Moskau – Kosmonauten-Museum

Im Nordosten Moskaus, nahe dem Gelände der Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, befindet sich das Kosmonautenmuseum.

Der Flachbau würde recht unscheinbar erscheinen, wenn nicht auf seinen Dach ein 107 Meter hoher TuDSCN1803rm, in Form des Abgasstrahles einer den Turm krönenden Rakete, stehen würde. Dach und Denkmal sind mit Titan verkleidet sodass, je nach Lichteinfall, ein silbriger Glanz entsteht.
Auf der Hinterseite des Turmes findet man eine Statue von Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski. Dessen größter Beitrag zur Raumfahrt die Raketengrundgleichung (Gesetzmäßigkeit des Raketenantriebs durch kontinuierlichen Ausstoß von Stützmasse) darstellt. Hinter dieser Statue befindet sich noch die die Kosmonautenallee, in welcher die Büsten sowjetischer Weltraumpioniere und Kosmonauten aufgebaut sind. Zwischen Turm und Statue befindet sich ein Oberlicht, welches den Blick auf eines sich darunter aufgebautes, und begehbares, Stück einer Raumstation erlaubt.

 

Das eigentliche Museum hat eine Ausstellungsfläche von 8500 Quadratmetern. Moskau wirbt damit, dass es kein vergleichbares Museum auf der Erde gibt. Die Exponate sind in verschiedenen thematischen Bereichen ausgestellt repräsentieren die jeweiligen Phasen der Geschichte der russischen Raumfahrt.

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Der erste Bereich widmet sich den Anfangszeiten der Raumfahrt. Dabei werden die Russen nicht müde zu betonen, dass sie als erste einen künstlichen Erdtrabanten, die ersten Tiere und den ersten Mensch in das Weltall geschickt haben. So sind im ersten Teil des Museums werden den ersten künstlichen Satelliten der Welt, ein Modul des „Wostok“ Raumschiffes und einen Weltraumanzug von Yuri Gagarin zu sehen. Außerdem befinden sich dort Dokumente, Fotos, AuDSCN1808szeichnungen und persönliche Gegenstände von Y. Gagarin.
Dominiert wird der Eingangsbereich bzw. der erste Teil jedoch von der 6 Meter hohen Bronzestatur eines Kosmonauten mit einer sich im Hintergrund befindenden angedeuteten Weltkugel, welche aus ineinander verwobenen Lebewesen besteht. Der Innenraum dieser Weltkugel wird von einer Art Kirchenfenster gebildet.

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Thematisch weiter geht es im angrenzenden Bereich, welcher sich mit den bemannten Orbital-Flüge beschäftigt. Hier sind „Sojus-„- und „Voshod-„-Module sowie Kosmonautenanzüge ausgestellt. Ebenso kann man etwas über die Austronautenausbildung, die Sicherheitseinrichtungen und u.a. auch über die Ernährung im Weltall erfahren.

DSCN1813Ein anderer Bereich widmet ist der Geschichte der Monderforschung. Zentrale Ausstellungsstücke sind hier „Luna-1“, das erste Mondraumschiff der Welt, „Luna-3“, das Raumschiff welches die ersten Bilder von der „dunklen Seite des Mondes“ machte und „Luna-9“, das erste Raumschiff, das auf dem Mond landete. Ebenso sind hier das erste Mondfahrzeug und das Modul „Luna-16“ zu sehen, welches die ersten Proben von der Mondoberfläche zur Erde brachte.

Ein weiterer Bereich des Museums behandelt die Erforschung der Planeten im Sonnensystem. Hauptausstellungsstücke sind hier die Stationen „Venera 4“ und „Mars 3“ , welchen wir die erste Informationen über die Atmosphärenzusammensetzung von Venus und Mars verdanken.
Der letzte Teil des Museums behandelt zwei Aspekte. Zum einen wird sich dem nun neu entstehenden Weltraumtourismus und der Privatisierung der Raumfahrt gewidmet. Zum anderen werden einige Bilder ausgestellt, welche zum Thema Raumfahrt und Weltall entstanden sind.

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Für den Besuch des Museums sollten sie ca. 2 bis 3 Stunden einplanen. Fast alle Ausstellungsstücke sind auch in englischer Sprache beschriftet, sodass man auch ohne Audio-Guide oder Führer sich einen guten Überblick verschaffen kann. Fotografieren ist erlaubt, hierzu muss man jedoch vorher einen Foto-Pass erwerben.