Paraty

Literaturkenner wissen, Paraty war der Geburtsort der Mutter von Thomas und Heinrich Mann. In den 1930er Jahren schrieb Thomas Mann, er habe die „Lust zum Fabulieren“ von seiner brasilianischen Mutter geerbt. In der kleinen Stadt, ca. 30.000 Einwohner, ist nichts von den Manns zu spüren oder gar zu sehen. Das Haus der Vorfahren soll es noch geben.
In Paraty kommt man mit dem Auto oder dem Bus an, der Busbahnhof ist klein und staubig, weil er eine Baustelle ist.

  
Wo ist das Hostel? Die Frage stellt sich trotz ausgedruckten Stadtplan. Hier hilft wieder ein herzlicher Mensch, die Angestellte des Bus-Office telefoniert und erklärt mit Gesten den Weg. Nach einigen Schritten ist die unscheinbare Pforte gefunden. Viel Betrieb scheint nicht zu sein. Umso mehr Lärm jedoch ab dem nächsten Morgen, es wird gebaut, im Hostel und neben dem Hostel …

Paraty ist im „neuen Teil“ vergleichbar mit vielen Küstenorten und den typischen Geschäften,

der historische Teil ist einzigartig. Hier merkt der Besucher die koloniale Vergangenheit als wichtiger Handelsplatz für Gold, Menschen und Kaffee. Hervorzuheben ist der Strassenbelag – grobe, unregelmässige, beinahe chaotisch verlegte Steine fordern von den Fussgängern, Motorrad- und Autofahrern viel Geschick und Ausdauer.

Vorteilig ist, die motorisierten Teilnehmer bewegen sich in Schrittgeschwindigkeit. Ich war froh, keine der üblich Flip-Flops anzuhaben, sondern normale, feste Schuhe.
An der Uferpromenade bieten viele Bootsführer ihre Schiffe für Ausfahrten zu den vorgelagerten Inseln an, manche auch für Tauchausflüge. Ob sie an diesem Tag Ende November gute Geschäfte machten?

  

Mein Eindruck war, das machten sie nicht. Dann eher die Andenkenverkäufer in den für den Verkehr gesperrten Strassen.
Eine Besonderheit hat die so genannte Altstadt, Teile davon werden bei Flut überschwemmt. Kinder warfen in den Strassen Fischernetze aus – und an einer Strassenkreuzung lebten Krebse.