Transmongolische Strecke / Peking – Erlian

Transmongolische Strecke / Peking – Erlian

Pünktlich verlassen wir den Pekinger Bahnhof in Richtung Mongolei. In den nächsten 45 Minuten zieht Peking an uns vorbei. Durch den gestrigen Regen und das Wochenende haben wir blauen Himmel und die überquerten Straßen sind für Pekinger Verhältnisse nahezu leer. Die Außenbezirke sind mit vielen Bäumen bewachsen und lediglich im Hintergrund sind die an Plattenbauten erinnernden Wohnhäuser zu erkennen.  Hin und wieder überqueren wir Kanäle mit grünbraunen Wasser.

Mit zunehmender Entfernung zur Stadt verändert sich die Landschaft. Links und rechts der Bahnstrecke türmen sich am Rande des durchfahrenden Tals die ersten Hügel auf. Große Zubringerstraßen und Brücken erinnern an die Nähe zur Peking.

Nachdem der Zug einen Tunnel durchquerte verändert sich die Landschaft zusehend. Wir überqueren nun blaue Flüsse und Täler mit einem Bergpanorama, wie sie aus typischen Bildern in deutschen China-Restaurants bekannt sind. Der Himmel ist strahlend Blau und die Landschaft ist grün.

Würde sich nicht an der die Bahnstrecke umgebenden Einzäunung der Plastikmüll sammeln, könnte man nahezu davon ausgehen, dass die Landschaft ausschließlich von Obstbauern bewirtschaftet wird.

Unser erster Zwischenhalt ist in Zhangjiakou, nach 193 km. In Reiseführern wird von fliegenden Händlern auf den Bahnsteigen berichtet. Diese gibt es hier nicht. Die Bahnsteige sind eingezäunt und dürfen einzig von Reisenden betreten werden. Unsere zukünftigen Routine folgend sind wir kurz ausgestiegen und haben ein Foto gemacht.

Vom Zugfenster aus die chinesische Mauer zu sehen war auf der Strecke noch zwei weiter male möglich. Hier fahren wir eine Zeit lang an einem See entlang. Der Hotelkomplex am Berghang stört das Panorama. Zhangjiakou gilt als Ski-Gebiet, was die Bestimmung des Komplexes erklärt.

Die Landschaft bleibt weiterhin grün und bergig. Hin und wieder zieht ein Dorf mit identisch aussehenden, in langen Reihen aufbereiten Häusern vorbei. Auf den großen Feldern wird vorwiegend Mais und hin und wieder Wein angebaut. In den Bergen ist hin und wieder ein Kloster zu erkennen.

Hin und wieder sehen wir große Kohlekraftwerke und lange Güterzüge mit Kohlewagons. Ebenso sind militärische Anlagen zu erkennen.

Zwischenzeitlich passieren wir Datong, welches für seine Yungang-Grotten (Grotten mit in den Fels geschlagenen Buddha-Figuren) bekannt ist. Kurz raus, Foto, fertig.

Mehrere Stunden durchqueren wir ein mit Feldern überzogenes Tal. Am Himmel ziehen Wolken auf. Die Windkraftanlage am Horizont, sowie die Ablaufkanäle lassen erahnen, dass es hier häufiger windig und regnerisch zugeht.

Nächster planmäßiger Halt Jining. Eine knapp neun Millionen Stadt, welche neben den Resten eine Stadtmauer aus der Ming-Dynastie vorwiegend durch die näher zur Heimat Konfizius bekannt ist. Wiederum niemand auf dem Bahnhof. Kurz ausgestiegen, Foto, fertig.

Hinter Jining verändert sich die Landschaft erneut. Wir durchfahren die ersten Ausläufer der Wüste Gobi bzw. der Steppenlandschaft der inneren Mongolei. Nach zwei Stunden Fahrt halten wir in Zhurihe. Ein großes Bahnhofsgebäude mit Kuppel umgeben von einfachen Häusern.

Die Nacht bricht an, was bei der Durchquerung der Wüste zumindest klimatisch ein Vorteil ist. Der die Strecke umgebene Zaun ist zwischenzeitlich nur noch ein Maschendrahtzaun mit Plastikmüllansammlungen an den Pfosten.

Die Nacht ist Dunkel und die Sterne sind hervorragend zu erkennen. Hin und wieder sind Siedlungen am Horizont auszumachen. Es könnte sich auch um Industrieanlagen handeln.  Zwischenzeitlich hat uns der Wagenschaffner Decken und die Formulare für den Zoll gereicht. Am Horizont sind die bunten Lichter der Casinos und Hotels aus Erlian zu erkennen. Bei der Einfahrt in die Stadt wird deutlich, dass zwischen den Betreibern ein Wettkampf um die meisten Lichter und das bunteste Blinken entbrannt zu seien scheint.

Am Ende der Stadt fahren wir in den Bahnhof ein (siehe gesonderter Bericht).

Peking – Kaiserpalast / „Verbotene Stadt“

Peking – Kaiserpalast / „Verbotene Stadt“

Ein Erstbesuch Pekings ohne die Besichtigung des Kaiserpalastes, der „Verbotenen Stadt“, ist nahezu unvorstellbar. Nicht nur für ausländische Touristen, auch für Einheimische, ist es der zentrale Besichtigungsort. Das Ausmaß an Touristen hat zur Folge, dass die „Verboten Stadt“ wieder ein wenig verboten wird. Die Anzahl der Besucher ist seit Juni 2015 auf täglich 80.000 Menschen begrenzt. Der Besucherrekord stammt vom Nationalfeiertag am 02.Oktober 2012 mit 182.000 Besuchern.

Der Verkauf an Karten ist auf eine Karte pro Person begrenzt, um Schwarzhändler auszubremsen. Somit ist es notwendig, seinen Ausweis beim Kauf der Karten vorzuzeigen. Anstelle meines Reisepasses habe ich meinen Personalausweis vorgezeigt und zu meiner Überraschung wurde dieser als Studentenausweis gewertet und ich musste nur den halben Preis bezahlen. Der Besuch ist für chinesische Verhältnisse mit circa zehn Euro eher teuer. Der Preis wurde in den letzten Jahren erhöht, um die Besucheranzahl zu verringern – ohne Erfolg.

Tore:

Während das Tor am Platz des himmlischen Friedens den Eingang zur ehemaligen Kaiserstadt bildet, betritt man den Kaiserpalast  durch das „Mittagstor“. Das Mittagstor ist acht Meter hoch und das Gebäude kommt auf 38 Meter und ist damit das höchste Gebäude im ehemaligen Kaiserpalast. Die Stadt besitzt vier Haupttore (je eines pro Himmelsrichtung) mit jeweils einem Turm. Verlassen wird der Kaiserpalast durch das nördliche „Tor der Göttlichen Militärischen Begabung”, es ist das nördlichste Tor des ganzen Kaiserpalastes. Früher gab es im oberen Teil des Torturms eine Trommel und eine Glocke, die eigens für die Palastbewohner die Zeit mitteilte. Alle Türen haben 81 Nägel, also  neun Reihen mit neun Nägeln. Einzige Ausnahme bildet das Donghua-Tor – dieses hat nur acht Reihen. Es war nötig die Anzahl der Nägel auf eine gerade Zahl zu reduzieren, da durch dieses Tor Särge getragen wurden. Dem philosophischen Gedanken von Yin und Yang folgend ist hierzu eine gerade Zahl, eine sogenannte Yin-Zahl, notwendig.

Größe:

Die gesamte Anlage hat eine Ausdehnung über 720.000 m². Auf der bebauten Fläche von 150000 m² sind 890 Gebäude untergebracht. Aktuell können zwei Drittel der Gebäude besichtigt werden. Der annähend rechtwinklige Grundriss ist streng nach einer Nord-Süd-Achse ausgerichtet. Mittelpunkt bildet die eigentliche „verbotene Stadt“.

Der Legende nach gibt es im Palast 9999 und einen halben Raum. Der halbe Raum hat symbolischen Charakter, da das Paradies im Himmel insg. 10.000 Räume umfassen soll. Zwischenzeitlich ist die genaue Zahl der Räume bekannt. Es sind 8886 Räume.

Die gesamte Stadt wird von einer  3428 Metern langen und zehn Meter hohen Mauer umfasst. Die gesamte Anlage ist durch einen 3800 Meter langen, 52 Meter breiten und sechs Meter tiefen mit Wasser gefüllten Graben umgeben.

Gebäude:

Die verbotene Stadt besteht aus einem äußeren und inneren Hof. Die wichtigsten Gebäude folgen in ihrer Ausdehnung einem bestimmten Verhältnis, und zwar Neun zu Fünf. Viele Distanzen zwischen den Gebäuden sind genau im Wert des so genannten goldenen Schnittes gestaltet, also im Verhältnis 0.618. Die Hauptgebäude wurden auf weißen, von Balustraden umgebenen Marmorterrassen errichtet.

Die geschwungenen Pagodendächer sind mit speziellen Ziegelsteinen, den Goldziegel oder auch gelbe Ziegel- nach der Farbe des Kaisers- bedeckt. Diese Ziegel sind  sehr hart und witterungsbeständig. Für den Glanz wurden sie mit Tungöl poliert und geben beim Klopfen einen hellen klingenden Ton ab.

Das wichtigste Gebäude im  für die Regierungsgeschäfte vorgesehenen äußeren Hof ist der Palast mit der Halle der höchsten Harmonie. Diese Halle umfasst eine Fläche vom 2400 m² und ist mit 36,57 Metern der höchste Palast in der Anlage. 24 Säulen tragen das Dach der Halle, welche den Drachenthron beinhaltet.

Vor dem Palast befindet sich die größte Steinplatte Chinas mit einer Fälsche 50 m² und ein Gewicht von 239 Tonnen. Um diese Platte rund 50 km an ihren Bestimmungsort zu bringen, ersannen die Ingenieure eine Kombination aus Brunnen in einer Entfernung von 500 Meter zu einander. Im anschließenden Winter wurde eine Eisschiene hergestellt und die Platte in 28 Tagen, unter Zuhilfenahme von 20.000 Arbeitern, nach Peking gezogen.

Der innere, der Kaiserfamilie vorbehaltene, Hof bestehend aus drei Palästen: dem Palast der Himmlischen Reinheit, der Halle der Berührung von Himmel und Erde und dem (Palast der Irdischen Ruhe)). Nördlich vom Palast der Irdischen Ruhe lag der Kaiserliche Garten, welcher heute noch in Ansätzen zu erkennen ist.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Paläste und Pavillons. Ein einigen sind Ausstellungsstücke zu besichtigen. Beinahe wäre von diesen Ausstellungstücken im Rahmen der Kulturrevolution nichts übrig geblieben. Jedoch wurde der Kaiserpalast von der Volksarmee durch die Zerstörung durch die Roten Garde geschützt.

Viele der Gebäude bestehen aus mit Rohren durchzogenen Hohlwänden, was es erlaubte, die Räume von außen zu heizen.

Außenbereich:

In der Stadt gibt es 13.844 Drachendarstellungen. Im Osten der sechs östlichen Nebenpaläste befindet sich die sogenannte Neundrachenmauer. Das aus 270 glasierten Ziegeln bestehende Relief zeigt neun mit Perlen spielende Drachen auf einer Länge von 30 Metern.
Neundrachenmauer eine prächtige Geisterwand mit dem Abbild von 9 mit Perlen spielenden Drachen. Die sehr lebendig dargestellte Szene hat eine Länge von fast 30 m. Dabei ist es kein zufalle, dass genau 270 Ziegel verwendet wurden. Diese Zahl ist ein Vielfaches von 9×5, der Zahl des Kaisers.

In der Stadt und den Gebäuden wird man keine alten Toiletten finden. Anstelle von Toiletten wurden Bettpfannen genutzt. Für Besucher gibt es selbstredend zwischenzeitlich Toilettenanlagen.

Im Außenbereich fallen viele Bronzebottiche auf. Diese dienten nicht der Dekoration, sondern waren Wasserreservoirs für den Fall eines Brandes. Im Winter wurden diese teilweise beheizt, um das Zufrieren zu verhindern.

Vor mehreren Gebäuden sind sogenannte Wächterlöwen aufgestellt. Die Anzahl der Locken auf dem Löwenkopf (7 bis 13) symbolisiert die Ranghöhe des dort lebenden Politikers. 13 Locken waren ausnahmslos dem Kaiser vorbehalten.

Verlassen des Geländes:

Der Anzahl der Besucher und dem Inneren der Anlage unwürdig ist der Weg beim Verlassen der Anlage.

Hat man den Graben überquert, findet man sich in einer belebten Straße mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften wieder. Während sich im inneren der Anlage die Menschenmassen gut verlaufen haben, herrscht hier nun dichtes Gedränge da die meisten diesen Weg zur U-Bahn bzw. zurück zum Platz des himmlischen Friedens nehmen. Die Polizei ist präsent um die sich hier in der Vergangenheit häufenden Taschendiebstähle einzudämmen.

Airport Express & U-Bahn (Peking)

Airport Express & U-Bahn (Peking)

Die Pekinger U-Bahn besteht aktuell aus 345 Stationen sowie 574 km Strecke. Nach Shanghai ist es das zweitgrößte S-Bahn Streckensystem der Welt. Geschätzten 3,4 Milliarden Fahrten im Jahr und durchschnittlich 9.2 Millionen Nutzern am Tag  verleihen der U-Bahn Peking den Titel des  meistfrequentiertest U-Bahn System der Welt.

Aktuell sind 19 Linien im Betrieb. Jede Linie hat eine eigene Farbe, um die Orientierung zu erleichtern. Sechs Linien haben Namen, die restlichen haben Nummern. Mir ist aufgefallen, dass die Nummern drei, elf und zwölf nicht existieren. Bis heute ist mir der Grund dafür nicht bekannt.

Das U-Bahn Netz verfügt über zwei Ringlinien (Linie 2 und Linie 10), welche die Nutzung deutlich erleichtern. Beide Ringe beinhalten eine Station des Airport-Express, sodass ab dem Umsteigen in eine der Ringlinien sich lediglich die Frage nach der schnellsten Richtung (Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn) zu stellen ist. Seit den Olympischen Spielen sind die U-Bahn-Stationen sowie die Anzeigetafeln in den U-Bahnen zusätzlich mit lateinischen Buchstaben gekennzeichnet. Die meisten Touristen werden vermutlich die Linien im inneren des Rings der Linie zwei, den Airport-Express und Linie 8 zum Olympia-Park nutzen.

Die unterirdischen Bahnsteige  im Innenstadtbereich haben größtenteils ein einheitliches Aussehen. Durch die Farbgebung der Säulen ist die aktuelle Linie zu erkennen. Auf nahezu jedem Bahnsteig ist eine Aufsichtsperson zu finden (an Wochentagen), welche im Notfall weiterhelfen wird.

Oberirdisch sind die Eingänge in einem vergleichbaren Baustil gehalten. Neben jeden Eingang findet sich eine quadratische Säule mit jeweils zwei blauen Vierecken auf jeder Seite. Das obere Viereck zeigt das Logo der U-Bahn. Das Logo stellt ein großes G mit den Buchstaben D und B in der Mitte dar. BGD sind das Akronym für Beijing gaosu diansche was frei übersetz für Pekings elektrifizierter Hochgeschwindigkeitszubringer  steht. Unterhalb dieses Vierecks ist im zweiten Viereck der Name der Station in chinesischen und lateinischen Schriftzeichen abgebildet. Jede Station verfügt über dem Eingang über ein großes blaues Schild mit dem Stationsnamen in lateinischer Schrift.

Tickets:

Der Ticketkauf gestaltete sich unproblematisch. Die Automaten sind auf Englisch umstellbar. Über ein Piktogramm des Streckennetzes ist die gewünschte Endstation zu wählen und anschließend der angezeigte Betrag zu zahlen. Der Preis berechnet sich nach gefahrenen Kilometern. Ein Ticket ist vier Stunden gültig. Nach vier Stunden wird eine Strafgebühr von drei  RMB fällig. Es ist unabdingbar die Fahrkarte bis zum Verlassen der Bahn aufzubewahren, da diese zum Ende der Fahrt erneut vorzuzeigen ist.

Airport Express

Der Airport-Express ist vom Flughafen aus durch einen ca. 200 Meter langen, überdachten und mit Laufbändern versehenen Gang zu erreichen. Der Bahnhof befindet sich auf gleicher Ebene zum Ausgangsbereich des Flughafens.

Fahrkarten sind am Automaten oder am Verkaufsschalter erhältlich. Die Rückseite der Fahrkarte ist mit der Strecke und den Haltestellen bedruckt. Es ist notwendig, diese Fahrkarte bis zum Verlassen des Zuges aufzubewahren, da diese zum Verlassen der Stationen wieder in das Drehkreuz bzw. die Ausgangsschranke einzuführen ist.

Der ABC (Airport Beijing City) beziehungsweise der Airport Express verbindet Terminal 3 des Flughafens mit der Innenstadt. Die Bahn verkehrt im umgedrehten Uhrzeigersinn zwischen 6 Stationen. Die 16 Minütige Fahrt (Terminal 3 – Dongzhimen) kostet 25 RMB und ist alle 8 bzw. 10 Minuten zwischen 6:00 Uhr und 23:30 Uhr möglich. Dabei entfielt es sich mit der U-Bahn Linie 2 zur Dongzhimen Station zu kommen. Diese Station kann ansonsten nur über eine Bushaltestelle erreicht werden. Die Anfahrt mit Taxi oder PKW ist nahezu unmöglich.

Donzghimen ist eine dreistöckige unterirdische Station. Das erste unterirdische Level erlaubt den Zugang zur Linie 13. Der zweite unterirdische Level zur Linie w. Im dritten Level verkehrt der Airport-Express.
Dabei ist zu beachten, dass unterirdisch keine Fahrkarten gelöst werden können.

Peking Flughafen

Peking Flughafen

Der Beijing Capital International Airport (PEK/ZBAA) liegt 32km außerhalb der Innenstadt Pekings. Im Sommer 2008 eröffnete pünktlich zu den Olympischen Spielen das Terminal 3, welches heute für alle internationalen Flüge genutzt wird. Dieses Terminal ist das zweitgrößte Flughafenterminal (nach Dubai) und bezog auf die Fläche das sechstgrößte Gebäude der Welt. Insgesamt umfasst das Flughafengelände 1480 Hektar an Land. Bezogen auf die Anzahl der Starts und Landungen von Flugzeugen ist der Flughafen als sechstgrößter Flughafen für Passagiere und dreizehngrößte Flughafen für Frachtgut.

Ein Konsortium um den Architekten Sir Norman Foster ist für Entwurf und Konstruktion des Terminals verantwortlich. Wie alle Foster-Flughäfen sieht dieser Flughafen einheitlich und auswechselbar aus. Nun lässt sich streiten, ob Foster keine neuen Ideen hat, oder ob das gewählte Design das optimale Design für einen Flughafen ist. Etwas kreativere zeigte sich die für das Innendesign verantwortliche Firma. Hier ist ein deutlicher Anklang an die Chinesische Tradition und Geschichte zu erkennen. Es finden sich hier beispielsweise Kupferkessel und Elemente aus der Neun-Drachen-Wand der verbotenen Stadt wieder. Ebenso ist im Wartebereich der Ebene T3E eine Gartenanalage mit Reminiszenzen an die Gärten des Sommer-Palastes sowie in  T3C ein Untergrundgarten-Tunnel angelegt.

Der Food-Bereich wird häufig als „global kitchen“ bezeichnet. Insgesamt stehen 72 Restaurants und Ständen zur Auswahl. Das Angebot reicht von typisch chinesischer und westlicher Küche, über Sushi und Fast-Food bis hin zu orientalischen Backwaren und Kebab. Im staatlich regulierten Flughafen wird durch die Regierung sichergestellt, dass die Preise nicht über den Preisen der Pekinger-Innenstadt liegen.

Neben dem Food-Bereich sind 16.000 m2 lokaler Verkaufsfläche, 12.000 m2 Duty-Free-Verkaufsfläche und 7000 m2 Fläche für Serviceleistungen wie beispielsweise Banken und Business-Center belegt.

Die Toiletten sind groß und sauber. Jede Toilette hat einen Wickeltisch und jede Toilette ist behindertengerecht ausgestattet. Interessant ist ebenfalls, dass jeder Sitz im Wartebereich über einen Stromanschluss verfügt.

Nach einem längeren Fußweg erreichten wir den Sicherheitsbereich des Ausganges. Hier werden die Passagiere zunächst nach Einheimischen und Ausländern getrennt. Anschließend stehen vier Linien zum Anstehen bereit. Keine priorisierte Strategie ist erkennbar, um die Anstehzeit zu verkürzen. Die Mitarbeiter variieren die Absperrbänder ohne erkennbaren Grund. Gerade noch geschätzte 15 Meter zum Kontrollpunkt sind es plötzlich wieder 75 und die andere Schlange kommt deutlich schneller voran. Ich nutzte die lange Wartezeit, um mir eine Reisegruppe aus Nordkorea näher anzusehen. Ich erinnere mich nicht, zuvor Nordkoreanern begegnet zu sein. Kleidung, Haarschnitte und Körperhaltung variierten wahrnehmbar zu den anderen Wartenden. Insgesamt wirkten diese Reisenden höflich und gelassen hin und wieder konnte ich mir den Eindruck nicht verwehren, dass sie peinlich darauf achteten nicht negativ aufzufallen.

Der Sicherheitscheck verlief schnell. Ausweis abgeben, Visum vorzeigen, Einreisezettel abgeben, fürs Foto stillhalten und das war´s. Wie in nahezu allen Flughäfen der Welt hatten einige Mitreisende den Zoll-Zettel nicht ausgefüllt. In Anbetracht der langen Wartezeit und der Zeit im Flugzeug bleibt mir dieses nach wie vor unerklärlich.

Hinter dem Sicherheitsbereich ist der Flughafen gut ausgeschildert. Englischsprachige Schilder und Piktogramme weisen den Weg. Geldautomaten und Wechselstuben sind leicht zu finden und die Bedienung der Automaten ist Problemlos auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch umzustellen (zumindest an unserem Automat).

Der Airport Express war schnell gefunden und somit ging es hinein ins pulsierende Peking.

Peking – Olympisches Dorf

Peking – Olympisches Dorf

Im Norden Pekings befindet sich das ca. 800 ha große Olympic Green, der Olympia Park   zu den Sommerspielen 2008. Während im vorderen Teil die Sportstätten dominieren, entwickelt sich der hintere Teil des Geländes immer mehr zu einer Parkanlage und einem Erholungsgebiet.

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Das unter dem Spitznamen Vogelnest bekannte Nationalstadion war zweifelsohne das bekannteste architektonische Aushängeschild der Spiele. 80.000 Menschen finden Platz darin. Ca. 325 Mil. Euro waren die Kosten. Das Vogelnest ist 330 Meter lang, 220 Meter breit, 69,2 Meter hoch.
Der Architekt äußerte nach der Fertigstellung seine Hoffnung, dass „dieses Bauwerk für Peking das wird, was der Eiffelturm für Paris ist“.

Dicht gefolgt wird des vom gegenüberliegenden nationalen Schwimmstadion, dem Water Cube. Durch dessen auffällige Wabenumhüllung ist es vielen im Gedächtnis geblieben.   DSCN0544   DSCN0534

Ein 42.000 Tonnen schweres verschlungenes Stahlgerüst bildet die Außenhülle des Gebäudes. Aufgrund hoher Stahlpreise musste der Bau für ca. 6 Monate unterbrochen werden. Der Watercube steht heute der Öffentlichkeit zur Verfügung. Neben mehreren Schwimmbecken sind auf insgesamt 70.000 m² Nutzfläche eine Eiskunstlaufbahn, eine Sporthalle, ein Kino und verschiedene Clubs untergebracht.

Wenn Sie beabsichtigen, dort schwimmen zu gehen, sollten Sie sich frühzeitig um eine Eintrittskarte bemühen. Die maximale Besucherzahl von 2.500 Personen wird nahezu täglich erreicht.

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Ein weiterer auffälliger Gebäudekomplex ist das neben dem Olympischen Park gelegene Pangu Plaza bzw. Morgan Plaza. Es besteht aus 4 kleineren Hochhäusern und einem großen Hochhausturm mit markanter Form. Zusammen bilden alle Gebäude die Form eines Drachens.
Das Haus mit der auffälligen Werbung ist zum größten Teil ein Hotel.

Im Olympiapark befindet sich auch der Turm des Pressezentrums. Mehrere amerikanische TV-Sender berichteten von hier. Angrenzend an das Olympische Dorf entsteht aktuell ein Aussichtsturm. In Anbetracht des Smogs dürfte die Sich jedoch nicht sonderlich weit sein.

 

 

 

Platz des Himmlischen Friedens

Platz des Himmlischen Friedens

Der Platz des Himmlischen Friedens gilt mit einer Fläche von ca. 40 ha als einer der größten befestigter Plätze der Welt. Ca. 1 Millionenen Menschen könnten darauf  einen Stehplatz einnehmen.  Der Platz des Himmlischen Friedens wurde nach dem Eingangstor zur Verbotenen Stadt benannt, dem „Tor des Himmlischen Friedens“. Korrekt übersetzen müsste man den chinesischen Namen des Platz eigentlich mit „Tor-des-Himmlischen-Friedens-Platz“.

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Bis Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts war der Platz des Himmlischen Friedens nicht öffentlich zugänglich. Nach der Machtübernahme Ende der Vierzigerjahre im letzten Jahrhunderts wurde der Platz des Himmlischen Friedens ausgebaut, um hier Massenkundgebungen und Versammlungen abzuhalten. Die Volksrepublik China wurde am Platz des Himmlischen Friedens ausgerufen.

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Zu Beginn der Kulturrevolution wurden der Platz u.a. dazu genutzt, um Studenten  gegen das bestehende Bildungs- und Kultursystem zu beeinflussen. Dies mündete in die Ermordung Hunderter Lehrer und Professoren.  1987 demonstrierten Studenten monatelang auf dem Platz, was wiederum blutig endete. Jedoch wurde in beiden Begebenheiten niemand direkt auf dem Platz getötet.

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Weniger bekannt dürften die Studenten-Demonstrationen vom Mai 1919 sein. Hier gibt es einen Bezug zur deutschen Geschichte. Im Versailler Vertrag erhielt China die Hoheit über die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete in der Provinz Shandong nicht zurück. Diese wurden stattdessen Japan unterstellt, was zu Studentenprotesten führte.

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Das Zhengyangmen-Tor,  welches auch unter dem Namen Qianmen bekannt ist, ist ein altes Stadttor in Peking. Es dient für viele Besucher der Stadt als markanter Anhaltspunkt  für den Beginn des Platzes des Himmlischen Friedens.
Das Tor diente als Haupttor der Inneren Stadt  und wurde daher größer und prächtiger als andere Stadttore gebaut. Der Wachturm ist über 40 Meter hoch. Heute ist hier ein Museum untergebracht.

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Hinter dem Zhengyangmen-Tor befindet sich die Gedenkhalle für den Vorsitzenden Mao. Im Inneren wird der einbalsamierte Leichnam Maos aufbewahrt. Die Erbauer orientierten sich am Lenin-Mausoleum im Moskau. Besonders bei der chinesischen Landbevölkerung ist dieser Ort ein „Muss“ bei Besuchen in Peking. Der Eintritt ist kostenlos. Von Süden nach Norden ist die Gedenkhalle 280 m lang und von Osten nach Westen 220 m breit. Die Halle hat eine Fläche von 57.000 Quadratmetern sowie eine umbaute Fläche von 28.000 Quadratmetern. Der Hauptteil des Gebäudes sieht quadratisch aus. Am äußeren Rand sind 44 Säulen aus gelbem Granit.

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Vor den Haupttoren an Süd- und der Nordseite stehen jeweils zwei Skulpturen-Gruppen. Die Skulpturen vor dem Südtor bestehen aus 62 Figuren. Arbeiter, Bauer, Politiker, Soldaten, Wissenschaftlern, Technikern und Kindern sind hier abgebildet. Die Skulpturen sollen an die sozialistischen Revolution und dem Aufbau des Sozialismus erinnern.

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Auf dem Platz befindet sich auch das Denkmal für die Helden des Volkes. Am Sockel des Monuments befinden sich acht große Reliefs, die die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse vom Beginn des ersten Opiumkriegs 1840 bis ins Jahr 1949 darstellen.  Für westliche Touristen scheint es jedoch eher uninteressant zu sein. Im Rahmen unseres Besuches konnten wir nicht beobachten, dass es von vielen Einheimischen besucht oder fotografiert worden wäre.

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Das beliebteste Fotomotiv bei Touristen und Einheimischen ist ohne Zweifel ein Bild mit dem eigentlichen Tor des Himmlischen Friedens im Hintergrund. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie ihren Foto vergessen haben. Mindestens 50 Fotografen bieten Ihnen gegen kleines Geld ein Foto samt Ausdruck an

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