Hurrikan Matthew (auf See) – Riders on the Storm

Und es wallet und siedet und brauset und zischt,
Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,
Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,
Und Well auf Well sich ohn Ende drängt […]
Und will sich nimmer erschöpfen und leeren,
Als wollte das Meer noch ein Meer gebären.

(aus: Der Taucher, 1797, Friedrich von Schiller)


Das Schiff zwischen Wellentälern und Wellenbergen, die Gicht spritzt, der Wind peitscht, Blitze zucken … ich pfeife  „Here I am / Rock you like a hurricane“ und  halte Ausschau nach dem Schiff des fliegenden Holländers. Welch Potential für Geschichten und Seemannsgarn. Die Wahrheit: Auf Deck haben wir von Hurrikan Matthew nur wenig mitbekommen. Die Sonnenliegen wurden beiseite geräumt, der Pool geschlossen, der Zugang zu Deck 13 und Deck 7 verwehrt und die Bar verriegelt.

Reisetechnisch durchkreuzte der Hurrikan das Anlaufen Arubas. Dieses bringt für einige Passagiere, die sich Aruba zum Zielort wählten,  Probleme mit sich. Lange Schlangen bilden sich vor der Information und dem Internet-Point. Bei den Wolken hält keine Internetverbindung lange. Schlechter Kundenservice, für den notwendigen Internetzugang musste bezahlt werden. Um 14:00 Uhr des darauffolgenden Tages, informiert die Crew die Reisenden mit Endstation Aruba.

Kreuzfahrtschiffe haben die strikte Anweisung Gefahren auszuweichen. Lediglich Ausläufer der Hurrikans streiften das Schiff. Am nächsten Morgen erinnerte nur der bewölkte Himmel und leichte Schaumkronen an die entgangene Gefahr. In der Nacht war auf meinem Deck, Deck 7, am Schwanken der Blumen der Seegang zuerkennen. Die wohlbetuchten Gäste auf Deck 10 erlebten eine schwankende Fahrt. Der Absatz an Spucktüten war deutlich größer. Vom Pazifik weiß ich, Seekrankheit ist keine Schande. Ingwer und die Konzentration auf einen festen Punkt verhindern das Übergeben.

Persönlich bemühte ich mich am Morgen des nächsten Tag Informationen über die Flüge zu erhalten. Mir war klar, dass der Hurrikan nicht einfach verschwindet, sondern in Richtung Dom.Rep und Miami weiterzieht. Genau dorthin müssen circa 80% der weiteren Passagiere nach Anlegen in Panama. Ausfall der Flüge sind somit wahrscheinlich. Erneut bietet die Crew kein gutes Bild zur Informationspolitik. Teilweise den Airlines geschuldet, welche auf ihren Webseiten lediglich vor der Wahrscheinlichkeit von Flugausfällen berichten. Ich entschließe mich die Sache gelassen zu sehen. Wenn keine Flüge rausgehen, gehen auf keine Flüge rein. Es sollte ein leichtes sein, mein Hotelzimmer in Panama zu verlängern. Ein, zwei Tage mehr in Panama – warum nicht.