Melbourne im Herbst

Während Senior auf Reisen, also ich, im Jahr 2013 im November und Dezember in Melbourne war und dabei auch Australien bereiste – siehe Reisen mit der Bahn – konzentrierte sich der Aufenthalt 2017 ganz auf Melbourne.

Hinflug mit China Southern Airlines von Frankfurt am Main über Amsterdam und Guangzhou nach Melbourne-mit fast pünktlicher Ankunft. Die Einreiseformalitäten gingen erstaunlich schnell über die Bühne. Doch am unorganisiert wirkenden Taxistand dauerte es dann wieder…

China Southern war mir sehr angenehm mit viel Beinfreiheit in der Holzklasse und ordentlichem Essen. Besonders überzeugt hat mich der Preis für Hin- und Rückflug!

Melbourne soll ja zu den schönsten und begehrtesten Reisezielen der Welt gehören… siehe hierzu Noch ein Wort

Während 2013 ich auf den Rat von Einheimischen hörte und nur Sommersachen in den Koffer packte – was sich als grosser Fehler zumindest für den November herausstellte – war ich im australischen Herbst besser gewappnet: Pullover und Regenjacke gehörten dazu. Es war leidlich warm, so im Durchschnitt 18 – 20 Grad (in Deutschland war es um diese Zeit oft um die 0 Grad und viele Steinobstblüten sind erfroren) und die Regenjacke war oft mein Begleiter. Wegen des Windes rate ich von einem Schirm eher ab.

Ganz gegen meine sonstige Reisegewohnheit besuchte ich auch Museen – da ist es trocken und warm – und hier ist das Melbourne Museum hervorzuheben mit einem anschaulichen Teil über die Geschichte von Melbourne. Dort muss man eine Affinität zu kleinen Kindern mit deren Müttern und ab und an auch Vätern haben, denn ein grosser Teil der Räumlichkeiten ist ein (Klein)Kinderspielbereich.


Sonst wirkt das Melbourne Museum wie ein Lernort für Schülerinnen und Schüler (welche in Australien Schuluniformen tragen). Der Eintritt ist frei – in der Nähe der Metrohaltestelle Parliament.

Herausstellen möchte ich auch die gut funktionierende Metro (Vlexx im Bereich Frankfurt am Main/Mainz und Saarbrücken kann da nur lernen …) und die guten Strassenbahnverbindungen in der City.

Gefallen hat mit der Shrine of Remembrance in der Parkzone in der Nähe des Yarrariver und dem Cricketground. Der Shrine of Remembrance ist den Soldaten des 1. und des 2. Weltkrieges gewidmet, hat ein Museum, das nicht nur die Siege der Briten und Australier verherrlicht, sondern auch deutlich an die schmerzlich empfundene Niederlage der Australier in Gallipolli in der Türkei 1916 erinnert. Am 26.04. eines jeden Jahres ist der ANZAC-Day, der Volkstrauertag des 5. Kontinents.

Ein beliebter Treffpunkt ist der Fed Square gegenüber Flinders Street Station, der zentralen Umsteigemöglichkeit der Metro in Melbourne. Dort am Fed Square ist auch die Tourismuszentrale der Stadt (ist nicht zu übersehen!).

Es lohnt sich auch den Weg an Southbank am Yarrariver zu gehen. Schön sind die vielen grossen und kleinen Parks und mir gefallen die vielseitigen Spielplätze für Kinder, ab und auch auch ergänzt von Grillmöglichkeiten.

Lohnenswert ist die Fahrt mit der Metro nach Williamstown – man kann auch mit einer A.tt Fähre von Southbank in der Innenstadt nach Williamstown fahren. Williamstown hat einen natürlichen Hafen, deshalb wurde im 19. Jahrhundert der Warenverkehr von Melbourne über diesen wichtigen Ort abgewickelt. Ein Goldrausch gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gab der Stadt eine Blütezeit und einen gewaltigen Bevölkerungszuwachs. Nach dem 2. Weltkrieg wurden dort viele Immigranten angesiedelt. Heute lebt dieser Teil von Melbourne hauptsächlich von Tagesbesuches, so mein Eindruck, Man kann schön am Strand durch die Grünanlage wandern und geniesst den Blick auf die City von Melbourne auf der gegenüberliegenden Seite. Zum ersten Mal sah ich ausserhalb von Käfigen Pelikane.

Mit der Strassenbahn ist St. Kilda zu erreichen, vorbei am Albertpark, der F1-Rennstrecke. St. Kilda hat eine Strandpromenade, wie einige Stadtteile von Melbourne, jedoch auch einen langen Pier mit einem Haus am Ende. Dort ist ein Restaurant/Cafe – der Kaffee war richtig gut. Leider regnete es – und meine Jack Wolfskin-Jacke war nicht dicht…


Auffallend waren die vielen Steinhäuser im Gegensatz zu den sonst üblichen Holzhäuern.

Steinhäuser waren auch in Altona zu sehen. Dort war ich beim ALDI-Süd, der fast wie in Deutschland aussah, in Bezug zu den Warengruppen und dem Ambiente. Das Getränkeangebot ist in Deutschland umfangreichen – was auch daran liegen kann, dass in Australien Alkohol nur in ausgewiesenen Geschäften verkauft werden darf, und teuer ist.

Sicher war einer der Höhepunkte das Footy-Spiel im Etihad-Stadium nahe des Bahnhofes Southern Cross. Diese Mischung aus Rugby, Faustball und Fussball gefällt mir seit einigen Jahren und kommt leider nicht mehr im TV in Deutschland. Es spielte einer meiner beiden Lieblingsmannschaften, die St. Kilda Saints. Man muss diese Mannschaft mögen, denn so richtig gut ist sie nicht…

Gut gefallen hat mir wieder Harbour City beim Riesenrad in den Docklands. Und interessant war auch der Mitglieder-Supermarkt Costco (neben dem Riesenrad) wegen seines kaum zu überschauendem Angebotes und seinem zumindest in deutschen Augen merkwürdig wirkenden Verkauf von Särgen…

Ob man das Sealife-Aquarium besuchen muss … ? Die Seepferdchen waren interessant, doch es war sehr voll, und der Eintritt eigentlich auch teuer. Das Sealife liegt so in etwa zwischen den Metrohaltepunkten Southern Cross und Flinders Street Station.

Gern fuhr ich wieder mit der historischen Strassenbahn Nr. 35, der Circleline. Sie umfährt in etwa den Innenstadtbereich und man kann diese – umsonst – wie einen Hopon-Hopoff-Bus benutzen. Die Ansagen sind in englisch. Zumindest in 2017 war die Benutzung der Strassenbahnen im Innenstadtbereich kostenlos.