Platz des Himmlischen Friedens

Der Platz des Himmlischen Friedens gilt mit einer Fläche von ca. 40 ha als einer der größten befestigter Plätze der Welt. Ca. 1 Millionenen Menschen könnten darauf  einen Stehplatz einnehmen.  Der Platz des Himmlischen Friedens wurde nach dem Eingangstor zur Verbotenen Stadt benannt, dem „Tor des Himmlischen Friedens“. Korrekt übersetzen müsste man den chinesischen Namen des Platz eigentlich mit „Tor-des-Himmlischen-Friedens-Platz“.

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Bis Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts war der Platz des Himmlischen Friedens nicht öffentlich zugänglich. Nach der Machtübernahme Ende der Vierzigerjahre im letzten Jahrhunderts wurde der Platz des Himmlischen Friedens ausgebaut, um hier Massenkundgebungen und Versammlungen abzuhalten. Die Volksrepublik China wurde am Platz des Himmlischen Friedens ausgerufen.

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Zu Beginn der Kulturrevolution wurden der Platz u.a. dazu genutzt, um Studenten  gegen das bestehende Bildungs- und Kultursystem zu beeinflussen. Dies mündete in die Ermordung Hunderter Lehrer und Professoren.  1987 demonstrierten Studenten monatelang auf dem Platz, was wiederum blutig endete. Jedoch wurde in beiden Begebenheiten niemand direkt auf dem Platz getötet.

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Weniger bekannt dürften die Studenten-Demonstrationen vom Mai 1919 sein. Hier gibt es einen Bezug zur deutschen Geschichte. Im Versailler Vertrag erhielt China die Hoheit über die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete in der Provinz Shandong nicht zurück. Diese wurden stattdessen Japan unterstellt, was zu Studentenprotesten führte.

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Das Zhengyangmen-Tor,  welches auch unter dem Namen Qianmen bekannt ist, ist ein altes Stadttor in Peking. Es dient für viele Besucher der Stadt als markanter Anhaltspunkt  für den Beginn des Platzes des Himmlischen Friedens.
Das Tor diente als Haupttor der Inneren Stadt  und wurde daher größer und prächtiger als andere Stadttore gebaut. Der Wachturm ist über 40 Meter hoch. Heute ist hier ein Museum untergebracht.

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Hinter dem Zhengyangmen-Tor befindet sich die Gedenkhalle für den Vorsitzenden Mao. Im Inneren wird der einbalsamierte Leichnam Maos aufbewahrt. Die Erbauer orientierten sich am Lenin-Mausoleum im Moskau. Besonders bei der chinesischen Landbevölkerung ist dieser Ort ein „Muss“ bei Besuchen in Peking. Der Eintritt ist kostenlos. Von Süden nach Norden ist die Gedenkhalle 280 m lang und von Osten nach Westen 220 m breit. Die Halle hat eine Fläche von 57.000 Quadratmetern sowie eine umbaute Fläche von 28.000 Quadratmetern. Der Hauptteil des Gebäudes sieht quadratisch aus. Am äußeren Rand sind 44 Säulen aus gelbem Granit.

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Vor den Haupttoren an Süd- und der Nordseite stehen jeweils zwei Skulpturen-Gruppen. Die Skulpturen vor dem Südtor bestehen aus 62 Figuren. Arbeiter, Bauer, Politiker, Soldaten, Wissenschaftlern, Technikern und Kindern sind hier abgebildet. Die Skulpturen sollen an die sozialistischen Revolution und dem Aufbau des Sozialismus erinnern.

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Auf dem Platz befindet sich auch das Denkmal für die Helden des Volkes. Am Sockel des Monuments befinden sich acht große Reliefs, die die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse vom Beginn des ersten Opiumkriegs 1840 bis ins Jahr 1949 darstellen.  Für westliche Touristen scheint es jedoch eher uninteressant zu sein. Im Rahmen unseres Besuches konnten wir nicht beobachten, dass es von vielen Einheimischen besucht oder fotografiert worden wäre.

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Das beliebteste Fotomotiv bei Touristen und Einheimischen ist ohne Zweifel ein Bild mit dem eigentlichen Tor des Himmlischen Friedens im Hintergrund. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie ihren Foto vergessen haben. Mindestens 50 Fotografen bieten Ihnen gegen kleines Geld ein Foto samt Ausdruck an

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