Kißlegg und Wangen im Allgäu (im württ. Allgäu)

Mit der Bahn nach Kisslegg (so meine Schreibweise) ist schon eine Reise wert, wenn man wie ich aus Kostengründen mit dem ÖPNV fährt, also keinen ICE oder IC.

Von Bad Kreuznach aus mit der VLEXX nach Mainz,

natürlich mit Verspätung. In Mainz wird es wegen der Verspätung und Bahnsteigwechsel knapp. Dazu noch steht der Zug nach Karlsruhe nicht wie angegeben auf Gleis 2 a, sondern auf 2 b.

Doch ab Baden-Württemberg waren die Züge voll, aber pünktlich. Ein völlig neues Bahngefühl für mich. Durch einige lange Tunnels ging es nach Stuttgart. Der dortige Hauptbahnhof ist eine Großbaustelle (Stichwort Stuttgart 21) und der Reisende hat lange Wege.

Ich hatte über eine Stunde Aufenthalt und ging in die Bahnhofshalle. In meiner Kindheit war die Halle riesengroß und sehr spannend. Heute wirkte sie nur noch ungepflegt und klein. Sicher mag das auch an den Umbauarbeiten liegen, die ja nun bis 2024 dauern sollen und wahrscheinlich da auch noch nicht abgeschlossen sind …

Der Interregio nach Lindau war gerammelt voll, obwohl in BaWü noch keine Ferien sind. Über die Geislinger Steige war Ulm die Zwischenstation, vorbei an Baustellen für die neue Verbindung von Stuttgart nach Ulm im Zusammenhang mit S 21.

Lokwechsel in Ulm (fahren in Bayern andere Loks ?), bevor es weiterging nach Aulendorf. Dort musste ich nochmals umsteigen, um nach ca. 25 Minuten Fahrt Kisslegg zu erreichen. Überall am Streckenrand wurde Gras gemäht ( in diesem Bereich des Allgäus ist Milchwirtschaft die Haupterwerbsquelle der Landwirte).

Auf dem Bahnhof muss man noch die Gleise überqueren. Fast am Ortsrand liegt der Bahnhof, neben dem Schlosspark – meine Unterkunft ist auf der anderen Ortsseite … heute war es warm und doch etwas verschwitzt erreichte ich mein Ziel.

hier die Homepage: www.kisslegg.de

Der nächste Tag

begann nicht so prickelnd … mein Kampf mit dem Kopfkissen verkürzte die Nacht. Das Bett ist gut, doch Kopf und Schulter waren immer nur kurz in eine bequeme schlaffördernde Stellung zu bekommen. Ich bin dann aus dem Bett gestiegen. Im Sommer ist es ja früh hell.

Ein Gang durch den Ort stand an. Dominiert wird das Ortsbild von der Pfarrkirche St. Gallus (der vom Kloster St. Gallen in der jetzigen Schweiz) und vom so genannten Neuen Schloss. Es gibt auch noch ein altes Schloss, das eher wie eine Burg aussieht. Im Neuen Schloss tagt bspw. der Gemeinderat, im Alten Schloss wohnen die Grafen von Waldburg.

Hier einige Fotos:

Der dritte Tag gehörte Wangen im Allgäu

und ist von Kisslegg aus in 10 Minuten mit dem Zug erreichbar. Davor hatte ich allerdings einen Fußweg von über 30 Minuten bis zum Bahnhof.

Da der Wetterbericht nur Sonne versprach, ging ich zuversichtlich im kurzärmeligen Hemd und ohne Schirm los … Die geneigten Leser ahnen schon … es wurde richtig heftig, mit Unwetterwarnung von Katwarn und Wolkenbrüchen in Wangen und in Kisslegg mit großen Hagelkörnern und langanhaltendem Starkregen.

Wangen hatte Titel und Funktionen: Freie Reichstadt, Oberamtsstadt und Kreisstadt. Nichts ist geblieben, die Stadt ist inzwischen aller Titel enthoben. Doch sie ist sehr charmant und auf alle Fälle malerisch.

Viele Häuserfronten sind bemalt, und es war Markt mit einem Angebot von hauptsächlich Obst und Gemüse, aber auch andere Angebote, die auf einem Krämermarkt angeboten werden.

Schöne schmale Gassen sind im Citybereich, kleine Tore und Durchgänge verlocken neue Ausblicke zu entdecken.

Gut gefallen mir die kleinen Skulpturen, die das Innenstadtbild bereichern.

Mein Höhepunkt war der Besuch beim Fidelisbäck, benannt nach dem kath. Heiligen St. Fidelis. Urig sind die Gasträume, lecker der Leberkäs mit Seelen (eine Dinkelstange) und (alkoholfreiem) Weißbier, auch Weizen genannt.

Dann zog sich der Himmel zu und ich machte mich auf dem Weg zum Bahnhof, doch das Wetter war schneller …

auch von Wangen die Homepage: www.wangen.de

In Kisslegg war es nicht besser. Zum Glück ist im Bahnhofsgebäude mit Gleis 9 ein nettes Café. Meine Rechnung wurde größer als vorgesehen, denn die Welt ging fast unter.

Der vierte Tag war der Rückreisetag; über Aulendorf, Stuttgart, Heidelberg, Mannheim, Frankfurt am Main, Mainz – Gustavsburg, von dort mit dem SEV-Bus nach Mainz. Und von Mainz mit der Vlexx bis Bad Kreuznach.