Die Klagemauer

Die Klagemauer (bzw. westliche Mauer) ist der heiligste Ort des jüdischen Glaubens und seit 1967 (nach mehr als 2000 Jahren) wieder unter jüdischer Kontrolle. Auf Hebräisch wird die westliche Mauer als Kotel (Mauer) bezeichnet. Die Klagemauer ist der meistbesuchte Ort in Israel.
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass die Mauer kein Teil des Tempels ist (wie allgemein angenommen) sondern Teil des Fundamentes, welches den Untergrund der ursprünglichen Tempelanlage abstützte. Die Mauer ist ca. 20 Meter hoch und besteht aus 25 übereinandergelegten Steinreihen mit den größten Steinen in der unteren Sektion). Weitere sieben Meter 15 Steinreihen) sind unterhalb des Platzes vorhanden.

Klagemauer: Blick zur / Blick von

Das Gebiet an der Mauer ist in vier Areale unterteilt. Ein großer Vorplatz vor der Mauer, eine kleine Sektion für Frauen an der südlichen Seite der Mauer, eine große Sektion für Männer und nördlich einen Teil, der innerhalb der angrenzenden Synagoge verläuft.
Der Platz vor der Klagemauer ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Der Zugang ist kostenlos.

Drei Zugänge sind möglich. Über das Misttor (Reisebuszugang) über die El-Wad-Straße (Verlängerung der Via Dolorosa) und über die Kettenstraße zwischen jüdischem Viertel und muslimischem Viertel. Um auf den Platz zu gelangen ist ein Metalldetektor zu passieren. Taschen und Rücksäcke werden geröntgt bzw. gescannt. Ich habe mich kurz mit einen der Sicherheitsmitarbeiter unterhalten. Dieser sagte mir beim Durchleuchten nicht nur, dass ich Flüssigkeiten im Rucksack hatte… sondern auch genau was (Zahnpaste, Sonnencreme, Aloe-Vera Creme). An der Flaschenform war diese nicht zu unterscheiden. Ich gehe ich davon aus, dass das Gerät mehr kann als einfach nur röntgen. Bestätigt hat mir der Mitarbeiter dieses nicht.

 

Vorplatz:
Der Vorplatz wird für militärische und religiöse Zeremonien genutzt. Für die Besucher ist dieses ein guter Ort um Fotos mit der Mauer im Hintergrund anzufertigen. Ich habe die Chance genutzt um ein Bild von der gegenüberliegenden Seite anzufertigen. So oft die Mauer auf Fotos festgehalten wird, das Gegenüber ist fast nie abgebildet.

Männer/Frauen-Platz:
Die Absperrung markiert den Zugang zum „Gebetsbereich“. Männer sind verpflichtet eine Kopfbedeckung zu tragen. Kostenlos Kippas aus weißem Stoff, die durch die staatliche Western Wall Heritage Foundation angefertigt wurden, werden ausgegeben. Es muss nicht unbedingt eine Kippa sein. Die Vorschrift sagt Kopfbedeckung.
Der Gebetsplatz ist zwischen Frauen und Männern getrennt. Bar Mitzwas finden nahe dieser Absperrung statt, sodass die Mütter und weiblichen Verwandten über die Absperrung schauen können. Für den Zweck einer Bar Mitzwa stehen große Tische bereit, auch welchen die Thora abgelegt wird. Ebenso sind kleine Standtische vorhanden, die man zum Ablegen z.B. des Talmuds oder anderer religiösen Schriften – direkt an der Mauer – nutzt.
Etwas unpassend habe ich die billigen Plastikstühle empfunden – dieses hat jedoch vorwiegend Sicherheitsgründe.

Western Wall / Klagemauer

Bekanntlich werden kleine Zettel mit Wünschen in die Ritzen der Mauer gesteckt Die Western Wall Heritage Foundation stellt Stifte und Zettel zur Verfügung. Über die Website der Foundation können online Zettel geschrieben werden, welche anschließend von Mitarbeitern in die Mauer gesteckt werden. Dies ist möglich unter folgender Homepage:       http://english.thekotel.org/kotel/send_note/.
Einmal im Jahr werden die Zettel entfernt. Anschließend werden diese nicht verbrannt oder vernichtet, sondern begraben. Je nach Füllgrad der Ritzen ist es nicht einfach, die Zettel unterzubringen, ohne die Mauer zu beschädigen. In der Vergangenheit war es bei einigen Besuchern üblich, Nägel zwischen die Ritzen der Mauer zu hämmern. Dieses wird heute nicht mehr praktiziert. Es ist verboten die Pflanzen „zu ernten“ oder anzufassen. Die Ausnahme bildet hier ein medizinisches Anliegen. Einige Frauen kochen einzelne Blätter auf und trinken den Sud, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Seit 2013 findet sich am äußeren Ende der Mauer eine kleine Plattform errichten, auf welcher Männer und Frauen gemeinsam beten dürfen.

Synagoge und Wilson-Bogen
Vom Männerplatz aus ist durch einen Bogen der „überdachte“ Teil der Mauer besuchbar. Dieser befindet sich in einer Synagoge und wird eher selten von Touristen aufgesucht. Ein Grund hierfür könnte sein, dass dieser Teil stets voll ist und von Einheimischen für intensive Gebete genutzt wird. Der Rundbogen dieses Platzes ist ein Teil des Wilson arch (des Wilson Bogens), welcher zur Zeit der Kreuzfahrer auf Grundlage früher Strukturen erbaut wurde.

Marrokhanerbrücke /Mughrabi-Brücke:
Die Mughrabi-Brücke dient Touristen (nicht Juden) als Verbindung vom Platz bei der Klagemauer zum Tempelberg. Die Brücke ist in der Regel von Sonntag bis Donnerstag jeweils vormittags geöffnet. Die Brücke wird von Touristen und israelischen Sicherheitskräften benutzt, um auf den Tempelberg zu gelangen, während die übrigen Tore des Tempelberges ausschließlich durch Muslime genutzt werden dürfen.