Airport Express & U-Bahn (Peking)

Airport Express & U-Bahn (Peking)

Die Pekinger U-Bahn besteht aktuell aus 345 Stationen sowie 574 km Strecke. Nach Shanghai ist es das zweitgrößte S-Bahn Streckensystem der Welt. Geschätzten 3,4 Milliarden Fahrten im Jahr und durchschnittlich 9.2 Millionen Nutzern am Tag  verleihen der U-Bahn Peking den Titel des  meistfrequentiertest U-Bahn System der Welt.

Aktuell sind 19 Linien im Betrieb. Jede Linie hat eine eigene Farbe, um die Orientierung zu erleichtern. Sechs Linien haben Namen, die restlichen haben Nummern. Mir ist aufgefallen, dass die Nummern drei, elf und zwölf nicht existieren. Bis heute ist mir der Grund dafür nicht bekannt.

Das U-Bahn Netz verfügt über zwei Ringlinien (Linie 2 und Linie 10), welche die Nutzung deutlich erleichtern. Beide Ringe beinhalten eine Station des Airport-Express, sodass ab dem Umsteigen in eine der Ringlinien sich lediglich die Frage nach der schnellsten Richtung (Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn) zu stellen ist. Seit den Olympischen Spielen sind die U-Bahn-Stationen sowie die Anzeigetafeln in den U-Bahnen zusätzlich mit lateinischen Buchstaben gekennzeichnet. Die meisten Touristen werden vermutlich die Linien im inneren des Rings der Linie zwei, den Airport-Express und Linie 8 zum Olympia-Park nutzen.

Die unterirdischen Bahnsteige  im Innenstadtbereich haben größtenteils ein einheitliches Aussehen. Durch die Farbgebung der Säulen ist die aktuelle Linie zu erkennen. Auf nahezu jedem Bahnsteig ist eine Aufsichtsperson zu finden (an Wochentagen), welche im Notfall weiterhelfen wird.

Oberirdisch sind die Eingänge in einem vergleichbaren Baustil gehalten. Neben jeden Eingang findet sich eine quadratische Säule mit jeweils zwei blauen Vierecken auf jeder Seite. Das obere Viereck zeigt das Logo der U-Bahn. Das Logo stellt ein großes G mit den Buchstaben D und B in der Mitte dar. BGD sind das Akronym für Beijing gaosu diansche was frei übersetz für Pekings elektrifizierter Hochgeschwindigkeitszubringer  steht. Unterhalb dieses Vierecks ist im zweiten Viereck der Name der Station in chinesischen und lateinischen Schriftzeichen abgebildet. Jede Station verfügt über dem Eingang über ein großes blaues Schild mit dem Stationsnamen in lateinischer Schrift.

Tickets:

Der Ticketkauf gestaltete sich unproblematisch. Die Automaten sind auf Englisch umstellbar. Über ein Piktogramm des Streckennetzes ist die gewünschte Endstation zu wählen und anschließend der angezeigte Betrag zu zahlen. Der Preis berechnet sich nach gefahrenen Kilometern. Ein Ticket ist vier Stunden gültig. Nach vier Stunden wird eine Strafgebühr von drei  RMB fällig. Es ist unabdingbar die Fahrkarte bis zum Verlassen der Bahn aufzubewahren, da diese zum Ende der Fahrt erneut vorzuzeigen ist.

Airport Express

Der Airport-Express ist vom Flughafen aus durch einen ca. 200 Meter langen, überdachten und mit Laufbändern versehenen Gang zu erreichen. Der Bahnhof befindet sich auf gleicher Ebene zum Ausgangsbereich des Flughafens.

Fahrkarten sind am Automaten oder am Verkaufsschalter erhältlich. Die Rückseite der Fahrkarte ist mit der Strecke und den Haltestellen bedruckt. Es ist notwendig, diese Fahrkarte bis zum Verlassen des Zuges aufzubewahren, da diese zum Verlassen der Stationen wieder in das Drehkreuz bzw. die Ausgangsschranke einzuführen ist.

Der ABC (Airport Beijing City) beziehungsweise der Airport Express verbindet Terminal 3 des Flughafens mit der Innenstadt. Die Bahn verkehrt im umgedrehten Uhrzeigersinn zwischen 6 Stationen. Die 16 Minütige Fahrt (Terminal 3 – Dongzhimen) kostet 25 RMB und ist alle 8 bzw. 10 Minuten zwischen 6:00 Uhr und 23:30 Uhr möglich. Dabei entfielt es sich mit der U-Bahn Linie 2 zur Dongzhimen Station zu kommen. Diese Station kann ansonsten nur über eine Bushaltestelle erreicht werden. Die Anfahrt mit Taxi oder PKW ist nahezu unmöglich.

Donzghimen ist eine dreistöckige unterirdische Station. Das erste unterirdische Level erlaubt den Zugang zur Linie 13. Der zweite unterirdische Level zur Linie w. Im dritten Level verkehrt der Airport-Express.
Dabei ist zu beachten, dass unterirdisch keine Fahrkarten gelöst werden können.

Peking Flughafen

Peking Flughafen

Der Beijing Capital International Airport (PEK/ZBAA) liegt 32km außerhalb der Innenstadt Pekings. Im Sommer 2008 eröffnete pünktlich zu den Olympischen Spielen das Terminal 3, welches heute für alle internationalen Flüge genutzt wird. Dieses Terminal ist das zweitgrößte Flughafenterminal (nach Dubai) und bezog auf die Fläche das sechstgrößte Gebäude der Welt. Insgesamt umfasst das Flughafengelände 1480 Hektar an Land. Bezogen auf die Anzahl der Starts und Landungen von Flugzeugen ist der Flughafen als sechstgrößter Flughafen für Passagiere und dreizehngrößte Flughafen für Frachtgut.

Ein Konsortium um den Architekten Sir Norman Foster ist für Entwurf und Konstruktion des Terminals verantwortlich. Wie alle Foster-Flughäfen sieht dieser Flughafen einheitlich und auswechselbar aus. Nun lässt sich streiten, ob Foster keine neuen Ideen hat, oder ob das gewählte Design das optimale Design für einen Flughafen ist. Etwas kreativere zeigte sich die für das Innendesign verantwortliche Firma. Hier ist ein deutlicher Anklang an die Chinesische Tradition und Geschichte zu erkennen. Es finden sich hier beispielsweise Kupferkessel und Elemente aus der Neun-Drachen-Wand der verbotenen Stadt wieder. Ebenso ist im Wartebereich der Ebene T3E eine Gartenanalage mit Reminiszenzen an die Gärten des Sommer-Palastes sowie in  T3C ein Untergrundgarten-Tunnel angelegt.

Der Food-Bereich wird häufig als „global kitchen“ bezeichnet. Insgesamt stehen 72 Restaurants und Ständen zur Auswahl. Das Angebot reicht von typisch chinesischer und westlicher Küche, über Sushi und Fast-Food bis hin zu orientalischen Backwaren und Kebab. Im staatlich regulierten Flughafen wird durch die Regierung sichergestellt, dass die Preise nicht über den Preisen der Pekinger-Innenstadt liegen.

Neben dem Food-Bereich sind 16.000 m2 lokaler Verkaufsfläche, 12.000 m2 Duty-Free-Verkaufsfläche und 7000 m2 Fläche für Serviceleistungen wie beispielsweise Banken und Business-Center belegt.

Die Toiletten sind groß und sauber. Jede Toilette hat einen Wickeltisch und jede Toilette ist behindertengerecht ausgestattet. Interessant ist ebenfalls, dass jeder Sitz im Wartebereich über einen Stromanschluss verfügt.

Nach einem längeren Fußweg erreichten wir den Sicherheitsbereich des Ausganges. Hier werden die Passagiere zunächst nach Einheimischen und Ausländern getrennt. Anschließend stehen vier Linien zum Anstehen bereit. Keine priorisierte Strategie ist erkennbar, um die Anstehzeit zu verkürzen. Die Mitarbeiter variieren die Absperrbänder ohne erkennbaren Grund. Gerade noch geschätzte 15 Meter zum Kontrollpunkt sind es plötzlich wieder 75 und die andere Schlange kommt deutlich schneller voran. Ich nutzte die lange Wartezeit, um mir eine Reisegruppe aus Nordkorea näher anzusehen. Ich erinnere mich nicht, zuvor Nordkoreanern begegnet zu sein. Kleidung, Haarschnitte und Körperhaltung variierten wahrnehmbar zu den anderen Wartenden. Insgesamt wirkten diese Reisenden höflich und gelassen hin und wieder konnte ich mir den Eindruck nicht verwehren, dass sie peinlich darauf achteten nicht negativ aufzufallen.

Der Sicherheitscheck verlief schnell. Ausweis abgeben, Visum vorzeigen, Einreisezettel abgeben, fürs Foto stillhalten und das war´s. Wie in nahezu allen Flughäfen der Welt hatten einige Mitreisende den Zoll-Zettel nicht ausgefüllt. In Anbetracht der langen Wartezeit und der Zeit im Flugzeug bleibt mir dieses nach wie vor unerklärlich.

Hinter dem Sicherheitsbereich ist der Flughafen gut ausgeschildert. Englischsprachige Schilder und Piktogramme weisen den Weg. Geldautomaten und Wechselstuben sind leicht zu finden und die Bedienung der Automaten ist Problemlos auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch umzustellen (zumindest an unserem Automat).

Der Airport Express war schnell gefunden und somit ging es hinein ins pulsierende Peking.