Moskau Bahnhof / „Platz der drei Bahnhöfe“

Drei der acht Moskauer Fernbahnhöfe liegen direkt nebeneinander. Der Komsomoskaja-Platz, im Volksmund „Platz der drei Bahnhöfe genannt“, war für uns entscheidender Ankunfts- und Abfahrtsort.  Im nordöstlichen Teil Moskaus gelegen ist der Platz mit der U-Bahn gut zu erreichen. Unsere Transib-Fahrt endete am Jarsolawer Bahnhof, nach Helsinki starten wir am Leningrader Bahnhof.

Gegen 19:00 Uhr, mit Sonnenuntergang, erreichten wir Bahnhof Leningrad. Bis zur Abfahrt 23:10 Uhr heisst es nun  Zeit totzuschlagen. Zunächst wollen wir unser Gepäck zur Aufbewahrung bringen. Um das Gebäude zu betreten, folgte eine aus Peking bereits bekannte Prozedur. Gepäck in den Durchleuchter geben, Metalldetektor passieren, nochmals mit Handdetektor abgetastet werden, Pass vorzeigen und anschließend Gepäck in Empfang nehmen.

Die in Marmor gehaltene Eingangshalle bietet ein verglastes Reisezentrum und eine zwischen kyrillisch und lateinischer Schrift wechselnde Anzeigetafel. Die Beschilderung ist neben kyrillisch ebenfalls in lateinischer Schrift und mit Piktogrammen gekennzeichnet.

Im zweigeschossigen Keller finden wir eine schlecht ausgeschilderte Gepäckaufbewahrung. Das System ist, trotz Video, unverständlich. Zunächst wird das Gepäck gewogen, mit dem ausgedruckten Beleg anschließend ein neues Ticket mit Nummer und Strichcode gekauft. Hier ist zu wählen, wie lange das Gepäck aufgegeben wird. Auf der anderen Seite des Ganges wird die Drehschleuse mit diesem neuen Ticket passiert. Das Gepäck wird in ein Schließfach gegeben und die auf dem Ticket angegebene Nummer ins Schließfach eingegeben. Mit dieser Nummer kann das Schließfach, im Rahmen der gekauften Zeit, wieder geöffnet und geschlossen werden.

Die große Bahnhofshalle ist rechterhand im dritten Stock mit allerlei Restaurants und Cafe´s bestückt. Durch eine große Glasfront sind diese von der Halle getrennt. Kurz unter dem durch Quadern, nahezu wellenförmige aussehenden, bestehenden Dach verläuft rund eine Glasfront, die den Bahnhof hell erscheinen lässt. Im unteren Stockwerk sind neben den Eingängen zu den Restaurants  kleiner Fastfoodstände  und Souvenirgeschäfte untergebracht. In der Mitte der Halle kann an kleineren Verkaufsständen Schmuck und Elektronik gekauft werden.

Im zweiten Stock führt seitig ein Gang entlang. Nach meiner Erinnerung finden sich dort keine Geschäfte. Für uns ist der zweite Stock der Zugang zu den Wartehallen. Dort essen wir belegte Brote und Gurken, die wir im gegenüberliegenden Einkaufszentrum auf dem Hinweg noch schnell eingekauft haben. An den Getränke- und Süßwaren-Automaten  investieren wird unsere letzten Rubel-Münzen. Die Wartezeit ist auch dank Gratis-Wlan (leider langsam und auf eine Stunde begrenzt) recht erträglich.

Gegen 22:50 Uhr geht es zu den Gleisen. Die Gleise des Kopfbahnhofs sind durch eine elektronische Schiebetür verschlossen. Erst nach Einfahrt des Zuges ist die jeweilige Gleisanlage betretbar. Vor der Gleisanlage muss noch einmal eine Sicherheitsschleuse durchlaufen werden. Dieses Mal ist neben Pass auch das Ticket vorzuzeigen.