Bei den Deutschen in Santa Catarina

Zum Titelbild: Cafe´s wie in Deutschland scheint es in Brasilien nicht so zu geben – eine Ausnahme war dieses …

Was ich bisher noch nicht wusste ist,  der brasilianische Bundesstaat Santa Catarina ist durch deutsche Zu- und Einwanderer geprägt.
Deutsch als Sprache und die Ausübung der deutschen Kultur (was immer man damit meinte) war nach dem zweiten Weltkrieg in ganz Brasilien unter drakonische Strafen gestellt. Heute im 21. Jahrhundert bemerkt man nichts mehr davon. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein. So ist bspw. Deutsch seit dem 1. September 2010 die zweite offizielle Amtssprache in Pomerode, einer Kleinstadt mit knapp 30.000 Einwohnern; Der Ort wird vom Rio Testo durchflossen und liegt rund 25 Kilometer nördlich von Blumenau.

                   
Wer durch Pomerode fährt fühlt sich nach Norddeutschland versetzt, viele Fachwerkhäuser erinnern an norddeutsche Katen, also relativ kleine Häuser.
Leider war der Weihnachtsmarkt nicht geöffnet, dafür das Restaurant „Tortenparadies“, eine Mischung aus Café und Restaurant. Das Mittagessen war gut -in Brasilien, genauer gesagt, in Städten in Brasilien, in denen ich war- kann man an einer Art Buffet sich die verschiedensten Speisen auf seinen Teller tun, um abschließend nach Gewicht zu bezahlen.

Schön war es auch in Timbo. Es ist mit ca. 37.000 Einwohnern etwas grösser als Pomerode. Deutsch- und italienischstämmige Bewohner stellen mit je knapp 50 % den Hauptanteil der Bevölkerung.

Mit seinen nahezu 335.000 Einwohnern ist Blumenau für deutsche Verhältnisse eine Großstadt. Das Stadtgebiet ist geprägt von Fachwerkhäusern (die alle neu gebaut und auf „alt“ gemacht sind) und eine moderne kath. Kirche mit einem lebensgroßen Bild des Bischofs auf einem Transparent und ein historisches Opernhaus. Der Begriff -historisch- ist im 1850 gegründeten Blumenau nicht mit der deutschen Wortbedeutung zu vergleichen.
Mit 92 Prozent deutschstämmiger Stadtbevölkerung hat Blumenau den brasilianischen Spitzenplatz inne. Zum Vergleich: in der urdeutschen Stadt Offenbach leben weniger als 50 Prozent deutschstämmige Bevölkerung.

Nahezu irritierend sind in Blumenau die Schilder in portugiesisch/brasilianisch… , so deutsch wirkte es; ein weiteres Indiz dafür ist der Ladenschluss um 18:00 Uhr.

Blumenau kennt in Brasilien fast jedes Kind. Dort wird seit 1984, angelehnt an das Münchener Original, ein Oktoberfest abgehalten. Anlass hierfür war der Bedarf an Finanzmitteln für die notwendigen Wiederaufbaumaßnahmen nach der großen Überschwemmung 1983 durch der Rio Itajai. In den letzten Jahren mauserte sich das Fest mit über 600.000 Besuchern zum zweitgrößten Fest Brasiliens.

Kein Oktoberfest, dafür Weihnachtsmarkt in Blumenau. Viele deutsche Städte, u.a. Bad Kreuznach, können sich da „einige Scheiben abschneiden“.
                    Ich war begeistert, obwohl der Besuch in Sommerbekleidung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war.

Wunderschön sind die Strände von Navegantes, Itajai und Balneário Camboriú (ich hab’s nie geschafft, dies aussprechen zu können). Viele Geschäfte laden um Bummeln ein.

Schön war der Kontakt zu den Menschen dort, vielen Dank nochmals an dieser Stelle.