Haltestelle Park Pobedy / Triumphbogen am Siegesplatz

Russland liebt die Veteranen des großen Vaterländischen Krieges und seine Militär-Geschichte. In Novosibirsk berichtete das Fernsehen von Ausschnitten der Parade zum 70 Jahrestag des Kriegsende. In diesem Zusammenhang wurden wir auf den Siegespark aufmerksam. Informationen zum Park sind bis heute schwer zusammenzutragen. Ein Wikipedia-Eintrag existiert nicht.

Die im Jahr 2003 eröffnete Haltestation Park Pobedy lässt die Ausmaße der folgenden Parkanlage erkennen. Eine große, gut beleuchtete Halle mit einem grau-schwarzen Granit-Schachbrettmuster-Boden und in braunen Marmor gehaltene Wände begrüßt die Besucher. Die Wände am Ende des Bahnsteiges zieren große Gemälde mit heroischen Darstellungen des Sieges über Napoleon 1812 und Nazi-Deutschland 1945. 84 Meter unter der Erdoberfläche gelegen, folgt die Fahrt mit der 126 Meter langen, ehemals längsten Rolltreppe der Welt. Die längste Rolltreppe der Welt findet sich in Sankt Petersburg – ein weiterer Nadelstich in der Rivalität beider Städte. Nach deutlich kürzeren Rolltreppen in der Zwischenetage erreichen wir das Tageslicht und der Blick fällt zunächst auf einen Triumphbogen in der Mitte der vielbefahrenen Straße. Hinter dem Triumphbogen ist das „neue Moskau“ mit seiner Hochhausskyline sichtbar.

Der Triumphbogen ist der Wiederaufbau eines zunächst auf Geheiß des Zaren Alexander I. errichteten hölzernen Triumphbogens. 1834 wurde der Bogen in seiner heutigen Form erbaut, unter Stalin 1936 demontiert und 1968 am heutigen Standort, dem Siegesplatz, erbaut.  Die Ähnlichkeit zum Arc de Triomphe in Paris ist nicht von ungefähr. Hatte Napoleon diesen Bogen anlässlich seines Sieges in der Schlacht von Austerlitz errichtet. Nach Napoleons vernichtender Niederlage im Russlandfeldzug ließ es sich der Zar nicht nehmen, seinen Soldaten einen eigenen Triumphbogen zu errichten.

Gekrönt wird der Bogen bzw. das Tor durch einen von sechs Pferden gezogenen Wagen mit einem, einen Siegeskranz haltenden, Wagenlenker. Dass es sich um sechs Pferde handelt stellt keinen Seitenhieb auf die in Deutschland bzw. im damaligen Preußen beliebte Quadriga dar, sondern bedient sich Vorbildern aus dem alten Rom. Persönlich habe ich Zweifel, dass ein solches Gespann in der Realität fahrbar bzw. lenkbar wäre. Nicht von ungefähr existiert kein Wort für das Einspannen von mehr als vier Pferden nebeneinander. Das Einspannen von sechs Pferden ist meiner Auffassung nach nur mit Stangenpferden und Vorderpferden zu realisieren.

Durch eine Querstraße getrennt liegt hinter dem Bogen der Poklonnaja-Hügel und der diesen umgebenen Siegespark.