Denkmal für Peter I. (der Große)

1997 wurde in Moskau eine der größten Statuen der Welt errichtet. Dabei schwanken die Angaben zwischen 96 und 98 Meter Höhe. Ein Unterschied, der sich dadurch ergibt, ob am die künstlich errichtete Insel zum Fuß der Statue als Teil der Statue ansieht, oder eben nicht.
Touristen wird das Monument als Statue Peter I. (Peter des Großen) vorgestellt. Die zutreffende Übersetzung des russischen Namens wäre jedoch eher „Denkmal zur Feier des 300jährigen Bestehen der russischen Marine“. Dieses erklärt auch den Aufbau der Statue aus Kombination aus Segelschiff und Peter des I.

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Peter der Große hält das Steuerrat und mit der anderen Hand reckt er eine Schriftrolle in die Höhe. Die Schriftrolle ist eine recht gute symbolische Wahl, bedenkt man das Peter der Große die Akademie der Wissenschaften initiierte und eine Schriftreform durchführte. Als Gründer der russischen Marine erklärt sich das Segelschiff von selbst. Hinter Peter dem Großen erhebt sich ist der Mast mit Takelage und 3 Segeln.
Die Größe des Mastes und der Statue verleiten dazu, dass man dem Postament weniger Beachtung schenkt. Dieses besteht auf Wellen und mehreren kleineren Schiffen. Die kleinen Schiffe sind, ebenso wie das große Schiff, mit dem Andreaskreuz beflaggt. Beim großen Schiff ist dieses, ebenso wie die Schriftrolle, mit Gold überzogen.
Nun liegt Schönheit zwar im Auge des Betrachters, doch zu diesem Denkmal besteht die fast einhellige Meinung, dass es äußert hässlich ist. Es taucht regelmäßig auf den Listen der hässlichsten Denkmäler der Welt auf. Selbst der ehemalige Präsident Boris Jelzin erklärte, öffentlich die Hässlichkeit des Monuments; und schlug vor, den Künstler zukünftig nicht mehr zu fördern oder mit öffentlichen Aufträgen zu bedenken.

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Von der Moskauer Bevölkerung wird das Denkmal übergehend abgelehnt. Möglicherweise liegt dieses aber auch etwas an der Person Peter des I., schließlich war dieser für die Verlegung der Hauptstadt nach St. Petersburg verantwortlich.
Im Juli 1997 hätte die letzte Stunde des Denkmals beinah schon geschlagen. Mit Zuhilfenahme spezieller Unterwasserausrüstung hatte eine kleine Gruppe bereits Sprengsätze unter dem Denkmal befestigt und geplant einen Sprengstoffanschlag zu verüben. Durch anonyme Hinweise konnte dieses jedoch verhindert werden.
Im Jahr 2010 wurde vom Nachfolger des für die Aufstellung verantwortlichen Bürgermeister vorgeschlagen, das Denkmal nach St. Petersburg zu verlegen. Das Geld dafür wäre über Spenden vermutlich aufzutreiben gewesen. Jedoch lehnte St. Petersburg die Aufstellung ab und schlug vor das Denkmal zu zerlegen und das Altmetall zu verkaufen.
Aktuell scheint es jedoch keine Überlegungen zum Abbau des Denkmals mehr zu geben.