Indian Pacific – von Perth nach Sydney

Wieder vier Stunden Flug, dieses Mal von Melbourne nach Perth. Perth ist die Hauptstadt von Western Australia und hat ca. 2 Millionen Einwohner.
Ich sag es gleich: Perth und ich wurden nicht warm miteinander. Es ging schon auf dem Flugplatz los. An meinem Ankunftstag, einem Sonntag, fuhr kein Flughafenbus in die City. Ein freundlicher Australier, er hatte mich sofort als Deutschen identifiziert, nahm mich mit dem Taxi mit.
Im Hotel ankommen bekam ich ein Zimmer mit Blick auf eine unschöne Hauswand, das Internet kostete 15 AUD und funktionierte kaum …


Dafür war der Taxifahrer am nächsten Vormittag nett und brachte mich sicher und schnell zum Bahnhof, der, wie der Flughafen, weit ausserhalb liegt.

Der Zug stand schon bereit, die Red-Seat-Klasse war rasch gefunden, das Zugpersonal war in diesem Zug, im Gegensatz zu The Ghan, muffig bis unfreundlich. (Anmerkung 2017: die Red-Seat-Klasse ist eingestellt).

Circa 4.500 km lang wird die Reise sein, unterbrochen mit Halten in Kalgoorlie, Cook, Broken Hill und Adelaide, jeweils für einige Stunden.


Vor der Reise wurde ich gerne gefragt, was denn schön dran ist an einer so langen Bahnreise, immerhin um die 75 Stunden. Das ist doch langweilig, immer nur Gegend. Doch gerade das ist es, diese endlose Weite gibt einem ein Gefühl von unbegrenzter Freiheit.
Für mich vergingen die Tage und Nächte sprichwörtlich wie im Fluge. Abfahrt am Sonntag gegen 09:00 Uhr in Perth und die Ankunft am Mittwoch um die Mittagszeit in Sydney.

Nicht aufgefallen ist mir, dass der Zug die fast 500 km lange schnurgerade Strecke durch die Nullarbor-Ebene hinter sich brachte; sehr beeindruckend war in der zweiten Nacht das lange zu sehende Kreuz des Südens. Dies schmückt stilisiert die australische Flagge.

Die Haltepunkte sind für Passagiere der Red-Seat-Klasse nicht anregend: Kalgoorlie war mitten in der Nacht und stockdunkel, Cook war mit seinen 5 Einwohnern eher was zum (Be)wundern und in Broken Hill waren alle Geschäfte bis auf einen SubWayStore geschlossen und ein Sandsturm zwang rasch wieder in den sicheren Waggon zurück. Und Adelaide werde ich in ein paar Tagen kennenlernen bei meiner Reise mit The Overland.

Am letzten Morgen schien die Sonne und der Zug schlängelte sich durch die Landschaft. Ein sicheres Zeichen, dass wir bergwärts fuhren. Richtig, die Blick auf die Karte zeigte, die Blue Mountains kommen näher. Dort waren Spuren der B rände zu sehen, die circa drei Eochen vorher im Bereich Sydney gewütet hatten. Verbrannte Bäume, leider auch Brandruinen von Häusern säumten die Bahnlinie.
Immer urbaner wurde es, bis dann kleinere Orte durch die Stadtbebauung der Vororte von Sydney abgelöst wurden. Kurz vor dem Ankunftsbahnhof wurde der Indian Pacific geteilt. Der Zug war für die Bahnsteige zu lang.

Schnell fand ich meinen Koffer beim Gepäckwagen. In die Red-Seat-Klasse durfte nur eine Reisetasche bzw. ein kleinerer Rucksack mitgenommen werden.

Nun auf nach Sydney. Doch das ist eine andere Geschichte.