Erlian / Erenhot – Grenzübergang in die Mongolei

Die wichtigste Information vorneweg: Steigen Sie aus (sobald sie dürfen), kaufen Sie in der Zollstation ein und kehren Sie dann umgehend zum Zug zurück. Sollten Sie nicht zurückkehren, müssen Sie mehrere Stunden im Zollgebäude verbringen und verpassen die Umstellung der Spurbreiten.

Erlian (offiziell Erenhot) erreicht man spät in der Nacht. Erlian ist zum einen der Grenzübergang in die Mongolei, zum anderen erfolgt hier die Umstellung der Spurbreiten von der in China üblichen Standardspurweite auf die russische 1.520 mm Spurweite.
Das 966 Meter hohe Erlian ist schon von weiten zu erkennen. Hotels, Spielcasinos und viele Gebäude sind mir LED´s beleuchtet. Die Stadt ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen des freien Handels und Güterverkehrs auf die Stadtentwicklung. Bis 1992 war die Stadt Speergebiet und hatte ca. 8.000 Einwohner. Zwischenzeitlich ist die Einwohnerzahl auf über 100.000 angestiegen. Erlian ist neben dem Bahn- und Grenzübergang noch für die hier gefundenen Dinosaurier-Skelete und -Eier bekannt. Diese gehören zu den am besten erhaltenen in ganz Asien.

SAM_0439Die chinesische Grenzkontrolle erfolgt recht belanglos. Zunächst wird man vom Zugpersonal auf die bevorstehende Kontrolle hingewiesen. Das Personal begleitet die Kontrolleure anschließend ins Abteil (zumindest bei den Touristen). Dort werden die Pässe und die zuvor ausgegebenen Erklärungen zu möglichen zu verzollenden Gegenständen eingesammelt. Eine Kontrolle der Pässe oder des Gepäcks findet nicht statt.

Nachdem alle Pässe aus dem Wagon eingesammelt wurden, darf man den Waggon verlassen. Im eher schlechte beleuchteten Bahnhofsgelände sticht das Zollgebäude mit Warteraum hervor. Im ersten Stock befindet sich ein Kiosk (Alkohol / Zigaretten) und ein kleiner Einkaufsladen. Eigentlich liegt dieser Einkaufskiosk bereits auf der Zollseite und ist durch eine Sicherheitstür getrennt. Der geschäftstüchtige Besitzer lässt – ohne dass das Zollpersonal etwas dagegen hätte – jedoch immer kleine Gruppen von ca. 10 Personen hinein, sodass man sich hier mit Lebensmitteln und Getränken versorgen kann. Wir haben hier einen Korb mit frischen Mirabellen und Äpfeln erworben.

SAM_0440Nach unserem Einkauf sind wir zurück zum Zug. Hier fanden bereits die ersten Rangierarbeiten statt, sodass wir ein paar Minuten warten mussten. Es war jedoch kein Problem wieder einzusteigen. Später wurde uns berichtet, dass die Reisenden, welche nicht rechtzeitig zurück waren, für die Zeit der Rangierarbeiten im Zollgebäude eingeschlossen wurden.

Es lohnt sich definitiv früh zurück im Zug zu sein. Nicht nur dass man hier deutlich besser schlafen kann, sondern vor allem da man die Veränderung der Spurweite selbst sehen und miterleben kann.

Hierzu wiSAM_0443rd immer ein Wagen abgekoppelt, das“ Fahrgestell“ gelöst und der Wagen anschließend auf ca. 2 Meter Höhe hochgefahren. Innerhalb der Schiene ist ein Förderband angebracht, welches anschließend die chinesischen „Fahrgestelle“ abtransportiert und die russischen „Fahrtgestelle“ wieder unter die Wagen transportiert. Per Hand werden diese anschließend ausgerichtet und der Wagen wieder abgesetzt. Mit langen Bolzen erfolgt anschließend die Befestigung am Zug.

SAM_0444Sobald dieser Vorgang abschlossen ist, fahren die Wagons zurück in den Bahnhof von Erlian. Hier erhält man anschließend vom Zugpersonal (nach meiner Erinnerung) die Pässe zurück. Natürlich dürfen nun auch die noch wartenden Mitreisenden einstiegen.

Bei der Ausfahrt aus China stehen die Zollmitarbeiter und Sicherheitsleute Spalier. Ebenso wird aus Lautsprechern ein Lied am Bahnhof eingespielt. Nach ca. 20 Minuten Fahrt erreicht man anschließend die Grenzkontrolle der Mongolei.