Die Klagemauer

Die Klagemauer

Die Klagemauer (bzw. westliche Mauer) ist der heiligste Ort des jüdischen Glaubens und seit 1967 (nach mehr als 2000 Jahren) wieder unter jüdischer Kontrolle. Auf Hebräisch wird die westliche Mauer als Kotel (Mauer) bezeichnet. Die Klagemauer ist der meistbesuchte Ort in Israel.
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass die Mauer kein Teil des Tempels ist (wie allgemein angenommen) sondern Teil des Fundamentes, welches den Untergrund der ursprünglichen Tempelanlage abstützte. Die Mauer ist ca. 20 Meter hoch und besteht aus 25 übereinandergelegten Steinreihen mit den größten Steinen in der unteren Sektion). Weitere sieben Meter 15 Steinreihen) sind unterhalb des Platzes vorhanden.

Klagemauer: Blick zur / Blick von

Das Gebiet an der Mauer ist in vier Areale unterteilt. Ein großer Vorplatz vor der Mauer, eine kleine Sektion für Frauen an der südlichen Seite der Mauer, eine große Sektion für Männer und nördlich einen Teil, der innerhalb der angrenzenden Synagoge verläuft.
Der Platz vor der Klagemauer ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Der Zugang ist kostenlos.

Drei Zugänge sind möglich. Über das Misttor (Reisebuszugang) über die El-Wad-Straße (Verlängerung der Via Dolorosa) und über die Kettenstraße zwischen jüdischem Viertel und muslimischem Viertel. Um auf den Platz zu gelangen ist ein Metalldetektor zu passieren. Taschen und Rücksäcke werden geröntgt bzw. gescannt. Ich habe mich kurz mit einen der Sicherheitsmitarbeiter unterhalten. Dieser sagte mir beim Durchleuchten nicht nur, dass ich Flüssigkeiten im Rucksack hatte… sondern auch genau was (Zahnpaste, Sonnencreme, Aloe-Vera Creme). An der Flaschenform war diese nicht zu unterscheiden. Ich gehe ich davon aus, dass das Gerät mehr kann als einfach nur röntgen. Bestätigt hat mir der Mitarbeiter dieses nicht.

 

Vorplatz:
Der Vorplatz wird für militärische und religiöse Zeremonien genutzt. Für die Besucher ist dieses ein guter Ort um Fotos mit der Mauer im Hintergrund anzufertigen. Ich habe die Chance genutzt um ein Bild von der gegenüberliegenden Seite anzufertigen. So oft die Mauer auf Fotos festgehalten wird, das Gegenüber ist fast nie abgebildet.

Männer/Frauen-Platz:
Die Absperrung markiert den Zugang zum „Gebetsbereich“. Männer sind verpflichtet eine Kopfbedeckung zu tragen. Kostenlos Kippas aus weißem Stoff, die durch die staatliche Western Wall Heritage Foundation angefertigt wurden, werden ausgegeben. Es muss nicht unbedingt eine Kippa sein. Die Vorschrift sagt Kopfbedeckung.
Der Gebetsplatz ist zwischen Frauen und Männern getrennt. Bar Mitzwas finden nahe dieser Absperrung statt, sodass die Mütter und weiblichen Verwandten über die Absperrung schauen können. Für den Zweck einer Bar Mitzwa stehen große Tische bereit, auch welchen die Thora abgelegt wird. Ebenso sind kleine Standtische vorhanden, die man zum Ablegen z.B. des Talmuds oder anderer religiösen Schriften – direkt an der Mauer – nutzt.
Etwas unpassend habe ich die billigen Plastikstühle empfunden – dieses hat jedoch vorwiegend Sicherheitsgründe.

Western Wall / Klagemauer

Bekanntlich werden kleine Zettel mit Wünschen in die Ritzen der Mauer gesteckt Die Western Wall Heritage Foundation stellt Stifte und Zettel zur Verfügung. Über die Website der Foundation können online Zettel geschrieben werden, welche anschließend von Mitarbeitern in die Mauer gesteckt werden. Dies ist möglich unter folgender Homepage:       http://english.thekotel.org/kotel/send_note/.
Einmal im Jahr werden die Zettel entfernt. Anschließend werden diese nicht verbrannt oder vernichtet, sondern begraben. Je nach Füllgrad der Ritzen ist es nicht einfach, die Zettel unterzubringen, ohne die Mauer zu beschädigen. In der Vergangenheit war es bei einigen Besuchern üblich, Nägel zwischen die Ritzen der Mauer zu hämmern. Dieses wird heute nicht mehr praktiziert. Es ist verboten die Pflanzen „zu ernten“ oder anzufassen. Die Ausnahme bildet hier ein medizinisches Anliegen. Einige Frauen kochen einzelne Blätter auf und trinken den Sud, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Seit 2013 findet sich am äußeren Ende der Mauer eine kleine Plattform errichten, auf welcher Männer und Frauen gemeinsam beten dürfen.

Synagoge und Wilson-Bogen
Vom Männerplatz aus ist durch einen Bogen der „überdachte“ Teil der Mauer besuchbar. Dieser befindet sich in einer Synagoge und wird eher selten von Touristen aufgesucht. Ein Grund hierfür könnte sein, dass dieser Teil stets voll ist und von Einheimischen für intensive Gebete genutzt wird. Der Rundbogen dieses Platzes ist ein Teil des Wilson arch (des Wilson Bogens), welcher zur Zeit der Kreuzfahrer auf Grundlage früher Strukturen erbaut wurde.

Marrokhanerbrücke /Mughrabi-Brücke:
Die Mughrabi-Brücke dient Touristen (nicht Juden) als Verbindung vom Platz bei der Klagemauer zum Tempelberg. Die Brücke ist in der Regel von Sonntag bis Donnerstag jeweils vormittags geöffnet. Die Brücke wird von Touristen und israelischen Sicherheitskräften benutzt, um auf den Tempelberg zu gelangen, während die übrigen Tore des Tempelberges ausschließlich durch Muslime genutzt werden dürfen.

Western Wall Tunnel (Klagemauertunnel)

Western Wall Tunnel (Klagemauertunnel)

Glaube, Klutur, Gesichte, vereint in einem 485m langen Tunnel entlang der westlichem Mauer (Klagemauer). An den Überresten des zweiten Tempels finden sich Gläubige, Touristen und Archäologen ein, um das Tunnelsystem zu besuchen und zu erkunden.

Geschichte:
In der Zeit des zweiten Tempels (515 v. Chr. bis zu seiner Zerstörung durch die Römer 70 n. Chr.) verband die Region westlich des Tempels den Tempel und die westlichen Gebiete Jerusalems. Auf dieser Seite der Tempelmauer wurde der Tempel durch vier Tore betreten. Zwei niedrig gelegene Tore und zwei größer Tore auf höherer Ebene. Diese höheren Tore waren durch große Rampen zugänglich. Entlang der Tempelmauer verlief eine gepflasterte Straße.
Nach der Zerstörung des Tempels wurden die Überreste an diese westliche Seite geräumt Im verlauf der nächsten Jahrhunderte entstanden neue Gebäude auf den Trümmern. Unter dieser neuen Struktur verblieben Hohlräume im Untergrund.
Im 19 Jahrhundert erregten diese Hohlräume das Interesse von Entdeckern und Archäologen Entdecker wie beispielsweise Warren und Wilson (welche u. a. als Vorlage für Indiana Jones dienten) gelang es teile des Tunnelsystems freizulegen. Ihr Forschungsdrang wurde durch die osmanischen Herrscher Jerusalems erheblich eingeschränkt. Diese befürchteten, dass eine Gang unter den Felsendom entstehen und somit z. B. auch Sprengsätze in diesen Gängen zünd bar wären. Nach dem Sechst-Tage-Krieg im Jahr 1967 begann die tiefgehende Erforschung und Rekonstruktion des Tunnels, welche noch bis heute fortläuft
Der für Touristen zugängliche 485m lange Tunnelteil, entlang der westlichen Mauer, wurde im Jahr 1996 eröffnet. Die Eröffnung begleiteten von gewaltsamen Protesten (mit Todesfolge) der arabischen Bevölkerung Jerusalems.

Tourbeginn:
Die Tour beginnt am nördlichen Eingang der Klagemauer und würde in der Via Dolorosa (nahe der ersten Station) enden. Die Tour endet geographisch an dieser Stelle. Nach dem Ende der Tour wird der Tunnel am Eingang verlassen. Aufgrund der limitierten Anzahl an Besuchern ist es anzuraten die Tour im Vorfeld zu buchen. Es starten vier Touren (mit ca. 15 bis 20 Personen) pro Stunde. Mindestens eine Tour pro Stunde wird in englischer Sprache angeboten.
Die erste Station der ca. 75 minütigen Tour ist ein kleiner „Warteraum“ mit einem Fernseher und einem topographischen Modell. Nach einer kurzen Powerpoint-Präsentation erklärt der Tourleiter am Modell die Entwicklung der Region um Jerusalem von der ersten Besiedlung bis zum Ende des zweiten Tempels. Persönlich habe im Vortrag noch einige neue Aspekte über das Judentum kennengelernt. Beispielsweise dass das „Foundation Stone“, der Stein auf dem die Bundeslade gestanden haben soll, der erste „Klumpen“ war, welchen Gott in das Weltall warf um um diesen Stein herum die Welt zu erschaffen. Ebenso wurde mir noch einmal klar, warum gerade die westliche Mauer (also die Klagemauer) eine herausragende Bedeutung im Judentum besitzt. Es hätte ebenso ein Mauerteil an einer andern Himmelsrichtung werden können. Die westliche Mauer ist jedoch die Mauer, welche am nächsten zum Foundation Stone und zum ehemaligen Standort der Bundeslade liegt. Näher als an dieser Stelle, gelangt keine Person jüdischen Glaubens an diesen Ort.

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Für die einzelnen Abschnitte der Tour haben sich die englischen Begriffe eingebürgert.
(a) Secret passage
Im Zeitraum der römischen Besetzung war einer der Zugänge zum Tempel über eine lange Rampe bzw. Brücke (heute als Wilson Bogen bezeichnet) zu erreichen. Im siebten Jahrhundert wurde diese Brücke durch die nun arabischen Herrscher erneuert um einen besseren Zugang zum nun muslimischen Felsendom zu erhalten. Im verlauf der nächsten Jahrhunderte wurde die Brücke erneut zerstört und nicht wieder errichtet.
Bereits im Mittelalter waren die Hohlräume an dieser Stelle unterhalb der Stadt bekannt. In diesem Zeitraum bildete sich für die damals ca. 70 Meter lange Passage der Name „secret passage“ heraus.

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(b) Second Temple period stairs
Die Umgebung um die „secret passage“ ist weiterhin ein Gebiet archäologischer Ausgrabungen. Nahe des Wilson Bogens wurde eine zweite Treppe bzw. ein zweiter Aufgang mit Stufen freigelegt.

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(c) Large Hall and Model
Nördlich des Wilson Bogens bzw. den Überresten der Brücke befindet sich eine große unterirdische Halle, die „large hall“. Die Halle bietet eine großartige Aussicht auf den unterirdischen Teil der westlichen Mauer.

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(d) Western Wall – section
An der östlichen Seite der großen Halle sind die verbleibenden Teile der Mauer aus den Zeiten Herodes zu sehen. Ins besonderem ragt hier der „base stone“ hervor. Der Stein ist ca. 14 Meter lang, 4 Meter hoch und hat ein Gewicht von ca. 600 Tonne. Bei genauen Hinsehen ist das abschüssige Gelände zu erkennen. Die Vermutung liegt nahe, dass der Stein hierhin gerollt oder transportiert wurde unter Ausnutzung des Gefälles.
Die Einbuchtungen im Stein dienten der Befestigung von kleineren Steinen. An diesen Steinen wurde im Mittelalter eine Art Putz oder Verkleidung angebracht um die Halle in ein Wasserreservoir umzuwandeln.

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Bemerkenswert ist in der ganzen Halle bzw. dem gesamten Mauerabschnitt, dass kein Zement oder vergleichbares benutzt wurde Lediglich die perfekte Passform der Steine und der Druck lassen die Steine seit mehreren tausenden von Jahren aufeinander ruhen.
(e) Warren’s gate (facing the Holy of Holies)
Das 1867 durch Charles Warren entdeckte Warren´s gate ist eines der unteren Tote des zweiten Tempels und zur damaligen Zeit auf dem Straßenniveau. Zu seiner damaligen Zeit war durch das geöffnete Tor der Standpunkt der Bundeslade und der Foundation Stones zu sehen.

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(f) Opposite the Foundation stone
Der Gang entlang der westlichen Mauer wird durch eine kleine Aussparung bzw. Halle „opposite foundation stone“ unterbrochen. Diese Stelle ist gegenüber des foundation stones. Einige Ausprägungen des Judentums beten an dieser Stelle, anstelle der Klagemauer.

(g) Medieval Cistern
Im hinteren Teil der Tour ist der Weg durch größere Räume unterbrochen. Dabei handelt es sich um alte Zisternen.

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(h) Western Wall tunnel
Im Rahmen der Ausgrabungen zwischen 1980 und 1990 wurde ein modernere Tunnel entlang des unteren Ende der Mauer angelegt. Dieser Tunnel verläuft auf der Eben der ehemaligen Straße zu Römerzeiten. Nach heutigem Wissen stand wurde die Siedlungsstrukturen überhalb des Tunnels erst später erbaut. Im Rahmen der Ausgrabungen der alten Römerstraße ist man immer wieder auf große Felsen und eine große Anzahl von Steinen in Größe einer Wassermelone gestoßen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um Steine welche römische Soldaten auf Angreifer, im Rahmen der Belagerung des Jerusalems, warfen.

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(i) Dressed Bedrock Begins
In der Bauphase des Tempels wurde es notwendig ein Teil des Grundgesteines zu bearbeiten. Dieses Grundgestein verläuft an der nördlichen Seite auf einen höheren Niveau. Die damaligen Ingenieure entschlossen sich dieses Grundgestein zu bearbeiten und den Felsen zu glätten, sodass er dem Mauerwerk an der südlichen Seite des Tempels äußerlich glich.

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(j) Hasmonean Cistern
Bereits in der Hasmoneischen Epoche (140 bis 37 vor Christus) wurde an dieser Stelle eine Zisterne genutzt. Diese wurde durch den im späteren Abschnitt der Tour noch besichtigten Hasmonean Water Tunnel gespeist.

(k) Ancient Guardrail
Die Ausgrabungen brachten einen großen Randstein zu Tage. Er diente dem Schutz der Fußgänger vor einem Sturz in den dahinter liegenden Regenwasserablauf.

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(l) Second Temple period street
Ein kleiner Abschnitt einer Straße aus der Römerzeit ist erhalten. Diese Straße führe entlang der westlichen Mauer. Entgegen der Mauer siedelten sich Händler an. Die sichtbaren Säulen markieren den Eingang zu einem kleinen Laden. Hinter den Säulen fanden die Archäologen kleine Gefäße mit Münzen.
Es ist bis heute unklar, warum der Felsen an dieser Stelle nicht weiter bearbeitet wurde und somit zu einer verengung der Straße bzw. zu einem veränderten Straßenverlauf führte.

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(m) Quarry
Eine Erklärung für das Ende der Straße könnte der Beginn des Steinbruches bzw. Steinlager sein. Es wird vermutet, dass von dieser Stelle aus die Steine zum Bau des Tempels transportiert wurden bzw. sich in den späteren Jahrhunderten an dieser Stelle die Steinmetze niederliesen.
(n) Hasmonean Water Tunnel
Die Tour führt im letzten Abschnitt durch einen Teil des Hasmoneischen Aquädukts bzw. eines Wasser-Tunnels. Bei Starkregen ist dieses heute noch teilweise überflutet. Das Wasser fliest von durch diesen Tunnel in die „Hamonean ciradel“. Zu den Zeiten Herodes nutzten die Einwohner den Tunnel nicht mehr. Das Ende des Tunnels bedingte die Erweiterung des Tempels in nördliche Richtung.

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(o) Ancient Pool
Die Tour endet an ihrem nördlichsten Punkt, dem sogenannten Struthion Pool. Einem großen Wasserreservoir welches das winterliche Regenwasser von den Dächern des angrenzenden Viertels sammelt. Seine erste Bestimmung hatte es als öffentliche Badeanstalt Später nutzten die römischen Besatzer diese Stelle ebenfalls als Badeanstalt, exclusiv für römische Bürger.
Der Pool liegt geographisch im Keller des Notre Dame De Sion (Ecce Homo) Klosters. Der Ursprüngliche Plan sah vor die Tour hier zu beenden. Dieses lehnten die Besitzern des Klosters ab. Alternativ entstand eine Ausgang nahe der ersten Station des Kreuzweges an der Via Dolorosa. Aktuell wird dieser Ausgang nicht genutzt. Flglich laufen die Besucher den Tunnel zurück, was teilweise zu Staus und Gedränge führt. Besuchern mit Platzangst ist die Tour nicht zu empfehlen.

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Haifa

Haifa

Haifa die die drittgrößte Stadt Israels.
Bergig, ein großer Hafen und viele Russen bzw. russischstämmige Israelis.

Das Stadtbild wird dominiert vom Unesco Weltkulturerbe, dem Schrein des Bab. Genauer gesagt vom Schrein und den einen Kilometer langen Terrassen (Bahai-Gärten) über und unter dem Schrein.

Gärten und Schrei der Bahai

Neben dem Bahnhof gelegen ist das 68 Meter hohe Dagonsilo zur Speicherung von Getreide das auffälligste Gebäude.

Dagonsilo am Bahnhof

Im Küstenbereich bestimmen Industrieanlagen und der Hafen das Stadtbild. In Bahnhofsnähe befinden sich die Anlegestellen großer Kreuzfahrtschiffe.

Hafen und Industire am Bahnhof und der Küste

Haifa liegt am Nordhang des Karmelgebirges und somit hat sich die Verkehrsführung den geographischen Gegebenheiten anpassen. Je höher man sich begibt, umso kleiner werden die Straßen. Eine Ausnahme bildete die Louis Promenade, welche einen schönen Ausblick von oberhalb des Stadtgebietes bietet. Wer nicht so weit gehen möchte, kann die Yefe Nof Street aufsuchen und erhält einen guten Blick über die Stadt und einen Teil der Bahai-Gartenanlage.

Haifa besitz die (aktuell) einzige U-Bahn in Israels. Im Grunde ist es eine Standseilbahn, die es ermöglicht, ca. 300 Meter Höhenunterscheid zu überwinden. Dazwischen liegen die Haltestellen am Rande des Zentrums. Die Bedeutung der Bahn für den Personenverkehrt ist heute gering. Im Rahmen eine geplanten Metro-Bus-Linie könnte sich hier in Zukunft jedoch eine Veränderung ergeben, da die U-Bahn-Endstation eine Haltestelle der neuen Buslinie sein wird.

 

Bergauf-Bergab in Haifa

Im Rahmen meines Aufenthaltes sind mir viele russisch sprechende Personen und russische Geschäfte aufgefallen. Teilweise waren in kleinen Lebensmittelläden die Preise auch in Rubeln ausgeschrieben.

Einige Israelis  antworten auf die Frage, warum sie noch nie in Haifa gewesen sind mit: „Ich war zweimal da, aber es war geschlossen“. Haifa ist eine ganz normale Stadt. Es fehlt an Glanz und Besonderem. Haifas gilt als „Arbeiterstadt“, was sich daran zeigt, dass hier am Shabba öffentliche Verkehrsmittel fahren.

Trotz des Arbeiterimages bietet Haifa mehrere interessante Kunstmuseen. Darüber hinaus findet man das lohnenswerte „Israelisches Nationalmuseum für Wissenschaft, Technik und Raumfahrt“. Das „Clandestine Immigration and Naval Museum“ ermöglicht es, alte U-Boote und maritime Militärtechnik zu besichtigen.

 

Kunst und Arbeit
Jaffa

Jaffa

Jaffa ist der südliche und älteste Teil von Tel Aviv-Jaffa. Jaffa ist berühmt für seine geschichtliche Bedeutung und seine Assoziation mit biblischen und mythologischen Geschichten und Erzählungen.
Jona schiffte sich in Jaffa ein, bevor ihn der Wal verschlang. Der Apostel Petrus erweckte Tabea von den Toten und taufte erstmalige einen Heiden. In der griechischen Mythologie ist Jaffna der Ort an welchem Perseus Andromeda vor dem Seeungeheuer errettet.

Jaffa (am Hafen)

Das Holz für den ersten und zweiten Tempel wurde (vermutlich) in Jaffa angelandet. Für die Kreuzfahrer war es der zentrale Hafen um ins Heilige Land zu gelangen. Napoleon belagerte und eroberte Jaffe im Rahmen seiner Ägyptische Expedition.

 

„old Jaffa“

Entlang der Tel Aviv Promenade ist Jaffas Hafen fussläufig zu erreichen. Die meisten Touristen nutzen den ausgeschilderten Eingang zur Altstadt. Dieser Teil der Altstadt ist aufwendig renoviert. Kunstgallerien, Theater, Souvenierläden, Restaurants und Cafés sind im „alten Jaffe“ angesiedelt.

Einige Meter weiter befindet sich der Hafen mit zwei, drei Fisch-Restaurants und einem „Mosaik“ mit Entfernung zu großen Städten. Maler und Künstler haben sich am Hafen und in der Altstadt niedergelassen. Abseits er Touristenpfade ist die Gegend hingegen ärmlich und ungepflegt.

 

Jaffas Hafen

Bereits im Jahr 1865 errichteten französische Ingenieure ein Leuchtturm in Jaffa. Im Jahre 1936 erweiterten die Britten den Hafen und erneuerten den Leuchtturm. Bis 1966 war dieser in Betrieb. Von 1865 bis 1966 stammten alle Leuchtturmwärter aus einer Familie. Die Aufgabe wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

Leuchtturm und Zugang zu „Old Jaffa“

Das markanteste Gebäude der Altstadt ist die Peterskirche. Diese Kirche ist täglich geöffnet. Messen werden in Englisch, Spanisch und Hebräisch abgehalten. Jeden Samstag wird die Messe in polnischer Sprache gelesen. Die Kirchenfenster sind in München gefertigt.

 

Peterskirche und Polizeistation

Innerhalb Jaffas befindet sich die German Colony. Eine durch die Tempelgesellschaft (um 1850 im Königreich Württemberg entstandene christlich-chiliastische Religionsgemeinschaft) entstandene Kolonie. Zunächst betrieben die Templer ein Hotel, ein Krankenhaus mit Apotheke sowie eine Dampfmühle. Wenig später stiegen die Templer in das Transportgewerbe (Waren und Personen) ein und gründeten ein Kaufhaus. Der mit diesen Unternehmungen erzielte Gewinn spiegelt sich im Stadtbild der Kolonie wieder.

Jaffa- Unterwegs zur German Colony

Vor wenigen Monaten öffnete (bzw. wiedereröffnete) das Jaffa Museum seine Türen für Touristen. Ich habe es persönlich nur von außen gesehen und es nicht als einladend empfunden. Die bisherigen Kommentare der Besucher sind nicht positiv: zu klein und zu teuer sind die häufigsten Kommentare.

 

Hof HaCarmel – Carmel Beach

Hof HaCarmel – Carmel Beach

20 Minuten südlich des Stadtzentrums Haifas befindet sich einer der besten Strände Israels. Zumindest wenn man Reiseführern Glauben schenken möchte. Auf den ersten Blick erschließt es sich nicht, warum dieser Strand etwas Besonderes ist.Eine Promenade, drei bis fünf Meter (angelegter) Sand und anschließend Wasser.


Warum dieser Strand sich großer Beliebtheit erfreut zeigt sich beim Blick auf die andere Seite des Sandstrandes.
Restaurants, Bars und „Saftstände“ säumen das Ufer. Alle 100 Meter stehen Toiletten und Duschen zur kostenlosen Verfügung. Hinter den Lokalen sind kleine Parks und Rasen auf kleinen Hügeln bzw. Dämmen angelegt. An mehreren Stellen sind Spielplätze für Kinder und „Sportmöglichkeiten“ für Erwachsene verfügbar.


Die Promenade ist mehrere Kilometer lang und breit. Jogger können sich ohne größere Behinderungen bewegen. Radfahren ist neben der Promenade möglich.
An Wassersportarten wird Windsurfing und Kite-Surfing angeboten. Beachvolleyballfelder sind angelegt.


Vom Strand aus sind die Haifa Mall und Castra Mall fußläufig erreichbar. Kleidung, Computer-Zubehör, Kosmetik und Lebensmittel werden angeboten. Die Malls sind vorwiegend von Einheimischen besucht. Auf Touristen sind die Geschäfte nicht ausgelegt.
Die Orientierung ist etwas schwierig, da die Beschriftungen ausschließlich auf Hebräisch erfolgen.
Der Bahnhof Haifa Ḥof HaCarmel und der Strand sind durch einen kleinen Tunnel verbunden. Vor dem Bahnhof befindet sich der Busbahnhof, welcher neben Stadtbussen ebenfalls von Überlandbussen angefahren wird.
Im Israel-Libanon Konflikt von 2006 endeten an diesem Bahnhof alle Zugverbindungen, nachdem das Bahndepot in Haifa von einer Rakete getroffen wurde.

Mit dem Zug nach Askalon (Aschkelon)

Mit dem Zug nach Askalon (Aschkelon)

Im schwarzen Walfisch zu Askalon wird kein Prophet geehrt, und wer vergnügt dort leben will, zahlt bar, was er verzehrt.
Als Reminiszenz an meiner Studentenzeit durfte ein Besuch in Askalon ( heute Aschkelon geschrieben) nicht fehlen. Hatte ich doch in Verbindungszeiten ab und zu das Studentenlied im schwarzen Walfisch zu Askalon intoniert und mich für ein Seminar mit der damals größten Meerwasserentsalzungsanlage in Aschkelon beschäftigt.

Leider ist die Anlage nicht besuchbar und kein Gastwirt ist auf die Idee gekommen seine Lokalität zum schwarzen Walfisch zu nennen. Somit war mir klar, dass es sich um einen kurzen Aufenthalt handeln würde.

Ashod Ad Halom
Die Zugfahrt führt entlang an Feldern und Plantagen. Immer wieder hält der Zug an kleineren Bahnhöfen. Geschichtlich interessant ist der Punkt Ashod Ad Halom. Ad Halom bedeutet ungefähr bis hierhin und nicht weiter. Es markiert den Punkt, bis zu welchem die ägyptische Armee im Jahre 1948 in den Staat Israel eindrang. Mit etwas Glück sind vereinzelnd noch alte Bunkeranlagen (der Briten) aus dem Zug zu erkennen.

Untwerwegs in Ashod

Darüber hinaus sind in Ashod mehrere Monumente für die gefallenen Soldaten beider Seiten aufgestellt. Aus dem Zug ist dieses nicht sehen. Ebenso befindet sich in Ashod seit dem 13. Jahrhundert eine Brücke über den Lakhisch Fluss. Die Bahnbrücke wurde neben dieser Brücke erbaut und die Brücke ist heute zur Autobahnbrücke umfunktioniert. Somit ist dieses Bauwerk vom Zug aus nicht in Augenschein zu nehmen.

Aschkelon
Der Bahnhof Aschkelons liegt circa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Im Internet war zu lesen, dass sich ein großes Einkaufszentrum direkt neben dem Bahnhof befindet. Mein erster Abstecher war somit das Einkaufszentrum.

Ashkelon Station

Was für eine Enttäuschung. Ein großer Supermarkt, zwei Schuhgeschäfte, eine Art Baumarkt, zwei Restaurants und ein großer Parkplatz.

 

„Shopping-Mall“ am Bahnhof

Zurück zum Bahnhof und mit dem Bus ins Stadtzentrum. Zu Fuß ist Stadtzentrum nicht zu erreichen.An der Straße ist kein Gehweg angebracht. Das Stadtzentrum ist eher enttäuschend. Die dominierende Bevölkerung scheint aus Russen, Italienern und jungen Amerikanern zu bestehen. Bei den Amerikanern handelt es sich um Studenten im Auslandssemester. Der Hafen ist recht angenehm und modern. Ansonsten hat die Stadt keine Fotomotive zu bieten.

Außerdem befinden sich außerhalb der Stadt archäologische Ausgrabungsstätten. Waschsalon liegt nahe an Gaza-Stadt und im „Einzugsgebiet“ der Raketen. Bei genau hinsehen sind vor einigen Haltestellen steinerne Unterstände (Bunker) zu erkennen.

Lod
Die Rückfahrt erfolgt über eine andere Streckenführung. Es geht vorbei an Lod. Lod hat den größten Güterbahnhof des Landes und somit fährt der Zug lange an Rangiergleisen und wartenden Zügen vorbei. In den einsehbaren Wagons ist der Schrotthandel bzw. -transport dominierend.

Lod und Rückweg

Zwischen Lod und Tel Aviv führt die Strecke am Flughafen vorbei. Aufgrund der Lärmschutzwende ist die Aussicht versperrt. Entschädigt wird dieses später, zumindest ein wenig, durch einen guten Ausblick auf die Skyline der Stadt.

 

Unterwegs in Tel Aviv und Israel (Transportmittel)

Unterwegs in Tel Aviv und Israel (Transportmittel)

Israel (allgemein)
Wer keine Reise mit einem Touristenbus buchen möchte, kann im wesentlichen auf Taxi, Überlandbus und Zug zurückgreifen. Die Wahl des Transportmittels ist wesentlich vom Ziel beeinflusst. Küstennah empfiehlt sich der Zug. Nach Jerusalem der Überlandbus.

Es ist nahezu unmöglich mit dem Zug nach Jerusalem zu gelangen.  Wer aufgrund von Sicherheitsbedenken vom Überlandbus Abstand halten möchte, sollte sich für ein Sherut Taxi entscheiden. Diese sind wesentlich billiger als „echte“ Taxis und bisher ist kein Anschlag auf ein Sherut bekannt.


Tel Aviv
Tel Aviv erhält in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine U-Bahn. Der Spatenstich ist erfolgt. Bis zur Fertigstellung ist das öffent liche Transportnetz eher als touristenunfreundlich zu bezeichnen.

Busbahnhof / Metrobaustelle / Taxi & Bus

Fahrrad:
Positiv wäre es, wenn man als Tourist die Leihfahrräder nutzen könnte. Dieses ist kaum möglich, da diese zur Registrierung eine israelische E-Mail Adresse oder eine israelsishe Handy-Nummer verlangen. Wer keine Leihkarte über sein Hotel beziehen kann, ist praktisch von der Nutzung ausgeschlossen.

Bus:
Die Buslinien scheinen alle interessanten Orte in Tel-Aviv zu verbinden. Wer hier auf entgegenkommende Fahrer hofft, wird eine Enttäuschung erleben. Kein Hebräisch = keine Möglichkeit ein Ticket zu kaufen oder Fragen zu stellen.

Taxi:
Normale Taxis: Jeder Taxifahrer scheint Englisch zu sprechen. Grundsätzlich werden zwei Optionen angeboten. Entweder den Buchpreis für typische Strecken (zum Flughafen, zum Busbahnhof) zahlen oder das Taximeter wird angeschaltet. Der Buchpreis ist kaum zu gebrauchen, da das Buch auf Hebräisch geschrieben ist und Touristen somit Gefahr laufen, einen „Mondpreis“ genannt zu bekommen.
Sherut-Taxis: Sheruts sind Sammel-Taxis bzw. Kleinbusse. Diese verkehren nicht ausschließlich in den Städten sondern verbinden ebenso verschiedene Städte miteinander. Sheruts werden überwiegend von Palistinänsern betrieben und ermögichen somit die Fahrt in die palistinänischen Autonomiegebiete. Die meisten Sheruts haben feste Abfahrtspunkte und eine Art Fahrplan. Mit etwas Glück findet sich ein englischsprachiger Fahrer (Frauen habe ich weder in Sheruts noch in „echten Taxis“ als Fahrerinnen gesehen).

Zug:
Die Bahnhöfe Tel Avivs liegen für Touristen ungünstig, weit vom Strand entfernt. Es verkehren Doppelstockzüge. Innerhalb Tel Avivs besteht die Möglichkeit an den Haltestellen HaHagana (Hauptbahnhof), Ha Shalom (Einkaufszentrum Azrieli Mall) und  Universität ausstiegen. Der Flughafen ist mit dem Zug innerhalb von ca. 15 Minuten zu erreichen.  Eine weitere mögliche Station ist Bnei Brak. Diese gehört zum Industriegebiet und bietet somit keinen vernünftigen Grund zum Aussteigen.


Jerusalem:
Eine Fahrt nach Jerusalem ist aktuell mit mindestens 40 Minuten Stau verbunden. Die Regierung investiert aktuell in den Ausbau der großen Zubringerstraßen und möchte somit die Stauzeit um geschätzte zehn Minuten reduzieren.

Da es keine direkte Zugverbindung in das Stadtzentrum Jerusalems gibt, habe ich mich für den Überlandbus entschieden. Vom Busbahnof verkehrt eine Straßenbahn zum Stadtzentrum. Persönlich bin ich die ca. 3,5 km gelaufen um zumindest ein weniger „Pilgerfeeling“ zu erhalten und etwas von der Stadt (dort wo tatsächlich die Menschen wohnen und arbeiten) zu sehen.
In Jerusalem ist zu beachten, dass der Sabbat ernst genommen wird. Am Sabbat hat man es schwer, eine Transportmögichkeit zu nutzen.