Peking Flughafen

Der Beijing Capital International Airport (PEK/ZBAA) liegt 32km außerhalb der Innenstadt Pekings. Im Sommer 2008 eröffnete pünktlich zu den Olympischen Spielen das Terminal 3, welches heute für alle internationalen Flüge genutzt wird. Dieses Terminal ist das zweitgrößte Flughafenterminal (nach Dubai) und bezog auf die Fläche das sechstgrößte Gebäude der Welt. Insgesamt umfasst das Flughafengelände 1480 Hektar an Land. Bezogen auf die Anzahl der Starts und Landungen von Flugzeugen ist der Flughafen als sechstgrößter Flughafen für Passagiere und dreizehngrößte Flughafen für Frachtgut.

Ein Konsortium um den Architekten Sir Norman Foster ist für Entwurf und Konstruktion des Terminals verantwortlich. Wie alle Foster-Flughäfen sieht dieser Flughafen einheitlich und auswechselbar aus. Nun lässt sich streiten, ob Foster keine neuen Ideen hat, oder ob das gewählte Design das optimale Design für einen Flughafen ist. Etwas kreativere zeigte sich die für das Innendesign verantwortliche Firma. Hier ist ein deutlicher Anklang an die Chinesische Tradition und Geschichte zu erkennen. Es finden sich hier beispielsweise Kupferkessel und Elemente aus der Neun-Drachen-Wand der verbotenen Stadt wieder. Ebenso ist im Wartebereich der Ebene T3E eine Gartenanalage mit Reminiszenzen an die Gärten des Sommer-Palastes sowie in  T3C ein Untergrundgarten-Tunnel angelegt.

Der Food-Bereich wird häufig als „global kitchen“ bezeichnet. Insgesamt stehen 72 Restaurants und Ständen zur Auswahl. Das Angebot reicht von typisch chinesischer und westlicher Küche, über Sushi und Fast-Food bis hin zu orientalischen Backwaren und Kebab. Im staatlich regulierten Flughafen wird durch die Regierung sichergestellt, dass die Preise nicht über den Preisen der Pekinger-Innenstadt liegen.

Neben dem Food-Bereich sind 16.000 m2 lokaler Verkaufsfläche, 12.000 m2 Duty-Free-Verkaufsfläche und 7000 m2 Fläche für Serviceleistungen wie beispielsweise Banken und Business-Center belegt.

Die Toiletten sind groß und sauber. Jede Toilette hat einen Wickeltisch und jede Toilette ist behindertengerecht ausgestattet. Interessant ist ebenfalls, dass jeder Sitz im Wartebereich über einen Stromanschluss verfügt.

Nach einem längeren Fußweg erreichten wir den Sicherheitsbereich des Ausganges. Hier werden die Passagiere zunächst nach Einheimischen und Ausländern getrennt. Anschließend stehen vier Linien zum Anstehen bereit. Keine priorisierte Strategie ist erkennbar, um die Anstehzeit zu verkürzen. Die Mitarbeiter variieren die Absperrbänder ohne erkennbaren Grund. Gerade noch geschätzte 15 Meter zum Kontrollpunkt sind es plötzlich wieder 75 und die andere Schlange kommt deutlich schneller voran. Ich nutzte die lange Wartezeit, um mir eine Reisegruppe aus Nordkorea näher anzusehen. Ich erinnere mich nicht, zuvor Nordkoreanern begegnet zu sein. Kleidung, Haarschnitte und Körperhaltung variierten wahrnehmbar zu den anderen Wartenden. Insgesamt wirkten diese Reisenden höflich und gelassen hin und wieder konnte ich mir den Eindruck nicht verwehren, dass sie peinlich darauf achteten nicht negativ aufzufallen.

Der Sicherheitscheck verlief schnell. Ausweis abgeben, Visum vorzeigen, Einreisezettel abgeben, fürs Foto stillhalten und das war´s. Wie in nahezu allen Flughäfen der Welt hatten einige Mitreisende den Zoll-Zettel nicht ausgefüllt. In Anbetracht der langen Wartezeit und der Zeit im Flugzeug bleibt mir dieses nach wie vor unerklärlich.

Hinter dem Sicherheitsbereich ist der Flughafen gut ausgeschildert. Englischsprachige Schilder und Piktogramme weisen den Weg. Geldautomaten und Wechselstuben sind leicht zu finden und die Bedienung der Automaten ist Problemlos auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch umzustellen (zumindest an unserem Automat).

Der Airport Express war schnell gefunden und somit ging es hinein ins pulsierende Peking.