Mit dem Zug nach Askalon (Aschkelon)

Im schwarzen Walfisch zu Askalon wird kein Prophet geehrt, und wer vergnügt dort leben will, zahlt bar, was er verzehrt.
Als Reminiszenz an meiner Studentenzeit durfte ein Besuch in Askalon ( heute Aschkelon geschrieben) nicht fehlen. Hatte ich doch in Verbindungszeiten ab und zu das Studentenlied im schwarzen Walfisch zu Askalon intoniert und mich für ein Seminar mit der damals größten Meerwasserentsalzungsanlage in Aschkelon beschäftigt.

Leider ist die Anlage nicht besuchbar und kein Gastwirt ist auf die Idee gekommen seine Lokalität zum schwarzen Walfisch zu nennen. Somit war mir klar, dass es sich um einen kurzen Aufenthalt handeln würde.

Ashod Ad Halom
Die Zugfahrt führt entlang an Feldern und Plantagen. Immer wieder hält der Zug an kleineren Bahnhöfen. Geschichtlich interessant ist der Punkt Ashod Ad Halom. Ad Halom bedeutet ungefähr bis hierhin und nicht weiter. Es markiert den Punkt, bis zu welchem die ägyptische Armee im Jahre 1948 in den Staat Israel eindrang. Mit etwas Glück sind vereinzelnd noch alte Bunkeranlagen (der Briten) aus dem Zug zu erkennen.

Untwerwegs in Ashod

Darüber hinaus sind in Ashod mehrere Monumente für die gefallenen Soldaten beider Seiten aufgestellt. Aus dem Zug ist dieses nicht sehen. Ebenso befindet sich in Ashod seit dem 13. Jahrhundert eine Brücke über den Lakhisch Fluss. Die Bahnbrücke wurde neben dieser Brücke erbaut und die Brücke ist heute zur Autobahnbrücke umfunktioniert. Somit ist dieses Bauwerk vom Zug aus nicht in Augenschein zu nehmen.

Aschkelon
Der Bahnhof Aschkelons liegt circa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Im Internet war zu lesen, dass sich ein großes Einkaufszentrum direkt neben dem Bahnhof befindet. Mein erster Abstecher war somit das Einkaufszentrum.

Ashkelon Station

Was für eine Enttäuschung. Ein großer Supermarkt, zwei Schuhgeschäfte, eine Art Baumarkt, zwei Restaurants und ein großer Parkplatz.

 

„Shopping-Mall“ am Bahnhof

Zurück zum Bahnhof und mit dem Bus ins Stadtzentrum. Zu Fuß ist Stadtzentrum nicht zu erreichen.An der Straße ist kein Gehweg angebracht. Das Stadtzentrum ist eher enttäuschend. Die dominierende Bevölkerung scheint aus Russen, Italienern und jungen Amerikanern zu bestehen. Bei den Amerikanern handelt es sich um Studenten im Auslandssemester. Der Hafen ist recht angenehm und modern. Ansonsten hat die Stadt keine Fotomotive zu bieten.

Außerdem befinden sich außerhalb der Stadt archäologische Ausgrabungsstätten. Waschsalon liegt nahe an Gaza-Stadt und im „Einzugsgebiet“ der Raketen. Bei genau hinsehen sind vor einigen Haltestellen steinerne Unterstände (Bunker) zu erkennen.

Lod
Die Rückfahrt erfolgt über eine andere Streckenführung. Es geht vorbei an Lod. Lod hat den größten Güterbahnhof des Landes und somit fährt der Zug lange an Rangiergleisen und wartenden Zügen vorbei. In den einsehbaren Wagons ist der Schrotthandel bzw. -transport dominierend.

Lod und Rückweg

Zwischen Lod und Tel Aviv führt die Strecke am Flughafen vorbei. Aufgrund der Lärmschutzwende ist die Aussicht versperrt. Entschädigt wird dieses später, zumindest ein wenig, durch einen guten Ausblick auf die Skyline der Stadt.