Zugfahrt: Europa-Asien-Säule (Ural) bis Moskau

Exakt um 12:10 Uhr ist die passiert: die Europa-Asien Säule ist erreicht. Wir sind wieder in Europa.
Am nächsten Tag um 12:57 Uhr werden wir, 27 Haltestellen später, Moskau erreichen. Ein Blick auf den Aushang zeigt, uns sind sechs längere Bahnhofsaufenthalte geboten. Die Nacht wird mit einem längeren Zwischenstopp um 00:41 und um 04:55 kurz ausfallen, sofern wir unser Aussteige-Foto-Ritual einhalten.

Zunächst durchqueren wird fünf Stunden das Uralvorland zwischen dem nördlichen und mittleren Ural. Die Landschaft ist hügelig bzw. bergig und hin und wieder von Flüssen durchzogen. Eine mit vielen deutschen Regionen vergleichbare Landschaft.

Die Transsib stoppt pünktlich in Perm. Die Anzahl der ein- und aussteigenden Personen verdeutlicht, dass dünnbesiedelten Regionen Sibiriens liegen hinter uns. Bis 1991 war es Ausländern verboten Perm zu betreten, die Durchfahrt mit der Transsib war möglich. Eine Plakette am Bahnhofsgebäude, dessen Aufmachung nach an die glorreichen Zeiten der Roten Armee erinnert, verweist auf die Bedeutung der Stadt als Standort der Rüstungsindustrie. Obgleich Perm die höchste Kriminalitätsrate Russlands aufweist, ist am Bahnhof weder Polizei noch Videoüberwachung erkennbar. Kurz hinter Perm passieren wir den Fluss Kama.

Wereschtschagino und Glasow sind Bahnhöfe mit Wassertürmen und einer ausgestellten Lok bzw. Radachsen. Das mit 22.000 Einwohnern kleine Wereschtschagino bietet eine Ausstellungs-Dampflokomotive auf.  Dieses ist der Fall, da eine Lok das Wappen sowie die Fahne der Stadt schmückt. In Tschepza wechseln wir die Lok und überqueren im Anschluss den gleichnamigen Fluss. Der Bahnhof der 100.000 Einwohnerstadt Glasow ist unspektakulär und gegen 22:30 Uhr ist nahezu jeder Kiosk geschlossen. Um 00:56 Uhr ist am Bahnhof Kirow ebenfalls nichts los, bis auf eine größere Anzahl an Mitfahrenden, die alle nochmals die Chance nutzen, sich die Beine zu vertreten. Das gleiche Bild bietet sich um 05:10 Uhr am Bahnhof Schachunja. Ebenso unspektakulär sind die nächsten Bahnhöfe, obgleich der Zug interessante Städte wie beispielsweise Kowrow oder Nischni Nowgorod, vor dessen Toren wird die Wolga überqueren, durchfährt.

Nach einem etwas längerer Aufenthalt in Jaroslawl, dort steigt auch das mitreisende Paar aus, beginnt die Einfahrt in das Einzugs- und Stadtgebiet Moskaus. Zwischenzeitlich wird die Bahnstrecke von den daneben verlaufenden Fernwärmerohren begleitet. Die Bahnstrecke führt durch Wohngebiete und vermittelt somit einen ersten Eindruck vom Leben in Moskau. Pünktlich erreichen wir den Jaroslwaer Bahnhof in Moskau. Der Zug endet an einem Gleis linkerhand des Bahnhofsgebäudes. Dieses Gleis ist das Gleis der Transib und auf die Länge des Zuges ausgelegt.
Am Ende des Gleises markiert ein Obelisk Kilometer Null bzw. Kilometer 9298. Ein obligatorisches Foto durfte darf nicht fehlen. Auf uns wartet Moskau und das Abenteuer, unser Hostel zu finden.