Von der Grenze bis Ulaanbaatar

Von der Grenze bis Ulaanbaatar

In den ersten Morgenstunden durchqueren wir Steppe, um anschließend für eine Stunde eine karge, wüstenähnliche Landschaft zu durchqueren. Zum Ende der Wüstenlandschaft stoppte der Zug in einer befestigten Ortschaft. Die monotonen eingeschossigen Häuser vermittelten ein tristes Bild. Ein menschenleerer Bahnhof verfestigte diesen Eindruck. Wie gewohnt folgten wir unserm Ritual: aussteigen, Foto machen, einsteigen, fertig.

Mit zunehmender Fahrtdauer nehmen die Gräser zu und die Farbe der Landschaft wird grüner. Aus dem Fenster der Bahn sind die ersten Tiere zu beobachten. Zunächst Kamele und Pferde, später Ziegen und Scharfe. Mit Zunahme der Sättigung der Grünfärbung kommen weitere Tiere hinzu. Frei weidende Kuhherden und Greifvögel sind nahezu alle zehn Minuten zu erspähen, sowie immer wieder Gruppen von Pferden.

Hin und wieder sehen wir Jurten in der Landschaft. An der Unterführung eines Bahndammes warten mongolische Hirten – in traditioneller Kleidung -. Mit zunehmender Nähe zur Hauptstadt wandelten sich die Pferde zu Motorrädern und Quads. Vor den Jurten parkten Geländewagen und auf den Jurten sind Satellitenschüsseln befestigt.

Mehrere Stunden fahren wir, immer leicht ansteigend, durch eine grüne Landschaft mit an den Seiten leicht ansteigenden Hängen. Die Bahnstrecke führt in langgezogenen Kurven an den sich nun rechter Hand auftürmenden Hügeln vorbei und ermöglicht somit tolle Fotogelegenheiten, um die Länge des Zuges festzuhalten.

 

Circa zwei Stunden vor Erreichen der Hauptstadt sind hin und wieder kleinere feste Siedlungen zu erkennen. Die Häuser sind buntgestrichen. In der Nähe einer Ortschaft führt die Bahnstrecke an einer vergoldeten Statue und mehreren aufgereihten Stupas  vorbei.

Die Einfahrt nach Ulaanbaatar erfolgt entlang eines Berges, sodass die Ausdehnung der Stadt gut zu erkennen ist. Wir überqueren den Fluss Tuul mit seinem glassklaren Wasser und sehen neben der Bahnstrecke die MCS Tiger Brewery, einen orange-roten Kasten im sonst eher einstöckigen Industriegebiet.

Nach ungefähr 10 Minuten ist der Bahnhof erreicht. Zuvor sind am Rande noch mehrere alte Lokomotiven zu erkennen, welche zwischen Bahnlinie und Straße ausgestellt sind.

Bahnhof Ulaanbaatar

Bahnhof Ulaanbaatar

Der Bahnhof in Ulaanbaatar  ist ein großes, im sowjet-klassizistischen Baustil errichtetes Gebäude. An der Stirnseite des Hauptgebäudes ist der Name der Stadt sowie die auf den Dächern der Seitengebäude die Bezeichnung Railway und Station in großen Buchstaben angebracht. Von der Gleisseite in grünen Buchstaben und in lateinischen Schriftzeichen, von der Stadtseite in roten Buchstaben und kyrillischen Schriftzeichen.

Der Platz zu den Gleisen hin ist groß, sauber und mit überdachten Sitzgelegenheiten ausgestattet. Ein ruhiger Bahnhof. Im Bahnhofsgelände findet sich ein Ticketverkaufsschalter, eine Wechselstube und vis-a-vis eine Polizeistation.

Die Wartebereiche sind großzügig gestaltet und mit Kronleuchtern versehen. An den Wänden sind Landschaftsposter in die mit Stuck abgesetzten Rahmen eingelassen. Die Wände sind in einem hellen Blau und nach oben in Terrakotta bzw. einem gelb-orange-Ton gehalten. Steckdosen waren zunächst  unauffindbar. Die Toiletten sind sauber und in gutem Zustand. Die Anzeige der nächsten Züge erfolgte über den Aushang eines Papierausdrucks.

Die Bahnhofsgegend hat einen schlechten Ruf. Es ist nicht die schönste Gegend, Sicherheitsbedenken hatten wir dennoch nicht. Rechter Hand des Bahnhofes sind in kleinen Garagen bzw. aneinander gereiten Containern kleine Lebensmittelgeschäfte (Getränke, Alkohol, Reis, Gemüse) untergebracht. Die fehlenden Fenster dieser Läden lassen die Szenerie zwielichtig wirken, was vermutlich auch den schlechten Ruf der Gegend erklärt. Vor dem Bahnhofsgebäude findet sich ein Taxistand und seitlich einige Bushaltestellen.

Störend verhielt sich ein Bettler, der uns zeichnen wollte und dafür Geld verlangte. Schnell war dieser Person klar gemacht, dass ich kein Interesse am Erwerb einer Zeichnung habe. Wenig später versuchte er es bei meinem Vater. Ein strenger Blick meines Vaters reicht aus, um ihn zu verscheuchen.  Etwas distanzlose Kinder beobachteten meinen Vater, was vermutlich auf seinen weisen Bart zurückzuführen war.

Einzige Attraktion des Bahnhofes ist eine ausgestellte alte Dampflok. In Deutschland aus Sicherheitsgründen unvorstellbar, konnte die Lok teilweise betreten werden Der Eingang zum Unterstand war verschlossen und lediglich durch das Fenster einsehbar. Nachdem mich mein Vater spaßeshalber als feiges Huhn bezeichnete, fühlte ich mich aufgefordert den Kessel zu erklimmen und dieses in einem Beweisfoto festzuhalten.

Von Ulaanbaatar bis zur Grenze

Von Ulaanbaatar bis zur Grenze

Abfahrt

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Von der Hauptstadt Ullanbaatar ging es mit der transmongolischen Eisenbahn weiter.

Mongolische Züge

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In vielen Reiseberichten ist nichts gutes über die Züge der Mongolischen Eisenbahn zu lesen. Wir können dieses jedoch nicht bestätigen. Möglicherweise sind die Züge tatsächlich älter und weniger modern, jedoch wird von den Mitarbeitern deutlich mehr Wert auf Sauberkeit und das „Wohlbefinden der Reisenden“ gelegt.

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Auch das WC war diesesmal in einem deutlich besseren Zustand – im Vergleich zum vorherigen chinesischen Zug.

 

Bahnhöfe unterwegs

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Die Zwischenstationen sind kaum der Rede wert. Offiziell hält die Eisenbahn in Erdenet, Darchan und Süchbaatar. Erdenet ist die zweitgrößte Stadt und Darchan die drittgrößte Stadt der Mongolei. Nun können wir die Städte nur nach deren Bahnhöfen beurteilen, danach scheint es jedoch keine Notwendigkeit zu geben sich, die Städte genauer anzusehen.

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Die Zwischenstation und Haltezeiten können -wie in den anderen Zügen auch- einem Aushang entnommen werden. Hier ist jedoch darauf zu achten, welche Zeit den Reverenzrahmen bildet (Moskau-Zeit, Peking-Zeit oder Orts-Zeit).

Abfahrt aus Ullanbaatar

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Ullanbaatar ist schnell verlassen. Nach ca. 10 Minuten hat man die Stadt hinter sich gelassen.

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Entlang am Fluss

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Lange folgt die Bahnstrecke einem Fluss. Das Wasser ist klar und hin und wieder sind Angler zu sehen. In der Mongolei gibt es etwa 1.200 Flüsse mit einer Gesamtlänge von fast 70.000 km. Es ist jedoch fraglich, wie lange dieses noch der Fall seien wird. Die Desertifikation der Gewässer ist ein großes Problem. Laut den letzten Angaben (aus 2007) sind 852 der Flüsse und Bäche und mehr als 1000 der Seen ausgetrocknet oder verschwunden.

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Es ist nicht verwunderlich, dass alle Flüsse der Mongolei im Winter zufrieren, bedenkt man die klimatischen Bedingungen.

Strecken-Impressionen

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In einigen Reiseführern steht geschrieben, die Strecke wäre eintönig und eher langweilig. Man kann dieser Meinung sein, wenn man auf spektakuläre Landschaftsformationen und Städte am Streckenrand hofft. Im Grunde schaut man lange Zeit nur auf „grün“. Persönlich haben wir die Weite und die verschiedenen Grünschattierungen jedoch sehr angenehmen und beruhigend empfunden.

Es gibt immer etwas zu entdecken

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Das geübte Auge kann immer wieder Tiere und kleine Jurten am Horizont erkennen. Ebenso kann man eine große Anzahl an Greifvögeln beobachten (jedoch aus der Bahn nicht gut fotographieren). Die großen Flächen lassen es dabei zu, dass man sich langsam einem „entdeckten“ Punkt nähert und sich anschließend wieder davon „entfernt“. Es mag Menschen geben, die mit der Bahn fahren um anzukommen – für dieses ist es sicherlich quälend lange. Wer jedoch mit der Bahn fährt um „zu schauen“ und “ unterwegs zu sein“, der wird an der Mongolei seinen Gefallen finden.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Transmongolischen Eisenbahn

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Die in 1520-mm-Breitspur trassierte Strecke wickelt etwa 90 % des Warenverkehrs mit den Nachbarstaaten ab. In der Mongolei ist die Strecke (der größte Teil) eingleisig . Somit begegnet man langen Güterzügen an Bahnhöfen und an wenigen Stellen entlang der Stecke. Grundlegend konnten wir drei wesentliche Wagontypen immer wieder beobachten. Öl, Holz und (leere) Kohlewagen.

Urbanisierung

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Immer mehr „Nomaden“ lassen sich in den letzten Jahren nieder. Das bedeutet, dass ein Stück Land gekauft und dort die Jurte errichtet wird. Nach und nach, wenn es die finanziellen Mittel zulassen, wir ein Haus gebaut. Auf unsere Fahrt sind uns immer wieder massive Holzzäune zur Grundstücksbegrenzung aufgefallen. In vielen Fällen war jedoch eine Seite (meistens hangabwärts) offen. Es konnte uns jedoch niemand erklären, ob dieses z.B.  dem Wind oder dem Schneefall geschuldet ist. Während der Zugfahrt sind wir mit einigen Mongolen ins Gespräch gekommmen. Niemand konnte uns erklären, warum die Grundstücke immer so massiv eingezäunt sind, während es im Land sonst kaum Zäune, Wände, Wälle etc. gibt.

Es wird Abend

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Gegen Abend verändern sich Landschaft und Licht. Das eher orange Abendlicht bildet mit der nun eher sandigen Steppe ein schönes Bild. Durch das Personal werden Bettbezüge gereicht. Diesmal in einer eigenen (verschlossenen) Plastiktüte. Die Bettbezüge sind frisch aus der Reinigung und sauber. Jedoch ist allen Reisenen klar, dass die Nacht kurz sein wird, da um 2 Uhr nachts der Grenzübergang nach Russland bevorsteht.

Grenzübgergang

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Kurz vor der Grenze fährt man durch´s Niemandsland. Ohne jegliche Lichtverschmutzung ist dies eine hervorragende Möglichkeit nach Sternen und der Milchstraße zu schauen. Es ist ein spektakulärer Ausblick. Insbesondere das Sternbild „Großer Wagen“ hängt tief über dem Land.

Wir wurden vor dem Grenzübertritt von den monglischen Staatsangehörigen vorgewarnt, dass es in Russland sehr streng zugehen würde. Für „uns Europäer“ war es jedoch „leicht“; lediglich die nachtschlafende Zeit störte alle Reisenden gewaltig.

Im Zug mussten alle Abdeckungen geöffnet werden. Schlafen war verboten und alle Mitreisenden mussten sich auf die unteren Betten setzen.

Auf nach Russland

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Zur Grenzkontrolle:
Ausweiskontrolle, Gepäck vorzeigen, Zoll-Formular abgeben. Nach ca. 30 Minten mussten wir unser Gepäck vorzeigen (in unsere Taschen wurde nicht geschaut – in die Taschen der Mongolen schon). Nach ca. 10 Mintuen ging ein Hundeführer mit Hund durch den Zug. Weitere 20 Minuten später lief (vermutlich) ein Ärztin mit einer Wärmebildkammera durch den Zug und filmte uns ab. Wir gehen davon aus, dass nach Fieber-Erkrankungen gesucht wurde.

Die Grenzerinnen waren junge russische blonde Frauen, die uns gegenüber sehr freundlich und nett waren. Wie man auf den Bildern erkennen kann, liegt die Grenze ziemlich im Niemandsland und die Grenzerinnen und Grenzer sind auch direkt dort untergebracht. Dann auch noch mitten in der Nacht arbeiten – es wundert mich nicht, wenn die Damen und Herren auch mal schlechte Laune haben.
Aber auch hier gilt: ist man selber nett und freundlich, bekommt man dieses auch zurück.

Haifa

Haifa

Haifa die die drittgrößte Stadt Israels.
Bergig, ein großer Hafen und viele Russen bzw. russischstämmige Israelis.

Das Stadtbild wird dominiert vom Unesco Weltkulturerbe, dem Schrein des Bab. Genauer gesagt vom Schrein und den einen Kilometer langen Terrassen (Bahai-Gärten) über und unter dem Schrein.

Gärten und Schrei der Bahai

Neben dem Bahnhof gelegen ist das 68 Meter hohe Dagonsilo zur Speicherung von Getreide das auffälligste Gebäude.

Dagonsilo am Bahnhof

Im Küstenbereich bestimmen Industrieanlagen und der Hafen das Stadtbild. In Bahnhofsnähe befinden sich die Anlegestellen großer Kreuzfahrtschiffe.

Hafen und Industire am Bahnhof und der Küste

Haifa liegt am Nordhang des Karmelgebirges und somit hat sich die Verkehrsführung den geographischen Gegebenheiten anpassen. Je höher man sich begibt, umso kleiner werden die Straßen. Eine Ausnahme bildete die Louis Promenade, welche einen schönen Ausblick von oberhalb des Stadtgebietes bietet. Wer nicht so weit gehen möchte, kann die Yefe Nof Street aufsuchen und erhält einen guten Blick über die Stadt und einen Teil der Bahai-Gartenanlage.

Haifa besitz die (aktuell) einzige U-Bahn in Israels. Im Grunde ist es eine Standseilbahn, die es ermöglicht, ca. 300 Meter Höhenunterscheid zu überwinden. Dazwischen liegen die Haltestellen am Rande des Zentrums. Die Bedeutung der Bahn für den Personenverkehrt ist heute gering. Im Rahmen eine geplanten Metro-Bus-Linie könnte sich hier in Zukunft jedoch eine Veränderung ergeben, da die U-Bahn-Endstation eine Haltestelle der neuen Buslinie sein wird.

 

Bergauf-Bergab in Haifa

Im Rahmen meines Aufenthaltes sind mir viele russisch sprechende Personen und russische Geschäfte aufgefallen. Teilweise waren in kleinen Lebensmittelläden die Preise auch in Rubeln ausgeschrieben.

Einige Israelis  antworten auf die Frage, warum sie noch nie in Haifa gewesen sind mit: „Ich war zweimal da, aber es war geschlossen“. Haifa ist eine ganz normale Stadt. Es fehlt an Glanz und Besonderem. Haifas gilt als „Arbeiterstadt“, was sich daran zeigt, dass hier am Shabba öffentliche Verkehrsmittel fahren.

Trotz des Arbeiterimages bietet Haifa mehrere interessante Kunstmuseen. Darüber hinaus findet man das lohnenswerte „Israelisches Nationalmuseum für Wissenschaft, Technik und Raumfahrt“. Das „Clandestine Immigration and Naval Museum“ ermöglicht es, alte U-Boote und maritime Militärtechnik zu besichtigen.

 

Kunst und Arbeit
Hof HaCarmel – Carmel Beach

Hof HaCarmel – Carmel Beach

20 Minuten südlich des Stadtzentrums Haifas befindet sich einer der besten Strände Israels. Zumindest wenn man Reiseführern Glauben schenken möchte. Auf den ersten Blick erschließt es sich nicht, warum dieser Strand etwas Besonderes ist.Eine Promenade, drei bis fünf Meter (angelegter) Sand und anschließend Wasser.


Warum dieser Strand sich großer Beliebtheit erfreut zeigt sich beim Blick auf die andere Seite des Sandstrandes.
Restaurants, Bars und „Saftstände“ säumen das Ufer. Alle 100 Meter stehen Toiletten und Duschen zur kostenlosen Verfügung. Hinter den Lokalen sind kleine Parks und Rasen auf kleinen Hügeln bzw. Dämmen angelegt. An mehreren Stellen sind Spielplätze für Kinder und „Sportmöglichkeiten“ für Erwachsene verfügbar.


Die Promenade ist mehrere Kilometer lang und breit. Jogger können sich ohne größere Behinderungen bewegen. Radfahren ist neben der Promenade möglich.
An Wassersportarten wird Windsurfing und Kite-Surfing angeboten. Beachvolleyballfelder sind angelegt.


Vom Strand aus sind die Haifa Mall und Castra Mall fußläufig erreichbar. Kleidung, Computer-Zubehör, Kosmetik und Lebensmittel werden angeboten. Die Malls sind vorwiegend von Einheimischen besucht. Auf Touristen sind die Geschäfte nicht ausgelegt.
Die Orientierung ist etwas schwierig, da die Beschriftungen ausschließlich auf Hebräisch erfolgen.
Der Bahnhof Haifa Ḥof HaCarmel und der Strand sind durch einen kleinen Tunnel verbunden. Vor dem Bahnhof befindet sich der Busbahnhof, welcher neben Stadtbussen ebenfalls von Überlandbussen angefahren wird.
Im Israel-Libanon Konflikt von 2006 endeten an diesem Bahnhof alle Zugverbindungen, nachdem das Bahndepot in Haifa von einer Rakete getroffen wurde.

Mit dem Zug nach Askalon (Aschkelon)

Mit dem Zug nach Askalon (Aschkelon)

Im schwarzen Walfisch zu Askalon wird kein Prophet geehrt, und wer vergnügt dort leben will, zahlt bar, was er verzehrt.
Als Reminiszenz an meiner Studentenzeit durfte ein Besuch in Askalon ( heute Aschkelon geschrieben) nicht fehlen. Hatte ich doch in Verbindungszeiten ab und zu das Studentenlied im schwarzen Walfisch zu Askalon intoniert und mich für ein Seminar mit der damals größten Meerwasserentsalzungsanlage in Aschkelon beschäftigt.

Leider ist die Anlage nicht besuchbar und kein Gastwirt ist auf die Idee gekommen seine Lokalität zum schwarzen Walfisch zu nennen. Somit war mir klar, dass es sich um einen kurzen Aufenthalt handeln würde.

Ashod Ad Halom
Die Zugfahrt führt entlang an Feldern und Plantagen. Immer wieder hält der Zug an kleineren Bahnhöfen. Geschichtlich interessant ist der Punkt Ashod Ad Halom. Ad Halom bedeutet ungefähr bis hierhin und nicht weiter. Es markiert den Punkt, bis zu welchem die ägyptische Armee im Jahre 1948 in den Staat Israel eindrang. Mit etwas Glück sind vereinzelnd noch alte Bunkeranlagen (der Briten) aus dem Zug zu erkennen.

Untwerwegs in Ashod

Darüber hinaus sind in Ashod mehrere Monumente für die gefallenen Soldaten beider Seiten aufgestellt. Aus dem Zug ist dieses nicht sehen. Ebenso befindet sich in Ashod seit dem 13. Jahrhundert eine Brücke über den Lakhisch Fluss. Die Bahnbrücke wurde neben dieser Brücke erbaut und die Brücke ist heute zur Autobahnbrücke umfunktioniert. Somit ist dieses Bauwerk vom Zug aus nicht in Augenschein zu nehmen.

Aschkelon
Der Bahnhof Aschkelons liegt circa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Im Internet war zu lesen, dass sich ein großes Einkaufszentrum direkt neben dem Bahnhof befindet. Mein erster Abstecher war somit das Einkaufszentrum.

Ashkelon Station

Was für eine Enttäuschung. Ein großer Supermarkt, zwei Schuhgeschäfte, eine Art Baumarkt, zwei Restaurants und ein großer Parkplatz.

 

„Shopping-Mall“ am Bahnhof

Zurück zum Bahnhof und mit dem Bus ins Stadtzentrum. Zu Fuß ist Stadtzentrum nicht zu erreichen.An der Straße ist kein Gehweg angebracht. Das Stadtzentrum ist eher enttäuschend. Die dominierende Bevölkerung scheint aus Russen, Italienern und jungen Amerikanern zu bestehen. Bei den Amerikanern handelt es sich um Studenten im Auslandssemester. Der Hafen ist recht angenehm und modern. Ansonsten hat die Stadt keine Fotomotive zu bieten.

Außerdem befinden sich außerhalb der Stadt archäologische Ausgrabungsstätten. Waschsalon liegt nahe an Gaza-Stadt und im „Einzugsgebiet“ der Raketen. Bei genau hinsehen sind vor einigen Haltestellen steinerne Unterstände (Bunker) zu erkennen.

Lod
Die Rückfahrt erfolgt über eine andere Streckenführung. Es geht vorbei an Lod. Lod hat den größten Güterbahnhof des Landes und somit fährt der Zug lange an Rangiergleisen und wartenden Zügen vorbei. In den einsehbaren Wagons ist der Schrotthandel bzw. -transport dominierend.

Lod und Rückweg

Zwischen Lod und Tel Aviv führt die Strecke am Flughafen vorbei. Aufgrund der Lärmschutzwende ist die Aussicht versperrt. Entschädigt wird dieses später, zumindest ein wenig, durch einen guten Ausblick auf die Skyline der Stadt.

 

Unterwegs in Tel Aviv und Israel (Transportmittel)

Unterwegs in Tel Aviv und Israel (Transportmittel)

Israel (allgemein)
Wer keine Reise mit einem Touristenbus buchen möchte, kann im wesentlichen auf Taxi, Überlandbus und Zug zurückgreifen. Die Wahl des Transportmittels ist wesentlich vom Ziel beeinflusst. Küstennah empfiehlt sich der Zug. Nach Jerusalem der Überlandbus.

Es ist nahezu unmöglich mit dem Zug nach Jerusalem zu gelangen.  Wer aufgrund von Sicherheitsbedenken vom Überlandbus Abstand halten möchte, sollte sich für ein Sherut Taxi entscheiden. Diese sind wesentlich billiger als „echte“ Taxis und bisher ist kein Anschlag auf ein Sherut bekannt.


Tel Aviv
Tel Aviv erhält in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine U-Bahn. Der Spatenstich ist erfolgt. Bis zur Fertigstellung ist das öffent liche Transportnetz eher als touristenunfreundlich zu bezeichnen.

Busbahnhof / Metrobaustelle / Taxi & Bus

Fahrrad:
Positiv wäre es, wenn man als Tourist die Leihfahrräder nutzen könnte. Dieses ist kaum möglich, da diese zur Registrierung eine israelische E-Mail Adresse oder eine israelsishe Handy-Nummer verlangen. Wer keine Leihkarte über sein Hotel beziehen kann, ist praktisch von der Nutzung ausgeschlossen.

Bus:
Die Buslinien scheinen alle interessanten Orte in Tel-Aviv zu verbinden. Wer hier auf entgegenkommende Fahrer hofft, wird eine Enttäuschung erleben. Kein Hebräisch = keine Möglichkeit ein Ticket zu kaufen oder Fragen zu stellen.

Taxi:
Normale Taxis: Jeder Taxifahrer scheint Englisch zu sprechen. Grundsätzlich werden zwei Optionen angeboten. Entweder den Buchpreis für typische Strecken (zum Flughafen, zum Busbahnhof) zahlen oder das Taximeter wird angeschaltet. Der Buchpreis ist kaum zu gebrauchen, da das Buch auf Hebräisch geschrieben ist und Touristen somit Gefahr laufen, einen „Mondpreis“ genannt zu bekommen.
Sherut-Taxis: Sheruts sind Sammel-Taxis bzw. Kleinbusse. Diese verkehren nicht ausschließlich in den Städten sondern verbinden ebenso verschiedene Städte miteinander. Sheruts werden überwiegend von Palistinänsern betrieben und ermögichen somit die Fahrt in die palistinänischen Autonomiegebiete. Die meisten Sheruts haben feste Abfahrtspunkte und eine Art Fahrplan. Mit etwas Glück findet sich ein englischsprachiger Fahrer (Frauen habe ich weder in Sheruts noch in „echten Taxis“ als Fahrerinnen gesehen).

Zug:
Die Bahnhöfe Tel Avivs liegen für Touristen ungünstig, weit vom Strand entfernt. Es verkehren Doppelstockzüge. Innerhalb Tel Avivs besteht die Möglichkeit an den Haltestellen HaHagana (Hauptbahnhof), Ha Shalom (Einkaufszentrum Azrieli Mall) und  Universität ausstiegen. Der Flughafen ist mit dem Zug innerhalb von ca. 15 Minuten zu erreichen.  Eine weitere mögliche Station ist Bnei Brak. Diese gehört zum Industriegebiet und bietet somit keinen vernünftigen Grund zum Aussteigen.


Jerusalem:
Eine Fahrt nach Jerusalem ist aktuell mit mindestens 40 Minuten Stau verbunden. Die Regierung investiert aktuell in den Ausbau der großen Zubringerstraßen und möchte somit die Stauzeit um geschätzte zehn Minuten reduzieren.

Da es keine direkte Zugverbindung in das Stadtzentrum Jerusalems gibt, habe ich mich für den Überlandbus entschieden. Vom Busbahnof verkehrt eine Straßenbahn zum Stadtzentrum. Persönlich bin ich die ca. 3,5 km gelaufen um zumindest ein weniger „Pilgerfeeling“ zu erhalten und etwas von der Stadt (dort wo tatsächlich die Menschen wohnen und arbeiten) zu sehen.
In Jerusalem ist zu beachten, dass der Sabbat ernst genommen wird. Am Sabbat hat man es schwer, eine Transportmögichkeit zu nutzen.