Von der Grenze bis Ulaanbaatar

Von der Grenze bis Ulaanbaatar

In den ersten Morgenstunden durchqueren wir Steppe, um anschließend für eine Stunde eine karge, wüstenähnliche Landschaft zu durchqueren. Zum Ende der Wüstenlandschaft stoppte der Zug in einer befestigten Ortschaft. Die monotonen eingeschossigen Häuser vermittelten ein tristes Bild. Ein menschenleerer Bahnhof verfestigte diesen Eindruck. Wie gewohnt folgten wir unserm Ritual: aussteigen, Foto machen, einsteigen, fertig.

Mit zunehmender Fahrtdauer nehmen die Gräser zu und die Farbe der Landschaft wird grüner. Aus dem Fenster der Bahn sind die ersten Tiere zu beobachten. Zunächst Kamele und Pferde, später Ziegen und Scharfe. Mit Zunahme der Sättigung der Grünfärbung kommen weitere Tiere hinzu. Frei weidende Kuhherden und Greifvögel sind nahezu alle zehn Minuten zu erspähen, sowie immer wieder Gruppen von Pferden.

Hin und wieder sehen wir Jurten in der Landschaft. An der Unterführung eines Bahndammes warten mongolische Hirten – in traditioneller Kleidung -. Mit zunehmender Nähe zur Hauptstadt wandelten sich die Pferde zu Motorrädern und Quads. Vor den Jurten parkten Geländewagen und auf den Jurten sind Satellitenschüsseln befestigt.

Mehrere Stunden fahren wir, immer leicht ansteigend, durch eine grüne Landschaft mit an den Seiten leicht ansteigenden Hängen. Die Bahnstrecke führt in langgezogenen Kurven an den sich nun rechter Hand auftürmenden Hügeln vorbei und ermöglicht somit tolle Fotogelegenheiten, um die Länge des Zuges festzuhalten.

 

Circa zwei Stunden vor Erreichen der Hauptstadt sind hin und wieder kleinere feste Siedlungen zu erkennen. Die Häuser sind buntgestrichen. In der Nähe einer Ortschaft führt die Bahnstrecke an einer vergoldeten Statue und mehreren aufgereihten Stupas  vorbei.

Die Einfahrt nach Ulaanbaatar erfolgt entlang eines Berges, sodass die Ausdehnung der Stadt gut zu erkennen ist. Wir überqueren den Fluss Tuul mit seinem glassklaren Wasser und sehen neben der Bahnstrecke die MCS Tiger Brewery, einen orange-roten Kasten im sonst eher einstöckigen Industriegebiet.

Nach ungefähr 10 Minuten ist der Bahnhof erreicht. Zuvor sind am Rande noch mehrere alte Lokomotiven zu erkennen, welche zwischen Bahnlinie und Straße ausgestellt sind.

Bahnhof Ulaanbaatar

Bahnhof Ulaanbaatar

Der Bahnhof in Ulaanbaatar  ist ein großes, im sowjet-klassizistischen Baustil errichtetes Gebäude. An der Stirnseite des Hauptgebäudes ist der Name der Stadt sowie die auf den Dächern der Seitengebäude die Bezeichnung Railway und Station in großen Buchstaben angebracht. Von der Gleisseite in grünen Buchstaben und in lateinischen Schriftzeichen, von der Stadtseite in roten Buchstaben und kyrillischen Schriftzeichen.

Der Platz zu den Gleisen hin ist groß, sauber und mit überdachten Sitzgelegenheiten ausgestattet. Ein ruhiger Bahnhof. Im Bahnhofsgelände findet sich ein Ticketverkaufsschalter, eine Wechselstube und vis-a-vis eine Polizeistation.

Die Wartebereiche sind großzügig gestaltet und mit Kronleuchtern versehen. An den Wänden sind Landschaftsposter in die mit Stuck abgesetzten Rahmen eingelassen. Die Wände sind in einem hellen Blau und nach oben in Terrakotta bzw. einem gelb-orange-Ton gehalten. Steckdosen waren zunächst  unauffindbar. Die Toiletten sind sauber und in gutem Zustand. Die Anzeige der nächsten Züge erfolgte über den Aushang eines Papierausdrucks.

Die Bahnhofsgegend hat einen schlechten Ruf. Es ist nicht die schönste Gegend, Sicherheitsbedenken hatten wir dennoch nicht. Rechter Hand des Bahnhofes sind in kleinen Garagen bzw. aneinander gereiten Containern kleine Lebensmittelgeschäfte (Getränke, Alkohol, Reis, Gemüse) untergebracht. Die fehlenden Fenster dieser Läden lassen die Szenerie zwielichtig wirken, was vermutlich auch den schlechten Ruf der Gegend erklärt. Vor dem Bahnhofsgebäude findet sich ein Taxistand und seitlich einige Bushaltestellen.

Störend verhielt sich ein Bettler, der uns zeichnen wollte und dafür Geld verlangte. Schnell war dieser Person klar gemacht, dass ich kein Interesse am Erwerb einer Zeichnung habe. Wenig später versuchte er es bei meinem Vater. Ein strenger Blick meines Vaters reicht aus, um ihn zu verscheuchen.  Etwas distanzlose Kinder beobachteten meinen Vater, was vermutlich auf seinen weisen Bart zurückzuführen war.

Einzige Attraktion des Bahnhofes ist eine ausgestellte alte Dampflok. In Deutschland aus Sicherheitsgründen unvorstellbar, konnte die Lok teilweise betreten werden Der Eingang zum Unterstand war verschlossen und lediglich durch das Fenster einsehbar. Nachdem mich mein Vater spaßeshalber als feiges Huhn bezeichnete, fühlte ich mich aufgefordert den Kessel zu erklimmen und dieses in einem Beweisfoto festzuhalten.

Einkaufen in Ulaanbaatar

Einkaufen in Ulaanbaatar

Unseren Zwischenstopp in Ulaanbaatar nutzen wir zum Auffüllen unseres Reiseproviants und verknüpften dieses mit dem Besuch mehrerer Kaufhäuser.

Unsere erste Anlaufstelle, ein kleines Kioskgebäude auf halber Stecke zwischen Hotel und Innenstadt, versorgte uns mit Getränken und Instant-Nudeln für die Fahrt.
In einem Tante-Emma-Laden im Wohngebiet der Stadt haben wir uns einen Überblick über das „normale Einkaufsleben“ der Bewohner verschafft. 90 Prozent der angebotenen Artikel waren uns bekannt. Dort ist alles zu kaufen, was in Deutschland beispielsweise in einem Bahnhofsgeschäft angeboten wird. Teilweise in den deutschen Verpackungen. Milka-Schokolade, Haribo und deutsches Bier sind einige Beispiele.

Auf der oberhalb des Klosters Gandan verlaufenen Ard Ayush Avenue bieten moderne Einkaufszentren den Bewohnern der Stadt ein vollumfängliches Einkaufssortiment.

In der Peace-Street findet sich das größte Warenhaus der Stadt, das 2009 renovierte „Ich Delgur“. Schräg gegenüber eröffnete vor einigen Jahren eine weiteres Warenhaus, das Tushig oder Ulaanbaatar. Im Tushig ist gerüchteweise das Sortiment etwas geringer, dafür weniger Gedränge und bessere Preise.

Das „Ich Delgur“ bietet auf fünf Etagen eines mit Karstadt vergleichbaren Sortiments. Erkennbar ist die Entwicklung zum Hochpreissegment. Im Erdgeschoss finden sich Flag-Ship Stores nahezu aller bekannten Weltmarken der Kosmetik- und Schmuck-Branche. Der hintere Teil des Erdgeschosses beinhaltet eine gut sortierte Lebensmittelabteilung. Außergewöhnlich ist hier ein großer Edelstahltank für Kwas. Kwas hatte bei mir bisher nur einen Bezug zu Russland. In den nächsten Etagen finden sich Textilien, Möbel und  hochwertigen Elektronik. Einen Blick wert ist die Outdoor-Abteilung, welche allerlei nützliche Dinge für eine Tour durch die Mongolei bereithält. Touristen zieht es unters Dach. Dort ist ganzes Stockwerk Souvenirs und Mitbringsel und traditioneller Kleidung gewidmet.

In der Sukhbaatar Straße befindet sich eine Mall des METRO Handelsunternehmens. Diese besuchten wir nicht. Das Sortiment ist mit dem deutschen Sortiment vergleichbar und nicht auf die Gegebenheiten des Landes angepasst. Ein bemerkenswerter Nebeneffekt ist, dass die Homepage der Mall auf Englisch betrieben und der Bezug zum Land nicht erkennbar ist. Im Januar, bei minus 26 Grad Celsius, werden auf der Internetseite Bikinis, Badehosen und Badeanzüge angeboten. Meiner Vermutung nach handelt es sich um das Angebot von METRO-Australien.

Drei weitere Einkaufszentren sind in bzw. neben den leicht erkennbaren Hochhäusern und Hotels des Chinggis Hotels, des Grand Plazas und des Ramada Hotels besuchbar. Das größte Einkaufszentrum, das Sky Center, ist unmittelbar beim Chinggis Hotel untergebracht. Überteuerte Preise und Koreaner, so unser Eindruck. Das gesamte Angebot scheint auf Koreaner ausgelegt.

Im Bürohochhaus Grand Plaza sind die unteren sechs Etagen an Fachgeschäfte und Boutiquen vermietet. Die einzelnen Landenflächen sind durch Glaswände getrennt. Dem Gebäude ist anzumerken, dass es als Bürogebäude konzipiert wurde. Persönlich gefällt mir diese Art an Geschäften nicht. Bemerkenswert ist der Gegensatz zwischen teuren und günstigen Geschäften auf den gleichen Etagen.

Gegenüber des Grand Plaza befindet sich das Luxus-Kaufhaus der Stadt. Das Maxmall im Gebäude des Ramada Hotels.

 

Von Ulaanbaatar bis zur Grenze

Von Ulaanbaatar bis zur Grenze

Abfahrt

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Von der Hauptstadt Ullanbaatar ging es mit der transmongolischen Eisenbahn weiter.

Mongolische Züge

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In vielen Reiseberichten ist nichts gutes über die Züge der Mongolischen Eisenbahn zu lesen. Wir können dieses jedoch nicht bestätigen. Möglicherweise sind die Züge tatsächlich älter und weniger modern, jedoch wird von den Mitarbeitern deutlich mehr Wert auf Sauberkeit und das „Wohlbefinden der Reisenden“ gelegt.

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Auch das WC war diesesmal in einem deutlich besseren Zustand – im Vergleich zum vorherigen chinesischen Zug.

 

Bahnhöfe unterwegs

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Die Zwischenstationen sind kaum der Rede wert. Offiziell hält die Eisenbahn in Erdenet, Darchan und Süchbaatar. Erdenet ist die zweitgrößte Stadt und Darchan die drittgrößte Stadt der Mongolei. Nun können wir die Städte nur nach deren Bahnhöfen beurteilen, danach scheint es jedoch keine Notwendigkeit zu geben sich, die Städte genauer anzusehen.

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Die Zwischenstation und Haltezeiten können -wie in den anderen Zügen auch- einem Aushang entnommen werden. Hier ist jedoch darauf zu achten, welche Zeit den Reverenzrahmen bildet (Moskau-Zeit, Peking-Zeit oder Orts-Zeit).

Abfahrt aus Ullanbaatar

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Ullanbaatar ist schnell verlassen. Nach ca. 10 Minuten hat man die Stadt hinter sich gelassen.

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Entlang am Fluss

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Lange folgt die Bahnstrecke einem Fluss. Das Wasser ist klar und hin und wieder sind Angler zu sehen. In der Mongolei gibt es etwa 1.200 Flüsse mit einer Gesamtlänge von fast 70.000 km. Es ist jedoch fraglich, wie lange dieses noch der Fall seien wird. Die Desertifikation der Gewässer ist ein großes Problem. Laut den letzten Angaben (aus 2007) sind 852 der Flüsse und Bäche und mehr als 1000 der Seen ausgetrocknet oder verschwunden.

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Es ist nicht verwunderlich, dass alle Flüsse der Mongolei im Winter zufrieren, bedenkt man die klimatischen Bedingungen.

Strecken-Impressionen

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In einigen Reiseführern steht geschrieben, die Strecke wäre eintönig und eher langweilig. Man kann dieser Meinung sein, wenn man auf spektakuläre Landschaftsformationen und Städte am Streckenrand hofft. Im Grunde schaut man lange Zeit nur auf „grün“. Persönlich haben wir die Weite und die verschiedenen Grünschattierungen jedoch sehr angenehmen und beruhigend empfunden.

Es gibt immer etwas zu entdecken

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Das geübte Auge kann immer wieder Tiere und kleine Jurten am Horizont erkennen. Ebenso kann man eine große Anzahl an Greifvögeln beobachten (jedoch aus der Bahn nicht gut fotographieren). Die großen Flächen lassen es dabei zu, dass man sich langsam einem „entdeckten“ Punkt nähert und sich anschließend wieder davon „entfernt“. Es mag Menschen geben, die mit der Bahn fahren um anzukommen – für dieses ist es sicherlich quälend lange. Wer jedoch mit der Bahn fährt um „zu schauen“ und “ unterwegs zu sein“, der wird an der Mongolei seinen Gefallen finden.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Transmongolischen Eisenbahn

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Die in 1520-mm-Breitspur trassierte Strecke wickelt etwa 90 % des Warenverkehrs mit den Nachbarstaaten ab. In der Mongolei ist die Strecke (der größte Teil) eingleisig . Somit begegnet man langen Güterzügen an Bahnhöfen und an wenigen Stellen entlang der Stecke. Grundlegend konnten wir drei wesentliche Wagontypen immer wieder beobachten. Öl, Holz und (leere) Kohlewagen.

Urbanisierung

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Immer mehr „Nomaden“ lassen sich in den letzten Jahren nieder. Das bedeutet, dass ein Stück Land gekauft und dort die Jurte errichtet wird. Nach und nach, wenn es die finanziellen Mittel zulassen, wir ein Haus gebaut. Auf unsere Fahrt sind uns immer wieder massive Holzzäune zur Grundstücksbegrenzung aufgefallen. In vielen Fällen war jedoch eine Seite (meistens hangabwärts) offen. Es konnte uns jedoch niemand erklären, ob dieses z.B.  dem Wind oder dem Schneefall geschuldet ist. Während der Zugfahrt sind wir mit einigen Mongolen ins Gespräch gekommmen. Niemand konnte uns erklären, warum die Grundstücke immer so massiv eingezäunt sind, während es im Land sonst kaum Zäune, Wände, Wälle etc. gibt.

Es wird Abend

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Gegen Abend verändern sich Landschaft und Licht. Das eher orange Abendlicht bildet mit der nun eher sandigen Steppe ein schönes Bild. Durch das Personal werden Bettbezüge gereicht. Diesmal in einer eigenen (verschlossenen) Plastiktüte. Die Bettbezüge sind frisch aus der Reinigung und sauber. Jedoch ist allen Reisenen klar, dass die Nacht kurz sein wird, da um 2 Uhr nachts der Grenzübergang nach Russland bevorsteht.

Grenzübgergang

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Kurz vor der Grenze fährt man durch´s Niemandsland. Ohne jegliche Lichtverschmutzung ist dies eine hervorragende Möglichkeit nach Sternen und der Milchstraße zu schauen. Es ist ein spektakulärer Ausblick. Insbesondere das Sternbild „Großer Wagen“ hängt tief über dem Land.

Wir wurden vor dem Grenzübertritt von den monglischen Staatsangehörigen vorgewarnt, dass es in Russland sehr streng zugehen würde. Für „uns Europäer“ war es jedoch „leicht“; lediglich die nachtschlafende Zeit störte alle Reisenden gewaltig.

Im Zug mussten alle Abdeckungen geöffnet werden. Schlafen war verboten und alle Mitreisenden mussten sich auf die unteren Betten setzen.

Auf nach Russland

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Zur Grenzkontrolle:
Ausweiskontrolle, Gepäck vorzeigen, Zoll-Formular abgeben. Nach ca. 30 Minten mussten wir unser Gepäck vorzeigen (in unsere Taschen wurde nicht geschaut – in die Taschen der Mongolen schon). Nach ca. 10 Mintuen ging ein Hundeführer mit Hund durch den Zug. Weitere 20 Minuten später lief (vermutlich) ein Ärztin mit einer Wärmebildkammera durch den Zug und filmte uns ab. Wir gehen davon aus, dass nach Fieber-Erkrankungen gesucht wurde.

Die Grenzerinnen waren junge russische blonde Frauen, die uns gegenüber sehr freundlich und nett waren. Wie man auf den Bildern erkennen kann, liegt die Grenze ziemlich im Niemandsland und die Grenzerinnen und Grenzer sind auch direkt dort untergebracht. Dann auch noch mitten in der Nacht arbeiten – es wundert mich nicht, wenn die Damen und Herren auch mal schlechte Laune haben.
Aber auch hier gilt: ist man selber nett und freundlich, bekommt man dieses auch zurück.

Gandan Kloster

Das Gandantegchinlen Kloster (kurz: Gandan Kloster) zählt zu den bedeuteten Klöstern der Mongolei. Das im tibetanischen Stil des Buddhismus erbaute Kloster liegt auf einen Hügel westlich des Stadtzentrums.

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Betritt man das Kloster durch den Haupteingang, sieht man auf der rechten Seite einen etwas abgegrenzten Teil mit zwei Tempeln. Der nordöstliche Tempel – Ochidara Tempel (auch Gandan Süm genannt) wird heute für einen Großteil der wichtigsten Zeremonien genutzt.  Bei geöffneter Tür ist es möglich, daran teilzuhaben.

Gegen 9 Uhr morgens beginnen die Zeremonien der ca. 150 im Kloster lebenden Mönche.

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Folgt man dem Kora(pilger)-Pfad im Uhrzeigersinn um das Gebäude herum, erblickt man eine größere, hinter Glas stehende, Statue. Diese zeigt Tsongkhapa, den Gründer der jüngsten der vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus. In diesem Bereich befindet sich ein kleines zweistöckiges Gebäude, der Didan-Lavran Tempel. Hier hielt sich der 13. Dalai Lahma auf, nachdem er 1904, bedingt durch die Invasion der Britischen Truppen, Nepal verlassen hatte.

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Der Hauptpfad führt an mehreren Stupas vorbei und endet am Migjid Janraisig Süm, der Hauptattraktion des Klosters. Innerhalb des Gebäudes sind an den Wänden hunderte von Abbildungen von Ayush, dem Buddha der Langlebigkeit zu sehen. Domminiert wird der Innenraum jedoch von der 26 Meter hohen Migjid Janraisig Statue. Es handelt sich um die größte Indoor-Staute der Welt. Migjid Janraisig (Sanskrit: Avalokiteshvara) ist die Bodhisattva (Erleuchtungswesen) des universellen Mitgefühls und die Schutzpatronin des Landes Tibets.

DSCN0900Der Bau der Statue wurde 1911 vom achten Bogd Kahn (religiöses Oberhaupt des Buddhismus in der Mongolei) in Auftrag gegeben. Er verband damit die Hoffnung, dass er seine Sehkraft zurückbekommen würde, welche er durch eine Syphilis-Erkrankung zu verlieren drohte. 1937 wurde diese Statuen von den Sowjets abgebaut, eingeschmolzen und Patronen daraus gegossen.

1996 wurde, mit Hilfe von Spendern aus Nepal und Japan, die neue Staute aufgestellt. Die Statue ist aus Kupfer gefertigt und mit Blattgold überzogen. Es handelt sich um einen Hohlkörper, welcher mit 27 Tonnen medizinischer Kräuter gefüllt ist (334 Sutras (einprägsame Lehrtexte) und zwei Millionen Bündeln mit Mantras).

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Im Osten des Tempels befindet sich ein College für buddhistische Philosophie. Dieser Gebäudekomplex beinhaltet auch ein gelbes Gebäude, welches Kalachakra (eine Art Yogatantra) gewidmet ist. Die im Westen des Klostergeländes gelegene und 1970 gegründete Öndör Gegeen Zanabazar Buddhist University ist für Besucher nicht zugänglich.

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Im Rahmen unseres Besuches konnte ich (Christoph) einige Besucher beobachten, welche  einen unscheinbaren Pfahl umrundeten, diesen dabei berührten und eine Art Lied summten.
Etwas Ähnliches habe ich (Christoph) im Rahmen meiner Weltreise (ich war u.a. in Nepal) nicht gesehen und konnte auch keine weiteren Informationen darüber finden.

Erlian / Erenhot – Grenzübergang in die Mongolei

Die wichtigste Information vorneweg: Steigen Sie aus (sobald sie dürfen), kaufen Sie in der Zollstation ein und kehren Sie dann umgehend zum Zug zurück. Sollten Sie nicht zurückkehren, müssen Sie mehrere Stunden im Zollgebäude verbringen und verpassen die Umstellung der Spurbreiten.

Erlian (offiziell Erenhot) erreicht man spät in der Nacht. Erlian ist zum einen der Grenzübergang in die Mongolei, zum anderen erfolgt hier die Umstellung der Spurbreiten von der in China üblichen Standardspurweite auf die russische 1.520 mm Spurweite.
Das 966 Meter hohe Erlian ist schon von weiten zu erkennen. Hotels, Spielcasinos und viele Gebäude sind mir LED´s beleuchtet. Die Stadt ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen des freien Handels und Güterverkehrs auf die Stadtentwicklung. Bis 1992 war die Stadt Speergebiet und hatte ca. 8.000 Einwohner. Zwischenzeitlich ist die Einwohnerzahl auf über 100.000 angestiegen. Erlian ist neben dem Bahn- und Grenzübergang noch für die hier gefundenen Dinosaurier-Skelete und -Eier bekannt. Diese gehören zu den am besten erhaltenen in ganz Asien.

SAM_0439Die chinesische Grenzkontrolle erfolgt recht belanglos. Zunächst wird man vom Zugpersonal auf die bevorstehende Kontrolle hingewiesen. Das Personal begleitet die Kontrolleure anschließend ins Abteil (zumindest bei den Touristen). Dort werden die Pässe und die zuvor ausgegebenen Erklärungen zu möglichen zu verzollenden Gegenständen eingesammelt. Eine Kontrolle der Pässe oder des Gepäcks findet nicht statt.

Nachdem alle Pässe aus dem Wagon eingesammelt wurden, darf man den Waggon verlassen. Im eher schlechte beleuchteten Bahnhofsgelände sticht das Zollgebäude mit Warteraum hervor. Im ersten Stock befindet sich ein Kiosk (Alkohol / Zigaretten) und ein kleiner Einkaufsladen. Eigentlich liegt dieser Einkaufskiosk bereits auf der Zollseite und ist durch eine Sicherheitstür getrennt. Der geschäftstüchtige Besitzer lässt – ohne dass das Zollpersonal etwas dagegen hätte – jedoch immer kleine Gruppen von ca. 10 Personen hinein, sodass man sich hier mit Lebensmitteln und Getränken versorgen kann. Wir haben hier einen Korb mit frischen Mirabellen und Äpfeln erworben.

SAM_0440Nach unserem Einkauf sind wir zurück zum Zug. Hier fanden bereits die ersten Rangierarbeiten statt, sodass wir ein paar Minuten warten mussten. Es war jedoch kein Problem wieder einzusteigen. Später wurde uns berichtet, dass die Reisenden, welche nicht rechtzeitig zurück waren, für die Zeit der Rangierarbeiten im Zollgebäude eingeschlossen wurden.

Es lohnt sich definitiv früh zurück im Zug zu sein. Nicht nur dass man hier deutlich besser schlafen kann, sondern vor allem da man die Veränderung der Spurweite selbst sehen und miterleben kann.

Hierzu wiSAM_0443rd immer ein Wagen abgekoppelt, das“ Fahrgestell“ gelöst und der Wagen anschließend auf ca. 2 Meter Höhe hochgefahren. Innerhalb der Schiene ist ein Förderband angebracht, welches anschließend die chinesischen „Fahrgestelle“ abtransportiert und die russischen „Fahrtgestelle“ wieder unter die Wagen transportiert. Per Hand werden diese anschließend ausgerichtet und der Wagen wieder abgesetzt. Mit langen Bolzen erfolgt anschließend die Befestigung am Zug.

SAM_0444Sobald dieser Vorgang abschlossen ist, fahren die Wagons zurück in den Bahnhof von Erlian. Hier erhält man anschließend vom Zugpersonal (nach meiner Erinnerung) die Pässe zurück. Natürlich dürfen nun auch die noch wartenden Mitreisenden einstiegen.

Bei der Ausfahrt aus China stehen die Zollmitarbeiter und Sicherheitsleute Spalier. Ebenso wird aus Lautsprechern ein Lied am Bahnhof eingespielt. Nach ca. 20 Minuten Fahrt erreicht man anschließend die Grenzkontrolle der Mongolei.

 

 

 

Süchbaatar-Platz / Chinggis Square

Süchbaatar-Platz / Chinggis Square

Im Zentrum der Stadt liegt der Süchbaatar-Platz. Er ist  nach dem mongolischen Revolutionär benannt wurde, von dem sich auch der Namen der Stadt ableitet. Neuerdings wird der Platz auch als Chinggis Square bezeichnet. 2013 wurde der Platz offiziell in diesen Namen umbenannt, jedoch ist dieses weiterhin in der Diskussion und eine Rückbenennung in naher Zukunft  scheint nicht ausgeschlossen.

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Ulan Bator war wahrscheinlich die Stadt in Asien, die sich derzeit am schnellsten veränderte. Dieses ist am Süchbaatar-Platz unübersehbar. Aber auch der Einbruch der Wirtschaft und damit der einhergehende Stopp großer Bauprojekte kann aktuell eindrucksvoll gesehen werden. Die Skyline pendelt zwischen Tradition und Modern, unterbrochen von im Rohbau stehenden Hochhäusern und nicht abgeschlossenen Bauprojekten. Vor die sozialistischen Wohnblocks sind Geschäfte und Restaurants vorgebaut, welche mit Luftreklame und teilweise aufwendigen LED-Technik für internationale Produkte werben.

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Am nördlichen Ende des Platzes befindet sich das neu restaurierte Regierungs-Gebäude samt Dschingis-Khan-Gedenkstätte. Neben der Statue für Dschingis-Khan sind zur rechten und zur linken noch Statuen für  Ögedie Khan (Dschinigs 3 Sohn)  und Kublai Khan (einer der Enkel Dschingis) aufgestellt. Darüber hinaus „bewachen die Statuen einer Art Leibgarde zu Pferde den sitzende Dchinigis. Zuvor befand sich hier das Sükhbaatar’s Mausoleum, welches dem Lenin Mausoleum nachempfunden war. Ob die gewissen Ähnlichkeit des vom Paltz aus sichtbaren Gebäudeteil zum Reichstag in Berlin, bei der Erweiterung /den Umbauten im Jahr 2005/06 beabsichtigt war, ist nirgendwo niedergeschrieben.

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Ebenfalls am Platz, im Osten, steht ein ebenfalls neu saniertes Gebäude, der Kulturpalast. Darüber hinaus findet man noch die Oper und das Ballett, die Börse, ein Rathaus und der Sitz der Mongolischen Staatsbank an diesem zentralen Platz. Ebenso kann man hier die Hauptpost finden.

Dominiert wird der Platz von den Statuen der beiden größten Volkshelden der Mongolei, Dschinggis Khan und den Revolutionsführer von 1921, Damdiny Sukhbaatar. In den nordwestlichen und südwestlichen Ecken des Platzes kann man noch zwei weitere kleinere Statuen finden. Diese zeigen den ehemaligen Präsidenten Sambuu und einen Revolutionär namens Zorig.

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Im Hintergrund des Platzes ist das neue Wahrzeichen der Stadt zu sehen. Der 105 Meter hohe Blue Sky Tower. Ein Hochhaus mit Wohnungen, Restaurants und einem Hotel.

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