Kreml

Gemeinsam mit dem  „roten Platz“ ist der  Kreml  das touristischen Aushängeschilder Moskaus. Unbestritten ist, der im Zentrum auf einem Hügel über dem Moskwa-Ufer liegende Kreml, das wichtigste Machtzentrum Russlands. Ein russisches Sprichwort besagt: Über der Stadt ist der Kreml, über dem Kreml ist nur Gott“. Genauer gesagt der Moskauer-Kreml. Es Kreml ist in Russland ein gebräuchliches Wort und bezeichnet eine Zitadellen im Stadtzentrum, umgeben von einer Vorstadt.

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Mit 28 Hektar zählt der Kreml zu den größten Museen der Welt. Seit 1990 ist er auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbe. Das Gelände ist von einer bis zu 6,5 Meter dicken und bis zu 19 Meter hohen Mauer umgeben. Die Gesamtlänge der Mauer beträgt 2235 Meter. Unter den 20 Türmen in der Kremlmauer stechen die 5 wichtigsten Türme hervor. Jeder dieser Türme ist von einem rubinroten Stern gekrönt. Der wichtigste und bekannteste der Türme ist der vom Roten Platz aus sichtbare Spasski Turm mit einer 6,12 Meter großen Uhr.

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Das Gelände ist täglich– außer Donnerstags – zwischen 10:00 Uhr und17.00 Uhr – zu besichtigen. Circa 30 Minuten  Wartezeit für den Kauf der Karten und weiter 20 Minuten für das Anstehen an der Sicherheitskontrolle  sind einrechnen – insbesondere wenn größere asiatische Reisegruppen ebenfalls anstehen. Wichtig ist beim Kartenkauf zu beachten, welche Sehenswürdigkeiten besichtigen werden. Karten für Kreml inclusive Rüstkammer sind nur an ausgewählten Schaltern erhältlich.

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„Iwan der Große“

Im Zentrum des Kreml steht ein 81 Meter hoher, 22 Glocken tragende, Glockenturm. Lange Zeit war dieser das höchste Gebäude in Moskau und erhielt deshalb den Namen „Iwan der Große“. Zunächst stand der Glockenturm alleine und diente als Glockenturm für die drei in unmittelbar stehenden Kathedralen, welche alle keinen eigenen Glockenturm besitzen. Im 17 Jahrhundert bauten Russlands Herrscher eine Kirche an den Turm. Heute wird dieses Gebäude nicht mehr als Kirche verwendet.

Zarenglocke

Unterhalb des Glockenturms, auf der von den Kathedralen abgewandten Seite, steht die 6,14 Meter hohe Zarenglocke. Es ist die größten und schwersten bis heute erhaltenen Glocken weltweit. Bemerkenswert erscheint, diese Glocke wurde nie geläutet. Die Erklärung ist schnell gefunden. Beim Gießen der Glocke, bzw. beim Herausheben nach dem Gießen, brach ein 11.500 kg schweres Stück aus der Glocke heraus. Somit ist natürlich kein „ordentlicher Ton“ mehr von der Glocke zu erwarten. Folglich wurde auf das Anbringen des Klöppels verzichtet. Das herausgebrochene Stück steht heute neben der Glocke.

Große Glocken scheinen im Kreml traditionell keinen guten Stand zu haben. Die Vorgängerin der Zarenglocke (als größte Glocke) stürzte nach einem Brand vom Glockenturm. Die Bruchstücke dieser Glocke wurden zu einer neuen Glocke eingeschmolzen. Diese Zerbrach beim ersten Anschlagen mit dem Klöppel. Eine weitere neue Glocke stürzte nach 70 Jahren erneut vom Turm. Ihre Bruchstücke wurden eingeschmolzen und für die Herstellung der Zarenglocke verwendet.

 

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Die Zarenglocke war ein begehrtes Fotoobjekt der Touristen (also auch von uns)

Napoleon wollte die Glocke als Beute mit nach Frankreich nehmen. Dieses scheitere am großen Gewicht. Im Juli 1836 gelang es (im zweiten Versuch) die Glocke auf einen Sockel abzustellen, wo sie noch heute steht. Wenig Beachtung findet die Marmortafel am Sockel. Fälschlicherweise ist hier das Jahr 1733 statt 1735 angegeben.

Zarenkanone

Unweit der Zarenglocke ist die sogenannte Zarenkanone aufgestellt. Technisch gesehen ist diese Steinbüchse gar keine Kanone sondern eher ein Mörser. Die Kanone ist 5,34 Meter lang, 39,312 Tonnen schwer und besitzt einen 1,20 Meter langen Lauf. Sie hat ein Kaliber von 890 mm. Vor der  Kanone sind 4 kugelförmigen Gusseisengeschosse, jedes davon ist 1,97 Tonnen schwer, in den Boden eingelassen. Allerdings sind diese Geschosse reine Dekoration und wären mit der Kanone nicht zu gebrauchen gewesen. Die Zarenkanone, vermutlich nie abgefeuert, wurde für den Vorschuss von Kartätschen (Schrotladungen) konstruiert

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Bis heute ist unklar, ob der Namen Zarenkanone auf ein Zierbild des Zaren Fjodor I, welches den Lauf ziert, zurückgeht, oder der Name sich lediglich über die großen Ausmaße zustande gekommen ist.

Im Laufe der Geschichte wechselte die Zarenkanone mehrmals ihren Standort. Zunächst dem Roten Platz (noch ohne Lafette) stationiert. 1706 ausgemustert und im Kreml aufgestellt.  Die hierzu hergestellte hölzerne Lafette ging 1812 beim Großbrand, im Krieg gegen Napoleon, in Flammen auf. 1835 wurde die Kanone auf die Lafette gestellt, auf welcher Sie noch heute steht. Zur gleichen Zeit wurden 20 weiter Geschütze aufgestellt, die noch heute in der Nähe der Zarenkanone zu sehen sind.

 

Kathedralen

Drei  Kathedralen prägen das architektonische Ensemble des Kathedralenplatzes in der Mitte des Kremlgeländes.

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Uspenski-Kathedrale

Die 1475 bis 14 79 erreichte Mariä-Entschlafens- oder, auf Russisch, die Uspenski-Kathedrale, ist die älteste der drei Kathedralen. Sie ist das  älteste vollständig erhaltene Bauwerk Moskaus.

Von ihrer Fertigstellung bis zur Verlegung der Hauptstadt nach St. Petersburg galt die Mariä-Entschlafens-Kathedrale als Hofkirche der Moskauer Großfürsten und später der russischen Zaren. Hier  fanden die Zeremonien im Rahmen der Krönung der russischen Zaren und Kaiser statt. In den Zeiten der Verlegung der Hauptstadt nach St. Petersburg blieb dieses Ritual erhalten.  Im Zeitraum des Bestehens des Patriarchenamts in der russisch-orthodoxen Kirche, wurden hier alle Moskauer Patriarchen geweiht und nahezu alle an diesem Ort beigesetzt. Im Rahmen des Aufkommens der Sowjetunion wurde die Kathedrale geschlossen und erst 1955 als Museum wiedereröffnet.  Seit 1990 finden an bestimmten Tagen wieder Gottesdienste in der Kathedrale statt.

 

Erzengel-Michael-Kathedrale

In der von  1505 bis 1508 errichteten  Erzengel-Michael-Kathedrale wurden  vom 14. bis zum 17. Jahrhundert die Moskauer Großfürsten und die russischen Zaren beigesetzt . Im Inneren der Kirche sind insgesamt rund 50, mit großen Ornamenten versehene, Gedenksteine für die Beigesetzten aufgestellt.  Die Wände und Gewölbe sind mit Fresken aus dem 17 Jahrhundert verziert.

Der architektonische Stil der Kathedrale gilt als eine Mischung aus traditioneller altrussischer Sakralbaukunst und Elementen der italienischen Renaissance.  Der Einfluss der italienischen Renaissance ist darauf zurückzuführen, dass –wie auch bei der Uspenski-Kathedrale, ein Italiener als Bauschaffender angeworben wurde. Insbesondere an den  beiden mit Pflanzenornamenten versehenen Eingangsportalen wird der italienische Einfluss sichtbar.

 

Mariä-Verkündigungs-Kathedrale

Unmittelbar an den großen Kremlpaltz angrenzend steht die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Die Nähe zu den Gemächern der Zaren führte dazu, dass die Kirche bis 1636 den Zaren als Hauskirche diente. Heute ist die, zur Kathedrale ausgebaute Kirche ein Museum. Vereinzelnd finden Gottesdienste statt. Am Feiertag der Mariä Verkündigung ist immer ein Gottesdienst.

Hauptsehenswürdigkeit ist die im Altarraum aufgestellt fünf-rangige Ikonostase. Altarraum und Galerien sind ausgiebig mit Wand- und Gewölbefresken aus dem frühen 16. Jahrhundert ausgeschmückt.

 

Mariä-Gewandniederlegungs-Kirche

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei Hauptkathedralen des Kremls befindet sich, die heute fast ausschließlich als Museum genutzte, Mariä-Gewandniederlegungs-Kirche.  Sie ist die kleinste der vier Kirchen auf dem Kathedralenplatz. Darüber hinaus unterscheidet sie sich vom Baustil deutlich von den anderen Kirchen. Sie hat einen zentralen Kirchenturm, gekrönt von einer Kuppel, die ungewöhnlicher weise die Form eines Helms, anstelle der sonst üblichen Zwiebelturmform.  Ebenso ist das hohe Kellergeschoss untypisch im Vergleich zu den anderen Kathedralen.

Die aus den 1640er Jahren stammende künstlerische Ausgestaltung des Innenraumes orientiert sich die im Wesentlichen am Interieur der alten Holzkirche, welche zuvor an dieser Stelle – aus Dankbarkeit für den schnellen Rückzug tatarischer Angreifer , welcher gleichzeitig mit dem Festtag Mariä-Gewandniederlegung zusammenfiel – errichtet wurde. Neben Wand- und Gewölbefresken nehmen die Darstellungen der Gottesmutter Maria eine dominante Stellung in der Innenraumgestaltung ein. Die Ikone Gottesmutter mit Säugling bildet die Hauptikone der sich im Innenraum befindenden vierstöckigen Ikonostase. Hinter der Westfassade der Kirche befindet sich eine Galerie, in der heute eine Dauerausstellung von Erzeugnissen der russischen sakralen Holzbildhauerei und Kleinplastik aus dem 14. bis 17. Jahrhundert untergebracht ist.

 

Grab des unbekannten Soldaten

Mich (Werner) hat das Grab des unbekannten Soldaten vor der Kreml-DSCN1631      Mauer mit der Mahnwache der Russischen Armee sehr berührt und ich spürte tiefe Scham, dass das damalige Deutsche Reich die Sowjetunion angegriffen hatte und dadurch viel Leid und Elend über die Menschen in beiden Ländern (und für sehr viele andere auch) gebracht wurde,