.

Der ÖPNV war in allen Ländern sehr preiswert, teilweise kann man in der Straßenbahn per Kreditkarte sein Ticket kaufen. Im Baltikum waren aufladbare Karten in Kiosken zu erwerben, sonst Einzeltickets in Tabakläden, wie in Polen. Manchmal muss man für Gepäck extra bezahlen-siehe Reisebericht.

Taxi war überall möglich, und auch relativ preiswert – bis auf die Fahrt am letzten Tag in Tallinn, als der Bus ausgefallen war.

Uber war ein Segen in Lodz und in Breslau, schnell und preiswert. 15 km von der Innenstadt Lodz zum Abreisebahnhof für umgerechnet € 2,50, da meckert niemand.