Airport Express & U-Bahn (Peking)

Airport Express & U-Bahn (Peking)

Die Pekinger U-Bahn besteht aktuell aus 345 Stationen sowie 574 km Strecke. Nach Shanghai ist es das zweitgrößte S-Bahn Streckensystem der Welt. Geschätzten 3,4 Milliarden Fahrten im Jahr und durchschnittlich 9.2 Millionen Nutzern am Tag  verleihen der U-Bahn Peking den Titel des  meistfrequentiertest U-Bahn System der Welt.

Aktuell sind 19 Linien im Betrieb. Jede Linie hat eine eigene Farbe, um die Orientierung zu erleichtern. Sechs Linien haben Namen, die restlichen haben Nummern. Mir ist aufgefallen, dass die Nummern drei, elf und zwölf nicht existieren. Bis heute ist mir der Grund dafür nicht bekannt.

Das U-Bahn Netz verfügt über zwei Ringlinien (Linie 2 und Linie 10), welche die Nutzung deutlich erleichtern. Beide Ringe beinhalten eine Station des Airport-Express, sodass ab dem Umsteigen in eine der Ringlinien sich lediglich die Frage nach der schnellsten Richtung (Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn) zu stellen ist. Seit den Olympischen Spielen sind die U-Bahn-Stationen sowie die Anzeigetafeln in den U-Bahnen zusätzlich mit lateinischen Buchstaben gekennzeichnet. Die meisten Touristen werden vermutlich die Linien im inneren des Rings der Linie zwei, den Airport-Express und Linie 8 zum Olympia-Park nutzen.

Die unterirdischen Bahnsteige  im Innenstadtbereich haben größtenteils ein einheitliches Aussehen. Durch die Farbgebung der Säulen ist die aktuelle Linie zu erkennen. Auf nahezu jedem Bahnsteig ist eine Aufsichtsperson zu finden (an Wochentagen), welche im Notfall weiterhelfen wird.

Oberirdisch sind die Eingänge in einem vergleichbaren Baustil gehalten. Neben jeden Eingang findet sich eine quadratische Säule mit jeweils zwei blauen Vierecken auf jeder Seite. Das obere Viereck zeigt das Logo der U-Bahn. Das Logo stellt ein großes G mit den Buchstaben D und B in der Mitte dar. BGD sind das Akronym für Beijing gaosu diansche was frei übersetz für Pekings elektrifizierter Hochgeschwindigkeitszubringer  steht. Unterhalb dieses Vierecks ist im zweiten Viereck der Name der Station in chinesischen und lateinischen Schriftzeichen abgebildet. Jede Station verfügt über dem Eingang über ein großes blaues Schild mit dem Stationsnamen in lateinischer Schrift.

Tickets:

Der Ticketkauf gestaltete sich unproblematisch. Die Automaten sind auf Englisch umstellbar. Über ein Piktogramm des Streckennetzes ist die gewünschte Endstation zu wählen und anschließend der angezeigte Betrag zu zahlen. Der Preis berechnet sich nach gefahrenen Kilometern. Ein Ticket ist vier Stunden gültig. Nach vier Stunden wird eine Strafgebühr von drei  RMB fällig. Es ist unabdingbar die Fahrkarte bis zum Verlassen der Bahn aufzubewahren, da diese zum Ende der Fahrt erneut vorzuzeigen ist.

Airport Express

Der Airport-Express ist vom Flughafen aus durch einen ca. 200 Meter langen, überdachten und mit Laufbändern versehenen Gang zu erreichen. Der Bahnhof befindet sich auf gleicher Ebene zum Ausgangsbereich des Flughafens.

Fahrkarten sind am Automaten oder am Verkaufsschalter erhältlich. Die Rückseite der Fahrkarte ist mit der Strecke und den Haltestellen bedruckt. Es ist notwendig, diese Fahrkarte bis zum Verlassen des Zuges aufzubewahren, da diese zum Verlassen der Stationen wieder in das Drehkreuz bzw. die Ausgangsschranke einzuführen ist.

Der ABC (Airport Beijing City) beziehungsweise der Airport Express verbindet Terminal 3 des Flughafens mit der Innenstadt. Die Bahn verkehrt im umgedrehten Uhrzeigersinn zwischen 6 Stationen. Die 16 Minütige Fahrt (Terminal 3 – Dongzhimen) kostet 25 RMB und ist alle 8 bzw. 10 Minuten zwischen 6:00 Uhr und 23:30 Uhr möglich. Dabei entfielt es sich mit der U-Bahn Linie 2 zur Dongzhimen Station zu kommen. Diese Station kann ansonsten nur über eine Bushaltestelle erreicht werden. Die Anfahrt mit Taxi oder PKW ist nahezu unmöglich.

Donzghimen ist eine dreistöckige unterirdische Station. Das erste unterirdische Level erlaubt den Zugang zur Linie 13. Der zweite unterirdische Level zur Linie w. Im dritten Level verkehrt der Airport-Express.
Dabei ist zu beachten, dass unterirdisch keine Fahrkarten gelöst werden können.

Peking Flughafen

Peking Flughafen

Der Beijing Capital International Airport (PEK/ZBAA) liegt 32km außerhalb der Innenstadt Pekings. Im Sommer 2008 eröffnete pünktlich zu den Olympischen Spielen das Terminal 3, welches heute für alle internationalen Flüge genutzt wird. Dieses Terminal ist das zweitgrößte Flughafenterminal (nach Dubai) und bezog auf die Fläche das sechstgrößte Gebäude der Welt. Insgesamt umfasst das Flughafengelände 1480 Hektar an Land. Bezogen auf die Anzahl der Starts und Landungen von Flugzeugen ist der Flughafen als sechstgrößter Flughafen für Passagiere und dreizehngrößte Flughafen für Frachtgut.

Ein Konsortium um den Architekten Sir Norman Foster ist für Entwurf und Konstruktion des Terminals verantwortlich. Wie alle Foster-Flughäfen sieht dieser Flughafen einheitlich und auswechselbar aus. Nun lässt sich streiten, ob Foster keine neuen Ideen hat, oder ob das gewählte Design das optimale Design für einen Flughafen ist. Etwas kreativere zeigte sich die für das Innendesign verantwortliche Firma. Hier ist ein deutlicher Anklang an die Chinesische Tradition und Geschichte zu erkennen. Es finden sich hier beispielsweise Kupferkessel und Elemente aus der Neun-Drachen-Wand der verbotenen Stadt wieder. Ebenso ist im Wartebereich der Ebene T3E eine Gartenanalage mit Reminiszenzen an die Gärten des Sommer-Palastes sowie in  T3C ein Untergrundgarten-Tunnel angelegt.

Der Food-Bereich wird häufig als „global kitchen“ bezeichnet. Insgesamt stehen 72 Restaurants und Ständen zur Auswahl. Das Angebot reicht von typisch chinesischer und westlicher Küche, über Sushi und Fast-Food bis hin zu orientalischen Backwaren und Kebab. Im staatlich regulierten Flughafen wird durch die Regierung sichergestellt, dass die Preise nicht über den Preisen der Pekinger-Innenstadt liegen.

Neben dem Food-Bereich sind 16.000 m2 lokaler Verkaufsfläche, 12.000 m2 Duty-Free-Verkaufsfläche und 7000 m2 Fläche für Serviceleistungen wie beispielsweise Banken und Business-Center belegt.

Die Toiletten sind groß und sauber. Jede Toilette hat einen Wickeltisch und jede Toilette ist behindertengerecht ausgestattet. Interessant ist ebenfalls, dass jeder Sitz im Wartebereich über einen Stromanschluss verfügt.

Nach einem längeren Fußweg erreichten wir den Sicherheitsbereich des Ausganges. Hier werden die Passagiere zunächst nach Einheimischen und Ausländern getrennt. Anschließend stehen vier Linien zum Anstehen bereit. Keine priorisierte Strategie ist erkennbar, um die Anstehzeit zu verkürzen. Die Mitarbeiter variieren die Absperrbänder ohne erkennbaren Grund. Gerade noch geschätzte 15 Meter zum Kontrollpunkt sind es plötzlich wieder 75 und die andere Schlange kommt deutlich schneller voran. Ich nutzte die lange Wartezeit, um mir eine Reisegruppe aus Nordkorea näher anzusehen. Ich erinnere mich nicht, zuvor Nordkoreanern begegnet zu sein. Kleidung, Haarschnitte und Körperhaltung variierten wahrnehmbar zu den anderen Wartenden. Insgesamt wirkten diese Reisenden höflich und gelassen hin und wieder konnte ich mir den Eindruck nicht verwehren, dass sie peinlich darauf achteten nicht negativ aufzufallen.

Der Sicherheitscheck verlief schnell. Ausweis abgeben, Visum vorzeigen, Einreisezettel abgeben, fürs Foto stillhalten und das war´s. Wie in nahezu allen Flughäfen der Welt hatten einige Mitreisende den Zoll-Zettel nicht ausgefüllt. In Anbetracht der langen Wartezeit und der Zeit im Flugzeug bleibt mir dieses nach wie vor unerklärlich.

Hinter dem Sicherheitsbereich ist der Flughafen gut ausgeschildert. Englischsprachige Schilder und Piktogramme weisen den Weg. Geldautomaten und Wechselstuben sind leicht zu finden und die Bedienung der Automaten ist Problemlos auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch umzustellen (zumindest an unserem Automat).

Der Airport Express war schnell gefunden und somit ging es hinein ins pulsierende Peking.

Wangfujing-Straße

Wangfujing-Straße

Die Wangfujing-Staße (nahe der verbotenen Stadt) ist eine der bekanntesten und wichtigsten Einkaufsstraßen Pekings. An beiden Enden dieser Fußgängerzone befinden sich große Einkaufzentren. Links und rechts der Straße befinden sich Boutiquen aller international bekannten Designer, sowie der größten inländischen Handelsketten. Selbstverständlich fehlen hier nicht die großen internationalen Fast-Food-Anbieter und Peking-Duck, sowie größere Chinesische-Restaurantketten.

Kleinere Geschäfte verkaufen Souvenirs und dazu passende Gegenstände. Der Volksmund würde es als Nippes bezeichnen. Bezieht sich der Begriff Nippes (der Wortbedeutung nach) auf Kunstgegenstände, trifft der Begriff nicht zu. Es handelt sich vorwiegend um Plastik-Massenwaren. Hin und wieder sind Geschäfte mit tatsächlicher Kunst (wenngleich immer noch für den breiten Markt) zu finden.

Mittig der Straße befindet sich der Beijing Department Store. Dieser ist von außen leicht durch einen Turm (mit etwas Ähnlichkeit zu Big Ben) zu erkennen. Vis-a-vis befindet sich der Foreign Languages Bookstore. Neben CDs, DVDs und einem Kaffee kann man dort tatsächlich Bücher zu kaufen. Dabei haben die meisten Bücher einen engen Bezug zur China. Chinesische Geschichte, chinesische-Kochbücher und Sprachkurse dominieren das Angebot.

Am südlichen Ende der Fußgängerzone befindet sich die U-Bahn Station Wangfujing Subway.

Das nördliche Ende der Fußgängerzone bildet die bronzene Statue eines traditionell gekleideten chinesischen Mannes, welcher eine Rikscha zieht. Vor der Rikscha bildet sich gewöhnlich eine lange Schlange von offensichtlich Touristen, um sich in der Rikscha fotografieren zu lassen. Wie in der verbotenen Stadt war auch hier mein Vater ein beliebtes Fotomotiv.

Neben der eigentlichen Wangfuging-Straße verläuft westlich die Wangfujing snack street. Kleine Stände verkaufen Essen „auf die Hand“ bzw. zum Essen am Stand. Natürlich ist es hier Menschenüberladen. Vorwiegend essen dort Einheimische. Für ein Restaurant bzw. einen Imbisstand ist dieses immer ein gutes Zeichen. Als problematisch erweist sich, dass kaum jemand Englisch spricht. Somit ist es teilweise schwer zu erkennen, was nun genau an Essen verkauft wird. Frittierter Seestern, frittierte Seepferdchen am Spieß oder Skorpion sind zwar mit bloßem Auge zu erkennen. Eine Erklärung, welche Teile man davon essen kann, oder nicht, wäre hilfreich. Ich habe kaufte mariniertes Rindfleisch am Spieß. Mein Vater ist bzw. war der Überzeugung, dass es sich um Hundefleisch handelte. Was es auch war, es hat zumindest geschmeckt und keiner von uns ist daran erkrankt.

Der Empfehlung eines Reiseführers folgend besuchten wir auch „The Malls at Orient Plaza“. Diese Mall ist tatsächlich außergewöhnlich. Sie war nahezu menschenleer.

 

 

Chinesische Mauer in Badaling

Chinesische Mauer in Badaling

Ein Besuch Chinas ohne einen Besuch der Großen Mauer kommt einen Besuch von Paris ohne Eifelturm oder London ohne Big Ben gleich. Somit stand weit oben auf unserer Prioritätenliste. Der Ausflug hätte sich zu einer Enttäuschung entwickelt, wenn uns nicht aufgrund unserer Beschwerde der Fahrpreis vom Reisebüro in Deutschland zurück erstattet worden wäre.

Unsere Anforderungen waren klar. Keine „Kaffeefahrt“, keine zusätzlichen Kosten und viel Zeit an der Mauer. Bekommen haben wir das Gegenteil.

Nach einer kleinen Stadtrundfahrt (aufsammeln der anderen Mitreisenden) und einem Besuch in einer Jade-Fabrik (erster Verkaufsstopp – aber ich möchte nicht meckern, es gab gratis Wifi…)  und den Besuch der Ming-Gräbern führte uns die neu gebaute Autobahn (bekannt vom Radrennen der olympischen Spiele) nach Badaling.

Badaling

Badaling ist der am häufigsten besuchte Abschnitt der Mauer. Es handelt sich um (angeblich) den schönsten Teil. Es ist von Peking aus der nächst gelegene zugängliche Mauerabschnitt für Touristen. Promi- und Politiker-Fotos mit Mauerhintergrund entstehen typischerweise hier.

Unsere Führerin berichtete, dass sich die verschiedenen Tour-Anbieter absprechen, welchen Teil der Mauer sie an bestimmten Tagen besuchen würden. Wer nun denkt, dass verschiede Tour-Anbieter sich absprechen, dass nicht alle Touristen am gleichen Tag zum gleichen Abschnitt der Mauer kommen, der irrt. Es kommt zumindest der Verdacht auf, dass die Tour-Anbieter von den verschiedenen Orten Zahlungen erhalten, um die Touristen dort abzusetzen.

Der Touristenteil Badalings besteht aus einem großen Parkplatz, mehreren Restaurants und Souvenirläden. Ein Bahnhof war zu erkennen, ebenso ein Taxistand.

Eine Kabinenbahn führt zur Mauer. Hier entstehen Zusatzkosten von ca. 10 Euro. Ohne Kabinenbahn gibt es keine Möglichkeit zur Mauer zu gelangen. Unsere Wartezeit zur Bahn lag bei circa 45 Minuten.

Die Fahrt (circa zehn Minuten) war angenehm, obgleich die Mauer erst kurz vor Ender der Fahrt einsehbar ist. Die Seilbahn führt durch ein kleines Tal bzw. eine Schlucht. Die Mauer verläuft auf den Berggipfeln und ist durch die Talstruktur von unten nicht einsehbar.

 

Auf der Mauer

Der Weg vom Seilbahnausgang bis zur Mauer war durchgehend mit Personen verstopft. Für die ca. 3minütigen Fußwege gingen bereits 30 Minuten (von unseren insg. 105 Minuten) verloren. Der Weg ist leicht abschüssig und führt über mehrere Stufen. Beim herunterlaufen war zu erkennen, dass für den Rückweg ein längerer Zeitaufwand einzuplanen ist. Somit verblieben uns ca. zehn Minuten auf der Mauer. Maximal 25 Meter Bewegung, ohne erneut in einen Stau von Menschen zu geraten, waren möglich. Erfreulicherweise befindet sich neben der Mauer (über einen Trampelpfad zu erreichen) eine Toilettenanlage in guten Zustand. Selbstverständlich könnte man alternativ für umgerechnet 3-5 Euro die Toiletten im Tal benutzen. Nach den obligatorischen Mauerfotos benötigten wir ca. 45 Minuten zur Seilbahn. Mit 5 Minuten Restzeit erreichten wir als erste unseren Bus. Zehn Minuten später trafen die weiteren Teilnehmer ein. Die Stimmung war eher schlecht. Für alle war die Mauer als ein Highlight der Reise geplant, doch schlussendlich hatte man außer Gedränge nichts mitbekommen. Platzangst oder Angst vor großen Menschengruppen sollte hier niemand haben. Obgleich der Verkehrsverbund angibt, dass die Mauer von Rollstuhlfahrern und Menschen mit Gehproblemen besucht werden kann, sehe ich nicht, wie dieses in der Realität funktionieren sollte.

Rückfahrt:

Die Rückfahrt führte uns an einem völlig besucherfreien Teil der Mauer vorbei. Es war für uns alle unverständlich, warum wir nicht diesen Teil besuchten. Ebenso wäre es schön gewesen, hier kurz anzuhalten und noch ein paar Fotos zu machen – das wollte die Reiseleitung nicht.

Mit zunehmender Nähe zu Peking wurde der bisher blaue Himmel immer mehr braun und dunkel, bis wir schließlich wieder im Smog ankamen.

Zum Ende des Tagesausfluges wurde auch das Drängen der Reiseleiterin auf die rasche Rückkehr nach Peking deutlich: wir sollten in einem Teegeschäft teuren chinesischen Tee kaufen….

 

Ming-Gräber (Changling)

Ming-Gräber (Changling)

Kaum eine geführte Tour zur Chinesischen Mauer wird ohne einen Zwischenstopp an den Ming-Gräbern vonstatten gehen. Liegen diese Gräber nur 45 km von der Pekinger Innenstadt entfernt und somit auf halber Strecke zur Mauer.

Die ursprüngliche Lage orientierte sich nicht an der Nähe zur Mauer, sondern zu einem nach den Feng-Shui-Gesetzen gelegenen Ort nahe des Regierungssitzes der Ming-Kaiser. Am Ort der Grabanlage wurde ein Platz gefunden, der zum einen die ausreichende Fälsche bietet und zum anderen nördlich von Bergkette auf drei Seiten umschlossen wird. Somit sind die Gräber vom „böse Geister bringenden Nordwind“ geschützt.

Die am Fuße des Tianshou Berges gelegene Anlage erstreckt sich auf eine Fläche von 80 km². Heute sind einzelne Gräber für Besucher zugänglich, zumindest die überirdisch gelegenen Bauten. Die Anlage wurde 2003 in die UNESCO-Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen.

Trotz dieses Titel und der touristischen Bedeutung überrascht der teilweise schlechte und ungepflegte Zustand der Anlage. Ebenso ist die Qualität des Museums im „Haupthaus“ nahezu unerklärlich. Die Präsentation entspricht einem Schulprojekt einer 9 Klasse, das maximal eine zwei minus erhalten hätte. Die Poster sind auf Holzwände geklebt. Teilweise mit Kuli beschriftet. Beim genaueren Hinsehen sind Klebstoffreste an den Rändern der Exponate zu erkennen. Alles in allem lieblos…

Möglicherweise hatten wir einfach Pech, dass wir die Grabstätte Changling besucht haben. Gerüchten zufolge soll die Dingling Grabstädte die schönere sein. Diese hat den Nachteil, dass sie für Menschen mit Herzproblemen und Problemen mit dem Bewegungsapparat nicht empfehlenswert ist. Für Rollstuhlfahrer ist diese Grabstädte nicht besuchbar. In Changling ist dieses, zumindest von den technischen Gegebenheiten, möglich.

Changling:

Die Grabanlage besteht aus drei Höfen. Im ersten Hof ist ein Pavillon mit Gedenkstein zu sehen. In diesem Hof wurden früher Opfergaben zubereitet. Heute stehen  hier Blumen und schattenspendende Obstbäume.

Im zweiten Hof befindet sich ein neun räumiges Gebäude mit der Halle des Segens. Erbaut ist diese Halle aus Holz und beinhaltet 32 große hölzerne Säulen. Die vier größten Säulen haben einen Durchmesser von 1,17 cm. Jede Säule besteht aus einem einzigen Stamm,der in einem Zeitraum zwischen 4 bis 6 Jahren aus dem Süden Chinas zu seinem Bestimmungsort gebracht wurde. In der Vergangenheit waren die vier größten Säulen mit goldfarbenen Lotusblüten verziert.

Hinter diesem Gebäude, im dritten Hof, befinden sich der  mit Kiefern und Zypressen bewachsene Grabhügel und der dritte Hof, welcher von einem Gebäude mit Aussehen eines Festungturmes. Dieses ist der Pavillon der Klarheit, welcher einen Grabstein mit der Inschrift „Grabstein des Kaisers Chengzu“ beinhaltet.

Trotz der bereits erwähnten Schwachstellen der Anlage ist es ein schöner Zwischenstopp auf dem Weg zur Mauer. Vorsichtig sollte man jedoch beim Warten auf den Bus sein. Hier haben sich fliegende Händler darauf spezialisiert, Touristen über´s Ohr zu hauen und vor allem die Unkenntnis im Wechselkurs und in der Art der Geldscheine  auszunutzen. Von den Mitfahrern in unserem Bus kaufte ein Italiener 3 Äpfel für umgerechnet 8 Euro und bekam dazu einen nicht gültigen Geldschein zurück.

Neben (angeblich) frischem Obst werden Getränke (keine Flaschen, sondern geschöpft in Bechern) und Plastikspielzeug von diesen Händlern angeboten.

Erlian / Erenhot – Grenzübergang in die Mongolei

Die wichtigste Information vorneweg: Steigen Sie aus (sobald sie dürfen), kaufen Sie in der Zollstation ein und kehren Sie dann umgehend zum Zug zurück. Sollten Sie nicht zurückkehren, müssen Sie mehrere Stunden im Zollgebäude verbringen und verpassen die Umstellung der Spurbreiten.

Erlian (offiziell Erenhot) erreicht man spät in der Nacht. Erlian ist zum einen der Grenzübergang in die Mongolei, zum anderen erfolgt hier die Umstellung der Spurbreiten von der in China üblichen Standardspurweite auf die russische 1.520 mm Spurweite.
Das 966 Meter hohe Erlian ist schon von weiten zu erkennen. Hotels, Spielcasinos und viele Gebäude sind mir LED´s beleuchtet. Die Stadt ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen des freien Handels und Güterverkehrs auf die Stadtentwicklung. Bis 1992 war die Stadt Speergebiet und hatte ca. 8.000 Einwohner. Zwischenzeitlich ist die Einwohnerzahl auf über 100.000 angestiegen. Erlian ist neben dem Bahn- und Grenzübergang noch für die hier gefundenen Dinosaurier-Skelete und -Eier bekannt. Diese gehören zu den am besten erhaltenen in ganz Asien.

SAM_0439Die chinesische Grenzkontrolle erfolgt recht belanglos. Zunächst wird man vom Zugpersonal auf die bevorstehende Kontrolle hingewiesen. Das Personal begleitet die Kontrolleure anschließend ins Abteil (zumindest bei den Touristen). Dort werden die Pässe und die zuvor ausgegebenen Erklärungen zu möglichen zu verzollenden Gegenständen eingesammelt. Eine Kontrolle der Pässe oder des Gepäcks findet nicht statt.

Nachdem alle Pässe aus dem Wagon eingesammelt wurden, darf man den Waggon verlassen. Im eher schlechte beleuchteten Bahnhofsgelände sticht das Zollgebäude mit Warteraum hervor. Im ersten Stock befindet sich ein Kiosk (Alkohol / Zigaretten) und ein kleiner Einkaufsladen. Eigentlich liegt dieser Einkaufskiosk bereits auf der Zollseite und ist durch eine Sicherheitstür getrennt. Der geschäftstüchtige Besitzer lässt – ohne dass das Zollpersonal etwas dagegen hätte – jedoch immer kleine Gruppen von ca. 10 Personen hinein, sodass man sich hier mit Lebensmitteln und Getränken versorgen kann. Wir haben hier einen Korb mit frischen Mirabellen und Äpfeln erworben.

SAM_0440Nach unserem Einkauf sind wir zurück zum Zug. Hier fanden bereits die ersten Rangierarbeiten statt, sodass wir ein paar Minuten warten mussten. Es war jedoch kein Problem wieder einzusteigen. Später wurde uns berichtet, dass die Reisenden, welche nicht rechtzeitig zurück waren, für die Zeit der Rangierarbeiten im Zollgebäude eingeschlossen wurden.

Es lohnt sich definitiv früh zurück im Zug zu sein. Nicht nur dass man hier deutlich besser schlafen kann, sondern vor allem da man die Veränderung der Spurweite selbst sehen und miterleben kann.

Hierzu wiSAM_0443rd immer ein Wagen abgekoppelt, das“ Fahrgestell“ gelöst und der Wagen anschließend auf ca. 2 Meter Höhe hochgefahren. Innerhalb der Schiene ist ein Förderband angebracht, welches anschließend die chinesischen „Fahrgestelle“ abtransportiert und die russischen „Fahrtgestelle“ wieder unter die Wagen transportiert. Per Hand werden diese anschließend ausgerichtet und der Wagen wieder abgesetzt. Mit langen Bolzen erfolgt anschließend die Befestigung am Zug.

SAM_0444Sobald dieser Vorgang abschlossen ist, fahren die Wagons zurück in den Bahnhof von Erlian. Hier erhält man anschließend vom Zugpersonal (nach meiner Erinnerung) die Pässe zurück. Natürlich dürfen nun auch die noch wartenden Mitreisenden einstiegen.

Bei der Ausfahrt aus China stehen die Zollmitarbeiter und Sicherheitsleute Spalier. Ebenso wird aus Lautsprechern ein Lied am Bahnhof eingespielt. Nach ca. 20 Minuten Fahrt erreicht man anschließend die Grenzkontrolle der Mongolei.

 

 

 

Peking – Olympisches Dorf

Peking – Olympisches Dorf

Im Norden Pekings befindet sich das ca. 800 ha große Olympic Green, der Olympia Park   zu den Sommerspielen 2008. Während im vorderen Teil die Sportstätten dominieren, entwickelt sich der hintere Teil des Geländes immer mehr zu einer Parkanlage und einem Erholungsgebiet.

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Das unter dem Spitznamen Vogelnest bekannte Nationalstadion war zweifelsohne das bekannteste architektonische Aushängeschild der Spiele. 80.000 Menschen finden Platz darin. Ca. 325 Mil. Euro waren die Kosten. Das Vogelnest ist 330 Meter lang, 220 Meter breit, 69,2 Meter hoch.
Der Architekt äußerte nach der Fertigstellung seine Hoffnung, dass „dieses Bauwerk für Peking das wird, was der Eiffelturm für Paris ist“.

Dicht gefolgt wird des vom gegenüberliegenden nationalen Schwimmstadion, dem Water Cube. Durch dessen auffällige Wabenumhüllung ist es vielen im Gedächtnis geblieben.   DSCN0544   DSCN0534

Ein 42.000 Tonnen schweres verschlungenes Stahlgerüst bildet die Außenhülle des Gebäudes. Aufgrund hoher Stahlpreise musste der Bau für ca. 6 Monate unterbrochen werden. Der Watercube steht heute der Öffentlichkeit zur Verfügung. Neben mehreren Schwimmbecken sind auf insgesamt 70.000 m² Nutzfläche eine Eiskunstlaufbahn, eine Sporthalle, ein Kino und verschiedene Clubs untergebracht.

Wenn Sie beabsichtigen, dort schwimmen zu gehen, sollten Sie sich frühzeitig um eine Eintrittskarte bemühen. Die maximale Besucherzahl von 2.500 Personen wird nahezu täglich erreicht.

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Ein weiterer auffälliger Gebäudekomplex ist das neben dem Olympischen Park gelegene Pangu Plaza bzw. Morgan Plaza. Es besteht aus 4 kleineren Hochhäusern und einem großen Hochhausturm mit markanter Form. Zusammen bilden alle Gebäude die Form eines Drachens.
Das Haus mit der auffälligen Werbung ist zum größten Teil ein Hotel.

Im Olympiapark befindet sich auch der Turm des Pressezentrums. Mehrere amerikanische TV-Sender berichteten von hier. Angrenzend an das Olympische Dorf entsteht aktuell ein Aussichtsturm. In Anbetracht des Smogs dürfte die Sich jedoch nicht sonderlich weit sein.

 

 

 

Platz des Himmlischen Friedens

Platz des Himmlischen Friedens

Der Platz des Himmlischen Friedens gilt mit einer Fläche von ca. 40 ha als einer der größten befestigter Plätze der Welt. Ca. 1 Millionenen Menschen könnten darauf  einen Stehplatz einnehmen.  Der Platz des Himmlischen Friedens wurde nach dem Eingangstor zur Verbotenen Stadt benannt, dem „Tor des Himmlischen Friedens“. Korrekt übersetzen müsste man den chinesischen Namen des Platz eigentlich mit „Tor-des-Himmlischen-Friedens-Platz“.

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Bis Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts war der Platz des Himmlischen Friedens nicht öffentlich zugänglich. Nach der Machtübernahme Ende der Vierzigerjahre im letzten Jahrhunderts wurde der Platz des Himmlischen Friedens ausgebaut, um hier Massenkundgebungen und Versammlungen abzuhalten. Die Volksrepublik China wurde am Platz des Himmlischen Friedens ausgerufen.

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Zu Beginn der Kulturrevolution wurden der Platz u.a. dazu genutzt, um Studenten  gegen das bestehende Bildungs- und Kultursystem zu beeinflussen. Dies mündete in die Ermordung Hunderter Lehrer und Professoren.  1987 demonstrierten Studenten monatelang auf dem Platz, was wiederum blutig endete. Jedoch wurde in beiden Begebenheiten niemand direkt auf dem Platz getötet.

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Weniger bekannt dürften die Studenten-Demonstrationen vom Mai 1919 sein. Hier gibt es einen Bezug zur deutschen Geschichte. Im Versailler Vertrag erhielt China die Hoheit über die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete in der Provinz Shandong nicht zurück. Diese wurden stattdessen Japan unterstellt, was zu Studentenprotesten führte.

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Das Zhengyangmen-Tor,  welches auch unter dem Namen Qianmen bekannt ist, ist ein altes Stadttor in Peking. Es dient für viele Besucher der Stadt als markanter Anhaltspunkt  für den Beginn des Platzes des Himmlischen Friedens.
Das Tor diente als Haupttor der Inneren Stadt  und wurde daher größer und prächtiger als andere Stadttore gebaut. Der Wachturm ist über 40 Meter hoch. Heute ist hier ein Museum untergebracht.

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Hinter dem Zhengyangmen-Tor befindet sich die Gedenkhalle für den Vorsitzenden Mao. Im Inneren wird der einbalsamierte Leichnam Maos aufbewahrt. Die Erbauer orientierten sich am Lenin-Mausoleum im Moskau. Besonders bei der chinesischen Landbevölkerung ist dieser Ort ein „Muss“ bei Besuchen in Peking. Der Eintritt ist kostenlos. Von Süden nach Norden ist die Gedenkhalle 280 m lang und von Osten nach Westen 220 m breit. Die Halle hat eine Fläche von 57.000 Quadratmetern sowie eine umbaute Fläche von 28.000 Quadratmetern. Der Hauptteil des Gebäudes sieht quadratisch aus. Am äußeren Rand sind 44 Säulen aus gelbem Granit.

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Vor den Haupttoren an Süd- und der Nordseite stehen jeweils zwei Skulpturen-Gruppen. Die Skulpturen vor dem Südtor bestehen aus 62 Figuren. Arbeiter, Bauer, Politiker, Soldaten, Wissenschaftlern, Technikern und Kindern sind hier abgebildet. Die Skulpturen sollen an die sozialistischen Revolution und dem Aufbau des Sozialismus erinnern.

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Auf dem Platz befindet sich auch das Denkmal für die Helden des Volkes. Am Sockel des Monuments befinden sich acht große Reliefs, die die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse vom Beginn des ersten Opiumkriegs 1840 bis ins Jahr 1949 darstellen.  Für westliche Touristen scheint es jedoch eher uninteressant zu sein. Im Rahmen unseres Besuches konnten wir nicht beobachten, dass es von vielen Einheimischen besucht oder fotografiert worden wäre.

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Das beliebteste Fotomotiv bei Touristen und Einheimischen ist ohne Zweifel ein Bild mit dem eigentlichen Tor des Himmlischen Friedens im Hintergrund. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie ihren Foto vergessen haben. Mindestens 50 Fotografen bieten Ihnen gegen kleines Geld ein Foto samt Ausdruck an

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