Moskau – Bolschoi-Theater

Das 1776 gegründete Bolschoi-Theater beheimatet das berühmte Bolschoi-Ballett und ist eines der bekanntesten Opernhäuser Russlands.
In der Sowjetzeit war es darüber hinaus noch Tagungsort für den Parteitag der KPdSU.
Im Rahmen unseres Besuches haben wir keine Vorstellung besucht. Uns wurde jedoch versichert, dass die Gerüchte, dass man keine Karten bekommen könnte, tatsächlich nur Gerüchte seien. Die günstigsten Karten sind bereits ab 8 Euro zu haben. Es wird dringend abgeraten, Karten bei den Verkäufern vor dem Theater zu kaufen. Diese Preise seinen deutlich überteuert.

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Zum Zeitpunkt unseres Besuchs fand vor dem Bolschoi ein kleiner Markt statt. Darüber hinaus war eine kleine Bühne aufgebaut, in welcher für jeden der mitmachen wollte kurze Balletteinheiten bzw. Ballettstunden demonstriert wurden. Wer wollte, erhielt eine Unterrichtung durch die verschiedenen Tänzerinnen.

Bei der Stadtrundfahrt wurden auf die Statue des Apollo auf dem Dach des Eingangs hingewiesen. Früher gab es in Moskau wohl das Sprichwort, dass der Apollo auf dem Bolschoi der einzige nicht betrunkene Kutscher in ganz Moskau sei.
Eine weitere interessante Episode zum Apollo wurde uns im Rahmen der Stadtrundfahrt jedoch verschwiegen. Im Rahmen der Renovierung des Gebäudes, bis 2011, wurde auch die Apollo-Statue renoviert. Dabei wurde auch wieder ein Feigenblatt über dessen Penis angebracht. Dieses war wohl früher auch angebracht, dann aber im Rahmen des II.Weltkrieges „abgefallen“, sodass Apollo nackt die Kutsche steuerte und sein Penis zu sehen war (soweit ich es herausfinden konnte, dreht es sich tatsächlich nur um den Penis, ohne Hoden). In der Sowjetzeit schien sich niemand daran zu stören. Interessanterweise ist der Apollo auch auf dem 100 Rubel-Schein ohne „Bedeckung“ zu sehen.

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Bekannt ist, dass der Eingangsbereich des Bolschois 1941 von einer deutschen Fliegerbombe getroffen wurde (der Angriff galt wohl dem Parteitag der KPdSU). Ob Apollo dabei seine „Bedeckung“ verlor kann jedoch nicht mehr rekonstruiert werden.